„Wie ein Erdbeben“: Ein Seismometer in Madrid zeichnete den Moment auf, als Spanien die WM 2026 gewann
Spaniens Weltmeisterschaftssieg wurde von Seismometern in Madrid registriert. Die Bodenvibrationen, die durch Tausende von Menschen verursacht wurden, die vor Freude in die Luft sprangen und feierten, lösten eine Art „Fußballbeben“ aus.

Nur wenige Minuten nach Mitternacht, in der Nacht vom Sonntag, dem 19. Juli, auf Montag, den 20. Juli, wurde Spanien nach einem 1:0-Sieg gegen Argentinien zum Weltmeister der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 gekrönt. Dieses historische Ergebnis bescherte Spanien seinen zweiten Weltmeistertitel und veranlasste Millionen von Menschen, den Sieg zu feiern.
In ganz Spanien sowie im Ausland – in Italien, von Rom bis Mailand, feierten Tausende Spanier das Ergebnis – war die Begeisterung über den Sieg riesig. Wenn eine Fußballnationalmannschaft die Weltmeisterschaft gewinnt, löst das Feierlichkeiten aus, wie es sie sonst nirgendwo gibt.
Nach Angaben des spanischen Nationalen Geografischen Instituts (IGN) hat der seismische Sensor der Königlichen Sternwarte in Madrid die beiden entscheidenden Momente des Spiels zwischen Argentinien und Spanien aufgezeichnet, die die Stadt buchstäblich zum Beben brachten. Man kann dies zwar nicht als Erdbeben bezeichnen – wie wir gleich erläutern werden –, doch das Springen, Jubeln und die Bewegungen Tausender Menschen, die begeistert feierten, wurden von den empfindlichen seismischen Sensoren erfasst.
Spaniens WM-Sieg, aufgezeichnet vom Madrider Seismographen
Die vom IGN veröffentlichte Grafik zeigt deutlich das Beschleunigungsdiagramm der seismischen Aktivität während des Siegtreffers, als Ferran Torres Spanien in der 106. Minute in Führung brachte, sowie später, als der Schiedsrichter den Schlusspfiff gab und damit den Sieg Spaniens besiegelte.
Es ist nicht das erste Mal, dass wissenschaftliche Einrichtungen, die für die Überwachung seismischer Aktivitäten zuständig sind, die Öffentlichkeit darüber informiert haben, dass sie die durch Siege bei großen Sportveranstaltungen ausgelöste Euphorie gemessen haben. In Italien beispielsweise hat das INGV, das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie, die Begeisterung der italienischen Fans gemessen, nachdem die Nationalmannschaft in der Nacht vom 9. Juli 2006 die FIFA-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland gewonnen hatte.
Es war kein Erdbeben, sondern eine starke Bodenerschütterung.
Dieses Phänomen wird als „Fußballbeben“ bezeichnet, es handelt sich dabei jedoch nicht um ein echtes Erdbeben.
Ein Erdbeben entsteht, wie wir wissen, durch einen Bruch entlang einer Verwerfung oder an einer bestimmten Stelle tief unter der Erde. Dieser Bruch erzeugt seismische Wellen, die sich in Richtung Oberfläche ausbreiten und dort deutlich stärkere Erschütterungen hervorrufen.
Bei großen Sportveranstaltungen mit hohem Zuschauerandrang kann die Begeisterung Tausender Menschen, die gleichzeitig springen und jubeln, starke Schwingungen erzeugen. Diese haben zwar nichts mit den bei einem Erdbeben entstehenden seismischen Wellen zu tun, können aber dennoch von seismischen Sensoren erfasst und aufgezeichnet werden.
Seismometer sind hochempfindliche Instrumente, die sogar Schwingungen dieser Art erfassen können. Allerdings handelte es sich hierbei nicht um ein echtes Erdbeben.