Ventilator kaufen? Dafür ist es zu spät" – Deutschland drohen 40 Grad

Erst 35 Grad, dann der Gewitterknall – und danach wird es richtig heftig. Zum Monatswechsel drohen bis zu 40 Grad. Ein Wetterexperte spricht von einer Ausnahmesituation.

Der Sommer meldet sich am Samstag mit voller Wucht zurück. Eine kräftige Südwestströmung schaufelt subtropische Luft nach Deutschland, und die macht sich vor allem im Westen und Südwesten bemerkbar. Am Oberrhein, im Breisgau und rund um Karlsruhe sind 35 Grad drin, im Rhein-Main-Gebiet und in Köln 33 bis 34 Grad. „Wer jetzt noch losfährt und einen Ventilator kaufen will, für den ist es zu spät – die Regale sind leer", sagt Wetterexperte Johannes Habermehl.

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Nur ganz im Norden bleibt es erträglich: Auf den Nordseeinseln zeigt das Thermometer gerade mal 21 bis 23 Grad. Zwischen Sylt und Freiburg liegen damit über zehn Grad Unterschied – ein Deutschland, zwei Sommer. Am Nachmittag bauen sich im Südwesten und an den Alpen erste Gewitter auf.

Sonntag kracht es – die Hitze wird abgeräumt

Lange hält der Spuk nicht. Schon in der Nacht zum Sonntag rückt von Nordwesten eine Störung heran, und dann geht es rund. Verbreitet ziehen Schauer und kräftige Gewitter durch, südlich der Donau kann es auch mal länger schütten.

Einzelne Schauer und Gewitter bringen bis nächste Woche Niederschlag. Viel wird es aber nicht sein.
Einzelne Schauer und Gewitter bringen bis nächste Woche Niederschlag. Viel wird es aber nicht sein.

Die Temperaturen rauschen anschließend in den Keller: Statt 35 Grad stehen am Montag vielerorts nur noch 20 bis 23 Grad auf der Karte, nachts kühlt es auf 12 bis 17 Grad ab. Wer jetzt denkt, der Sommer sei durch, irrt allerdings gewaltig.

Die Verschnaufpause dauert nur zwei Tage

Denn schon ab Dienstag baut sich über Mitteleuropa neuer Hochdruck auf. Die Sonne setzt sich durch, die Luft wird von Süden her erneut angezapft, und ab Donnerstag ist es in weiten Teilen des Landes wieder richtig heiß.

Dann sind 30 bis 35 Grad Alltag, an der Küste immerhin noch 25 bis 29 Grad. Regen fällt kaum – und genau das ist das Problem. Die Böden sind ausgetrocknet, trockener Boden heizt sich schneller auf. Ein Teufelskreis, der die Werte zusätzlich nach oben treibt.

Zum Monatswechsel drohen 40 Grad

Richtig brenzlig wird es rund um den Monatswechsel. Die Modelle rechnen mit einer massiven Warmluftzufuhr aus Spanien und Nordafrika, die direkt auf Mitteleuropa zielt. Im Rheintal, im Rhein-Main-Gebiet und in Sachsen-Anhalt sind dann 38 bis 40 Grad möglich.

Der UV-Index erreicht in den kommenden Tagen sehr hohe Werte. Gut eincremen!
Der UV-Index erreicht in den kommenden Tagen sehr hohe Werte. Gut eincremen!

Damit rücken wir gefährlich nah an die Bestmarke des Sommers heran. „Wir stehen erst am Anfang dieser Phase", so Habermehl. Auch die Hundstage – die statistisch heißeste Zeit des Jahres zwischen dem 23. Juli und dem 23. August – starten damit pünktlich und ohne Vorwarnung.

UV-Index 8: Sonnenbrand in einer Viertelstunde

Massiv unterschätzt wird dabei die UV-Strahlung. Der UV-Index klettert auf Werte um 7 bis 8, im Bergland auch darüber. Helle Hauttypen holen sich in der Mittagszeit damit schon nach 15 bis 20 Minuten einen Sonnenbrand.

Deshalb gilt: zwischen 11 und 16 Uhr raus aus der prallen Sonne. Lichtschutzfaktor 50 auftragen, und zwar großzügig – die meisten nehmen viel zu wenig und cremen zu spät nach. Kopfbedeckung und UV-Sonnenbrille gehören dazu. Auch im Schatten kommen noch bis zu 50 Prozent der Strahlung an.

Ventilator weg, Klimagerät nicht lieferbar – was jetzt hilft

In den Baumärkten sieht es düster aus: Ventilatoren sind vielerorts vergriffen, mobile Klimageräte haben Lieferzeiten von mehreren Wochen. Wer noch etwas ergattern will, sollte nicht bis Dienstag warten – dann ist der Run längst gelaufen.

Es geht aber auch ohne Technik. Entscheidend ist das Querlüften zwischen 4 und 8 Uhr morgens, danach Fenster zu und Rollläden runter. Ein feuchtes Handtuch vor dem gekippten Fenster kühlt spürbar, lauwarm duschen ist besser als eiskalt. Drei Liter am Tag trinken, Alkohol meiden, schwere Mahlzeiten streichen.

Und: nach älteren Nachbarn schauen. „Die Nächte sind das eigentliche Problem. Wenn die Wohnung nachts nicht mehr unter 25 Grad kommt, erholt sich der Kreislauf nicht", warnt Habermehl.