Bis zu 38 Grad: ECMWF kippt für den Juni voll auf Hitze – und die Dürre wird extrem

Damit hatte kaum jemand gerechnet: Das europäische Wettermodell dreht den Juni auf Sommer. Hitze, Spitzenwerte bis fast 38 Grad und eine extreme Dürre zeichnen sich ab. Müssen wir uns sorgen?

Es kommt selten vor, dass sich ein Wettermodell so früh und so klar festlegt. Solche Frühfestlegungen haben Gewicht, weil sie sich oft als robust erweisen. Doch genau das passiert gerade: Das europäische Modell kippt für den kommenden Monat voll auf heiß.

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Statt eines durchwachsenen Frühsommers steht plötzlich ein Juni im Raum, wie man ihn sonst aus dem Hochsommer kennt. Dass ausgerechnet die sonst zurückhaltenden Berechnungen so deutlich werden, lässt aufhorchen und sorgt schon jetzt für reichlich Gesprächsstoff unter Meteorologen.

Spitzenwerte bis fast 38 Grad

Konkret heißt das: Schon zum Monatswechsel klettern die Höchstwerte verbreitet über die 30-Grad-Marke. In den wärmsten Phasen der ersten Junihälfte sind 34 bis 37 Grad drin, im Oberrheingraben, in der Kölner Bucht und in Unterfranken örtlich sogar nahe 38 Grad.

Die erste Juniwoche soll laut ECMWF deutlich wärmer als "normal" werden.
Die erste Juniwoche soll laut ECMWF deutlich wärmer als "normal" werden.

Das wären Werte, die normalerweise erst im Juli oder August fallen. Selbst im sonst gemäßigten Norden zeigt das Thermometer immer wieder Richtung 30 Grad, nur die Küste bleibt eine Idee kühler.

Tag und Nacht keine Abkühlung

Besonders zermürbend wird die Dauer. Wenn sich Hitzetag an Hitzetag reiht, heizen sich Städte und Wohnungen immer weiter auf. In den Ballungsräumen drohen die ersten Tropennächte, in denen das Thermometer nicht mehr unter 20 Grad sinkt.

Freibäder und Eisdielen dürften sich über den Andrang freuen, doch für ältere Menschen, Kleinkinder und alle, die draußen arbeiten, wird die anhaltende Hitze schnell zur echten Belastung. Wer kann, sollte die heißesten Stunden meiden und ausreichend trinken.

Die Dürre wird extrem

Das eigentliche Drama spielt sich aber am Boden ab. Über weite Strecken der ersten Junihälfte fällt so gut wie kein Regen, gebietsweise fehlen zwanzig bis fünfzig Liter pro Quadratmeter pro Woche. Nach einem ohnehin trockenen Frühjahr sind die Böden ausgelaugt, Flüsse und Bäche führen wenig Wasser, die Waldbrandgefahr schnellt nach oben.

Auch die zweite Juniwoche soll laut dem europäischen Wettermodell ECMWF deutlich "zu warm" ausfallen.
Auch die zweite Juniwoche soll laut dem europäischen Wettermodell ECMWF deutlich "zu warm" ausfallen.

Vielerorts dürften Felder bald gelbe Flecken zeigen und Rasenflächen verdorren. Landwirte bangen um ihre Ernte, und in manchen Regionen könnte das Wasser knapp werden, wenn sich an diesem Muster nichts ändert.

Müssen wir uns jetzt Sorgen machen?

Die ehrliche Antwort lautet: ein bisschen schon. Eine derart frühe, klare Hitze- und Trockensignatur ist für Natur, Landwirtschaft und Wasserhaushalt kein gutes Zeichen, zumal die Defizite aus dem Frühjahr noch nachwirken.

Gleichzeitig gilt: Es handelt sich um eine Modelltendenz, nicht um eine in Stein gemeißelte Wettervorhersage. Wie heftig es am Ende wird, hängt davon ab, ob das Hoch wirklich so stur bleibt. Panik ist fehl am Platz, wachsame Vorbereitung dagegen klug.

Bleibt ein Funke Hoffnung?

Ein Lichtblick zeigt sich zur Monatsmitte: In der Mitte und im Westen werden ab dann wieder einzelne Schauer wahrscheinlicher, das große Defizit könnte dort etwas bröckeln.

Bei den Niederschlägen werden nahezu alle Wochen im Juni als "zu trocken" prognostiziert. Die Lage könnte sich in Sachen Dürre und Waldbrandgefahr zuspitzen.
Bei den Niederschlägen werden nahezu alle Wochen im Juni als "zu trocken" prognostiziert. Die Lage könnte sich in Sachen Dürre und Waldbrandgefahr zuspitzen.

Der Süden und Osten aber bleiben hartnäckig zu trocken. Kühler wird es nirgends, bis zum Monatsende liegen die Werte ein bis drei Grad über dem Schnitt, in rund acht von zehn Rechnungen hält das warme Muster durch. Ein durchgreifender Umschwung ist vorerst nicht in Sicht. Bis dahin heißt es: durchhalten, gießen und auf Regen hoffen.

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