Erst 10 Sonnenstunden in Hessen – dann schlägt das Wetter um: Gewitter, Starkregen, Hagel & Sturmböen rollen an
Heute genießt ihr in Hessen noch einmal echten Septembersommer mit bis zu zehn Sonnenstunden. Doch die Ruhe täuscht: Am Abend rücken Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen aus Nordwesten heran.

Dieser Dienstag beginnt stellenweise herbstlich. In einigen Tälern und Niederungen hängt am frühen Morgen dichter Nebel. Die Sicht kann dabei kurzzeitig unter 150 Meter sinken. Nach Sonnenaufgang löst sich das Grau jedoch rasch auf – und dann zeigt der September, wie viel Sommer noch in ihm steckt.
Die Wettermodelle berechnen für Kassel etwa sieben Sonnenstunden. In Frankfurt scheint die Sonne sogar bis zu zehn Stunden.
Dazu strömt aus Südwesten warme Luft nach Hessen. Die Temperaturen steigen auf spätsommerliche Werte zwischen 23 und 28 Grad. Wer draußen unterwegs ist, erlebt einen 'Sommer-September-Tag' in seiner vollen Pracht.
Verantwortlich dafür ist das Hoch Xanthos. Es lässt die Luft über Hessen absinken und verhindert zunächst die Bildung mächtiger Regenwolken. Doch dieses Hoch verliert im Tagesverlauf seinen Einfluss und fängt an zu schwächeln wegen eines herannahenden übermächtigen Tiefdruckgebiet aus Nordwesten.
Am Abend kippt die Wetterlage
Der sonnige Dienstag täuscht über den bevorstehenden Wetterwechsel hinweg. Tief Zuri übernimmt am Abend die Regie und schickt aus Nordwesten eine deutlich feuchtere Luftmasse nach Hessen.
Demzufolge liefern die Berechnungen der Wettermodelle kräftige Hebungsimpulse in ihren Prognosen: Die Luft steigt auf, kühlt sich mit zunehmender Höhe ab und erreicht schließlich den Sättigungspunkt. Aus zunächst harmlosen Wolken wachsen dadurch Schauer und Gewitter, die Hessen in der Nacht überqueren.
Die ersten Gewitter erreichen in den späteren Abendstunden den Nordwesten Hessens. In der Nacht breiten sie sich weiter über das Bundesland aus und ziehen bis Mittwochmorgen in südöstliche Richtung. Die Modelle zeigen dabei kleinkörnigen Hagel, Sturmböen um 75 Kilometer pro Stunde und örtlich bis zu 20 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde.

Warum 20 Liter bereits problematisch werden
Zwanzig Liter pro Quadratmeter entsprechen zwei vollen Wassereimern auf jedem einzelnen Quadratmeter – und das innerhalb nur einer Stunde. Damit liegt die berechnete Menge bereits im Bereich einer markanten Starkregenlage.
Kanalisation und Boden können solche Mengen häufig nicht schnell genug aufnehmen. Dann sammelt sich Wasser auf Straßen, läuft in Unterführungen oder strömt über abschüssiges Gelände. Kleine Bäche reagieren ebenfalls innerhalb kurzer Zeit.
Da Gewitter räumlich begrenzt auftreten, erlebt nicht jeder Ort dieselbe Intensität. Unter einer kräftigen Zelle verschärfen Hagel und Sturmböen die Situation zusätzlich. Sonnenschirme, leichte Gartenmöbel und andere lose Gegenstände sollten deshalb rechtzeitig gesichert werden.
Heute wird es turbulent!
— Meteored Deutschland (@MeteoredDE) September 15, 2026
️ Eine Kaltfront zieht nach Südosten und bringt kräftige Gewitter, Starkregen und stürmische Böen.
An den Alpen berechnen die Modelle 30 bis 50 l/m² in 12 Stunden auf den höchsten Gipfeln fällt Schnee. ️
Alle Infos
https://t.co/dxKrUw1khu pic.twitter.com/oD2zMkCFSQ
Auch der Mittwoch bleibt unruhig
Am Mittwochmorgen ziehen die nächtlichen Gewitter zunächst südostwärts ab. Hinter der Wetterfront strömt kühlere Luft nach Hessen. Die Höchstwerte erreichen nur noch etwa 18 bis 24 Grad.
Am Mittwochabend berechnen die Modelle besonders für den Norden Hessens eine weitere Gewitterrunde. Erneut stehen Starkregen bis 20 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde, kleinkörniger Hagel und Sturmböen um 75 Kilometer pro Stunde im Fokus. In der ersten Hälfte der Nacht zum Donnerstag beruhigt sich das Wetter. Wo der Himmel länger aufklart, entsteht erneut örtlich dichter Nebel.