45 Grad in Europa zum WM-Start: US-Modell zündet die Glut-Bombe – schiebt sich die Hitze bis Deutschland

Fast 45 Grad pünktlich zum WM-Auftakt: Über Europa wölbt sich ein gewaltiger Heat Dome. Das US-Wettermodell glüht – und die bange Frage ist, ob die Glut auch Deutschland erreicht.

Wenn ich heute Morgen den frischen Lauf des amerikanischen Wettermodells GFS aufrufe, bleibt mir kurz die Spucke weg. Über Spanien und Portugal leuchten die Karten knallpink – ein Farbton, der nichts Gutes verheißt. Bis zum kommenden Donnerstag, also fast punktgenau zum WM-Auftakt, klettern die Höchstwerte im spanischen Landesinneren auf glatte 43 bis 44 Grad.

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Und im Süden, etwa rund um Sevilla und im Guadalquivir-Tal, kratzt das Thermometer örtlich sogar an der 45-Grad-Marke. Die ganze Iberische Halbinsel verwandelt sich damit binnen Tagen in einen einzigen Glutofen.

Solche Werte sind Wochen zu früh

Mich als Meteorologen lässt vor allem der Zeitpunkt aufhorchen. Werte um 44 oder 45 Grad kennt man auf der Iberischen Halbinsel sonst erst aus dem tiefen Hochsommer im Juli oder August – nicht ausgerechnet jetzt, Mitte Juni. Das ist nach meiner Einschätzung gut drei Wochen zu früh dran.


Schon Ende Mai hat die Hitze in Spanien und Portugal historische Spitzenwerte über 40 Grad gebracht, jetzt legt sie zum WM-Start die nächste, noch heftigere Schippe drauf.

Ein Heat Dome legt sich wie ein Deckel über den Kontinent

Dahinter steckt eine sogenannte Hitzekuppel, im Englischen Heat Dome. Ein kräftiges, extrem hartnäckiges Hochdruckgebiet pumpt heiße Saharaluft weit nach Norden und schließt sie wie unter einer Glasglocke ein. Die Luft sinkt im Inneren der Kuppel langsam ab, wird dabei zusätzlich komprimiert und immer weiter aufgeheizt.

Und das Entscheidende: Sie kann nicht mehr entweichen. Genau dieser Mechanismus macht aus einer normalen Hochdrucklage einen veritablen Backofen über halb Europa. Solche blockierenden Lagen lösen sich oft tagelang nicht auf.

Tropennächte und kein bisschen Erholung

Die Folgen sind brandgefährlich. Tag für Tag stapeln sich neue Spitzenwerte, und auch die Nächte bringen keine Linderung mehr. Im Süden Spaniens drohen reihenweise Tropennächte, in denen die Temperatur nicht mehr unter 20 Grad fällt – der Körper findet keine Erholung.

Schon im Mai sind in Frankreich und Großbritannien etliche Hitzerekorde gefallen, teils um mehrere Grad. In Lyon ist sogar eine junge Frau nach einem Wettkampf an einem Hitzschlag gestorben.

Und was heißt das jetzt für uns in Deutschland

Die spannende Frage für uns lautet natürlich: Schiebt sich diese Glut auch bis nach Deutschland durch? Im Moment liegt der Schwerpunkt klar über Südwesteuropa, und wir bekommen vorerst nur die Randzone der gewaltigen Kuppel ab. Spürbar wärmer wird es bei uns aber trotzdem.

In den nächsten Tagen wird es auf der Iberischen Halbinsel immer heißer.
In den nächsten Tagen wird es auf der Iberischen Halbinsel immer heißer.

Einzelne Modellläufe rechnen schon zum kommenden Wochenende mit den ersten 30 bis 33 Grad – von der Pfalz über das Rheinland bis hinüber nach Brandenburg. Das wären die ersten echten Schweißtage des Sommers.

Kippt das Hoch nach Osten, wird es ernst

Ob die ganz große Hitze mit 38 oder gar 40 Grad bis zu uns durchgreift, entscheidet sich einzig daran, wie weit das blockierende Hoch nach Osten wandert.

Kippt es nur ein Stück in unsere Richtung, holen wir uns die Glut direkt ins Land – und dann wird es auch hierzulande brandgefährlich. Ich behalte die nächsten Modellläufe sehr genau im Auge. Eines steht für mich aber jetzt schon fest: Die Tendenz zeigt steil nach oben.

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