Waldzustandserhebung 2025: Deutsche Wälder erholen sich leicht – Eichen bereitet große Sorgen

Mehr Regen und mildere Witterung haben vielen Bäumen in Deutschlands Wäldern geholfen. Doch die aktuellen Daten der Waldzustandserhebung zeigen, dass vor allem Eichen und Kiefern weiterhin massiv leiden, nämlich unter Trockenheit, Hitze und Schädlingsbefall.

Auch wenn sich der deutsche Wald im letzten Jahr leicht erholen konnte, gibt es weiterhin negative Entwicklungen, etwa bei Eiche und Kiefer. Bild: Kay Mayer/Unsplash
Auch wenn sich der deutsche Wald im letzten Jahr leicht erholen konnte, gibt es weiterhin negative Entwicklungen, etwa bei Eiche und Kiefer. Bild: Kay Mayer/Unsplash

Die deutschen Wälder zeigen nach Jahren extremer Belastung erste Anzeichen einer Erholung. Besonders Buchen und Fichten haben sich 2025 im Vergleich zum Vorjahr etwas stabilisiert. Dennoch bleibt die Lage angespannt, denn die Schäden liegen weiterhin deutlich über dem Niveau vor den Dürrejahren zwischen 2018 und 2020. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Waldzustandserhebung des Thünen-Instituts für Waldökosysteme.

„Trotz der vergleichsweise günstigen Witterung mit mehr Regen vor allem im Juli 2025 ist der Zustand der Bäume immer noch schlechter als in den Jahren vor der großen Dürre 2018 bis 2020.“

– Dr. Nicole Wellbrock, Leiterin der Erhebung am Thünen-Institut

„Die Nachrichten sind nicht uneingeschränkt positiv“, sagt Dr. Nicole Wellbrock, Leiterin der Erhebung am Thünen-Institut. Zwar habe die gute Witterung mit zusätzlichen Niederschlägen – insbesondere im Sommer 2025 – den Bäumen geholfen. Doch insgesamt seien die Folgen des Klimawandels weiterhin klar sichtbar.

Sichtbare Folgen der Dürre

Die Untersuchung, die jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat durchgeführt wird, erfasst unter anderem Kronenzustand und Absterberaten verschiedener Baumarten. Erstmals wurden mehr als 46.000 Bäume ausgewertet – rund viermal so viele wie bisher.

Laub einer geschädigten Eiche. Bild: Thünen-Institut/Petra Dühnelt
Laub einer geschädigten Eiche. Bild: Thünen-Institut/Petra Dühnelt

„Das erhöht die statistische Sicherheit unserer Aussagen“, sagt Wellbrock. Insgesamt flossen Daten von 38 Baumarten in die Analyse ein. Der Großteil entfällt auf die vier wichtigsten Arten in deutschen Wäldern: Fichte, Kiefer, Buche und Eiche.

Die Ergebnisse zeigen ein gemischtes Bild. Die durchschnittliche Kronenverlichtung aller Baumarten – ein wichtiger Indikator für die Vitalität – lag 2025 bei 25,2 Prozent. Damit blieb der Wert nahezu auf Vorjahresniveau.

Buche und Fichte profitieren vom Regen

Vor allem Buchen konnten sich spürbar erholen. Ihre mittlere Kronenverlichtung sank innerhalb eines Jahres von 28,5 auf 25,6 Prozent. Auch Fichten zeigten eine leichte Verbesserung: Hier ging der Wert um zwei Prozentpunkte auf 25,2 Prozent zurück.

Als Ursache nennen die Forschenden unter anderem die geringere Fruchtbildung der Buchen. 2025 trugen nur wenige Bestände besonders stark Früchte. Dadurch mussten die Bäume weniger Energie aufwenden und konnten sich besser regenerieren.

Schädlinge auf Eichenlaub. Bild: Thünen-Institut/Petra Dühnelt
Schädlinge auf Eichenlaub. Bild: Thünen-Institut/Petra Dühnelt

Allerdings blieb das Wetter insgesamt schwierig. Nach einem trockenen Frühjahr sorgten zwar ergiebige Niederschläge im Sommer zeitweise für Entlastung. Dennoch wechselten sich Trockenperioden und Hitzewellen weiterhin ab. Hinzu kommt ein anhaltend hoher Schädlingsdruck.

Eichen in schlechtem Zustand

Besonders kritisch entwickelt sich die Situation bei den Eichen. Mit einer durchschnittlichen Kronenverlichtung von 30,1 Prozent erreichte die Baumart den schlechtesten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Bereits im Vorjahr hatte der Wert bei 29,3 Prozent gelegen. Mehr als die Hälfte aller Eichen gilt inzwischen als deutlich geschädigt. Bei älteren Exemplaren über 60 Jahren liegt der Anteil sogar bei 59 Prozent.

Wir gehen davon aus, dass die Bäume nach wie vor unter Schädlingen wie dem Eichenprachtkäfer und anderen sogenannten Eichenfraßgesellschaften leiden.

Auch die Kiefer bereitet den Fachleuten Sorgen. Zwar weist sie im Vergleich der Hauptbaumarten weiterhin die geringste Kronenverlichtung auf. Der aktuelle Wert von 24,2 Prozent markiert jedoch den schlechtesten Zustand seit Beginn der Messungen.

Eine positive Entwicklung registrierten die Forschenden bei den Absterberaten. Erstmals seit 2017 war die häufigste Ursache für den Verlust von Bäumen wieder die reguläre forstliche Nutzung und nicht das natürliche Absterben.

Die natürliche Mortalität sank deutlich – von 0,86 auf 0,29 Prozent. Für die Wissenschaftler ist das ein Hinweis darauf, dass sich die Wälder nach den extremen Belastungsjahren zumindest teilweise stabilisieren. Von einer Entwarnung könne jedoch keine Rede sein.

Quellenhinweis:

Johann Heinrich von Thünen-Institut (2026): Waldzustandserhebung 2025.

Verpassen Sie nicht die neuesten Nachrichten von Meteored und genießen Sie alle unsere Inhalte auf Google Discover völlig KOSTENLOS

+ Folgen Sie Meteored