40 Grad bei uns, Schnee bis ans Meer und minus 14 dort! Wetterforscher: "Halbe Welt versinkt im Extrem-Winter"

Wir ächzen bei bis zu 40 Grad – und auf der anderen Seite der Erde herrscht das komplette Gegenteil: Schnee, Frost, minus 14 Grad. Ein Kontrast zum Staunen.

Schafe mitten im Schnee auf einer Weide in Neuseeland.
Schafe mitten im Schnee auf einer Weide in Neuseeland.

Wir sitzen hier gerade im Schwitzkasten. Bis zu 40 Grad sind in dieser Woche wieder drin, die Ventilatoren laufen heiß, und nachts bekommt man kaum ein Auge zu.

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Doch während halb Deutschland nach Abkühlung lechzt, läuft auf der anderen Seite der Erdkugel das komplette Gegenprogramm. Dort, wo bei uns jetzt Hochsommer tobt, versinken ganze Landstriche im tiefsten Winter – mit Schnee, Eis und Temperaturen, bei denen einem fast die Spucke gefriert. Klingt verrückt? Ist aber genau so.

Minus 14 Grad in Argentinien

Fangen wir in Südamerika an. In Argentinien hat der Winter mit voller Wucht zugeschlagen. In Patagonien rutschte das Thermometer auf eisige minus 14 Grad, vielerorts lag es tagelang klar unter dem Gefrierpunkt, und gleich mehrere Provinzen standen unter Frostwarnung.

In Australien ist es aktuell deutlich kälter als normal zu dieser Jahreszeit zu erwarten wäre.
In Australien ist es aktuell deutlich kälter als normal zu dieser Jahreszeit zu erwarten wäre.

Das eigentlich Verrückte daran: Der Schnee fiel diesmal sogar dort, wo ihn seit Jahrzehnten niemand mehr gesehen hatte. In der Küstenstadt Mar del Plata rieselten die Flocken zum ersten Mal seit über 30 Jahren – bis direkt ans Meer, auf Höhe des Atlantiks.

Schnee bis ans Meer

Auch das Nachbarland Chile bekam es knüppeldick ab. Im Süden fielen die Werte auf über zehn Grad unter null, im Landesinneren wurde es noch bitterer. Straßen versanken im Weiß, ganze Ortschaften waren zeitweise komplett von der Außenwelt abgeschnitten.

Für viele Menschen dort war das ein echter Schock. „So etwas haben wir hier ewig nicht mehr erlebt", hieß es aus der betroffenen Region. Wer in diesen Breiten lebt, ist auf solche Kälte schlicht nicht eingestellt – die Häuser sind leicht und luftig gebaut, dicke Winterkleidung oft Mangelware.

Neuseeland meldet Meter-Schnee

Und damit nicht genug. Auch Neuseeland meldet Schneemassen, wie man sie sonst nur aus den Alpen kennt. Am Skiberg Mt Hutt türmten sich zwischenzeitlich rund 110 Zentimeter auf – als erstes Skigebiet der gesamten Südhalbkugel, das in dieser Saison über die Meter-Marke sprang.

Selbst in den australischen Alpen fiel plötzlich kräftig Neuschnee, nachdem die Saison beinahe grün und ohne Flocken gestartet war. Innerhalb weniger Tage kippte das Bild komplett – vom großen Ski-Frust zum reinsten Pulverschnee-Traum.

Warum das kein Widerspruch ist

Jetzt fragen Sie sich vielleicht: Wie kann das eigentlich sein? Die Antwort ist simpler, als man denkt. Auf der Südhalbkugel sind die Jahreszeiten spiegelverkehrt. Während bei uns der Juli für Badewetter und Hochsommer steht, herrscht dort tiefster Winter – quasi ihr Januar.

Dazu kommt bitterkalte Polarluft, die direkt von der Antarktis nach Norden schießt und sich bis weit in die eigentlich milderen Regionen vorschiebt. Genau diese Mischung sorgt für die krassen Ausschläge: hier Glut, dort Frost – und beides zur exakt gleichen Zeit auf demselben Planeten.

Und bei uns? Die Hitze kommt mit Wucht zurück

Für Deutschland heißt das leider: Von Abkühlung keine Spur. Ab Mitte der Woche baut sich die nächste Hitzewelle auf, und die hat es in sich. Die Wettermodelle streiten sich zwar noch über die genauen Spitzen – die einen rechnen mit knapp 40, die anderen werfen sogar Werte jenseits der 43 Grad in den Raum.

In jedem Fall wird es brütend heiß, mit tropischen Nächten und mehreren Wüstentagen am Stück. Während man am anderen Ende der Welt also die Schneeschaufel rausholt, gilt bei uns das glatte Gegenteil: Sonnencreme, Schatten, viel trinken – und einfach durchhalten.