Natürliche Populationskontrolle: Das bedeutet das Wiederauftauchen des Puppenräubers für die heimischen Eichenwälder

In diesem Jahr sehen wir besonders viele Eichen, die mit rotem Flatterband umwickelt sind. Oft klebt noch ein Schild an der Baumrinde und warnt vor dem Befall des Eichenprozessionsspinners.

Durch den Klimawandel sind in diesem Jahr besonders viele Eichen mit dem Eichenprozessionsspinner befallen.
Durch den Klimawandel sind in diesem Jahr besonders viele Eichen mit dem Eichenprozessionsspinner befallen.

In vielen Wäldern, Parks und städtischen Grünanlagen sind die Mitarbeitenden mit der Beschilderung und Bekämpfung des Spinners beschäftigt.

Ein kleiner Käfer macht Hoffnung

In Sachsen-Anhalt wird ein grün-gelb schimmernder Käfer zum Hoffnungsträger im Kampf gegen den Spinnerbefall.

Der sogenannte Puppenräuber bereits wurde in Drömling und im Raum Dessau-Reßlau gesichtet. Der Käfer ist ein natürlicher Feind des Eichenprozessionsspinners und könnte sich in den nächsten Jahren wieder gut etablieren. Seit 1960 galt der Große Puppenräuber als ausgestorben. Doch jetzt scheinen die Klimabedingungen wieder optimal zu sein.

Der Befall könnte auf natürliche Weise zurückgehen

Die große Auswahl an Eichenprozessionsspinnern lassen ihn auf jeden Fall nicht verhungern.

Der Klimawandel sorgt für eine starke Belastung der Wälder und befeuert so die Ausbreitung von invasiven Arten
Der Klimawandel sorgt für eine starke Belastung der Wälder und befeuert so die Ausbreitung von invasiven Arten

Den starken Befall im ganzen Bundesland kann der Käfer jedoch noch nicht allein eindämmen.

„Klimawandel und Biodiversitätsverlust infolge intensiver Landnutzung könnten Ursachen für die verstärkte Ausbreitung des wärmeliebenden Eichenprozessionsspinners sein.“, erläutert Prof. Dr. Annett Baasch der Hochschule Anhalt

Weitere Maßnahme zur Eindämmung des Spinners sind unter anderem eine Etablierung von neuer Bewirtschaftung sowie die Förderung der Artenvielfalt. Diverse Studien belegen immer wieder, dass ein artenreicher Wald die beste Voraussetzung für die Widerstandsfähigkeit des Ökoksystems ist.

Artenvielfalt lässt den Wald resilienter werden

Nicht zuletzt bekämpfen Städte und Kommunen den Spinner sehr unterschiedlich. So kann der Befall auch ohne Chemie begrenzt werden. Die Gespinste, die der Spinner produziert können beispielsweise mechanisch entfernt werden.

Der BUND für Naturschutz in Bayern e.V. spricht sich dafür aus, die Bäume nur in Gebieten abzusperren, in denen beispielsweise Kindergärten oder Schulen in der Nähe sind.

Der BUND e.V. steht den Maßnahmen kritisch gegenüber

Die einheimische Schmetterlingsart sei laut BUND nicht gefährlicher als andere Gefahren des täglichen Lebens. Das Nesselgift der Spinner kann zu Hautausschlägen und Reizungen der Augen oder Bronchien führen. Eine starke Gesundheitsgefahr geht aktuell von den Spinnerhaaren nicht aus.

Personen mit Allergien sollte sich dennoch fernhalten

Vor allem Menschen mit hohem Allergiepotential sind dazu aufgerufen, einen Bogen, um befallene Bäume zu machen.

So könnte es passieren, dass die Aufmerksamkeit um den Eichenprozessionsspinner wieder ein wenig abnimmt, wenn der große Puppenräuber sich mehr und mehr etabliert hat.

Artikelreferenz

BUND Naturschutz Bayern e.V.. (2026). Eichenprozessionsspinner bekämpfen ohne Gift.
mdr.de. (2026). Großer Puppenräuber: Gegenspieler des Eichenprozessionsspinners zurück in Sachsen-Anhalt.