Bis zu 10 cm Schnee – mitten im Juni! Arktis-Luft bringt Frost

Schnee mitten im Juni: Ab Dienstag rauscht eiskalte Polarluft heran, die Temperaturen stürzen ab – und an einer Stelle fallen sogar bis zu 10 Zentimeter Neuschnee.
Schnee – und das mitten im Juni? Was wie ein verspäteter Aprilscherz klingt, wird in dieser Woche tatsächlich Realität: An einer Stelle in Deutschland sind bis zu 10 Zentimeter Neuschnee möglich, während anderswo gerade noch die Badehose herausgeholt wird.
Noch zeigt sich der Sommer dabei von seiner allerschönsten Seite. Am Wochenende dreht ein letztes Hoch noch einmal richtig auf, im Süden klettern die Werte örtlich auf 26 Grad – Freibadwetter pur. Doch dieses Hoch ist nur ein kurzes Gastspiel, hinter den Kulissen braut sich längst etwas ganz anderes zusammen.
Ab Dienstag kippt das Wetter komplett
Die Wende kommt dann schlagartig. Ab Dienstag rauscht arktische Luft polaren Ursprungs quer über das Land – von Flensburg ganz im Norden bis hinunter nach München. Die Temperaturen fallen regelrecht in den Keller, der Sommer fällt förmlich in sich zusammen.

Statt sommerlicher Wärme wird tagsüber vielerorts nur noch um die 19 Grad gekämpft, in einigen Regionen bleibt das Thermometer sogar deutlich darunter hängen. Dazu pfeift ein lebhafter, kühler Wind über die Republik, der die gefühlte Temperatur noch einmal kräftig nach unten drückt. Jacke und Pullover feiern ihr unerwartetes Comeback.
Frostgefahr in den Nächten – Gärtner müssen jetzt handeln
Richtig heikel wird es in den Nächten. Die Werte sacken verbreitet unter die 10-Grad-Marke, in den ungünstigen Lagen wird es empfindlich frisch und ungemütlich kalt.
Für alle, die Tomaten, Geranien oder empfindliche Kübelpflanzen schon ins Freie gestellt haben, ist das ein echtes Problem: Ein später Kälteschock kann jungen Trieben übel mitspielen und im schlimmsten Fall die ganze Pracht ruinieren. Wer kann, holt seine Pflanzen über Nacht lieber zurück ins Warme oder deckt die empfindlichen Beete am Abend sorgfältig ab.
Genau hier fallen die bis zu 10 Zentimeter Schnee
Und jetzt zu der Frage, die alle umtreibt: Wo fällt dieser Schnee überhaupt? Die Antwort ist eindeutig – nur in den höchsten Alpenlagen. Oberhalb von rund 2.000 Metern mischen sich Schneeflocken in den Niederschlag, in den ganz hohen Lagen sind örtlich bis zu 10 Zentimeter Neuschnee drin.
Im Flachland, im Rhein-Main-Gebiet oder in den Mittelgebirgen bleibt dagegen jede Hoffnung auf weiße Pracht vergebens – hier fällt garantiert keine einzige Flocke, nur kalter Regen. In den Muldenlagen der Alpen ist obendrein sogar Bodenfrost möglich, und das ausgerechnet im Hochsommermonat.
Das sagen die Wettermodelle
Spannend ist vor allem, wie einig sich die großen Rechenzentren plötzlich sind. Sowohl das europäische ECMWF als auch der Copernicus-Klimadienst C3S zeichnen den Kälteeinbruch erstaunlich geschlossen und ohne große Abweichungen.
Auch die amerikanischen Langfristmodelle wie das NOAA CFSv2 stützen den ungewöhnlich kühlen Trend nachdrücklich. Eine schnelle Rückkehr der Sommerwärme ist damit vorerst vom Tisch – die kalte Luft sitzt hartnäckig fest und lässt sich so leicht nicht wieder vertreiben. Geduld ist also gefragt.
Wann kommt der Sommer zurück?
Bleibt die große Frage: Wie lange dauert dieser kalte Spuk eigentlich noch? Erst zum übernächsten Wochenende deutet sich ganz zaghaft eine mögliche Erwärmung an – wirklich verlassen sollte man sich darauf aber noch nicht.
Bis dahin gilt: Jacke statt T-Shirt, Pullover statt kurzer Hose und abends vielleicht sogar der Schal. Der Sommer macht eine unfreiwillige Pause, und der Juni fühlt sich phasenweise eher nach einem späten, ungemütlichen Herbsttag an. Wer auf laue Grillabende gehofft hatte, muss sich jetzt eben noch ein wenig gedulden.
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