Waldbrände Frankreich: Landes und Var gelöscht, Gironde weiter aktiv
Nach dem Feuer in den Landes gilt seit Dienstagabend auch der Waldbrand im Var als gelöscht. In der Gironde bleibt die Lage dagegen angespannt: 42 000 Hektar verbrannt, 110 verletzte Feuerwehrleute, und heute erreicht dort eine neue Hitzewelle mit Orange-Warnung ihren Höhepunkt.
Nach mehrtägigem, zeitweise gleichzeitigem Einsatz gegen drei große Vegetationsbrände im Südwesten und Südosten Frankreichs zeichnet sich eine erste Entspannung ab.
Landes und Var Waldbrände unter gelöscht, Wände bei Bordeaux weiterhin kritisch
Der Brand in den Landes und der im Var gelten inzwischen beide als gelöscht, während in der Gironde bei Bordeaux weiter gekämpft wird.
Landesweit hat die 2026 durch Wald- und Vegetationsbrände verbrannte Fläche laut Innenministerium bereits die Marke von 116.000 Hektar überschritten.
Ob sich die Lage insgesamt weiter beruhigt, dürfte auch von der ab heute einsetzenden neuen Hitzewelle abhängen: Sie erreicht laut Météo-France mit Orange-Warnung ausgerechnet die Region Gironde, wo die Löscharbeiten noch andauern.
Landes-Feuer fixiert: 15.000 Evakuierte kehren zurück
Das Feuer bei Biscarrosse in den Landes ist seit Montag "fixé", wie Präsident Emmanuel Macron aus der Krisenzentrale CODIS (Centre Opérationnel Départemental d’Incendie et de Secours) in Bordeaux verkündete:
Die rund 15.000 zuvor evakuierten Menschen aus Sanguinet, Parentis-en-Born und Teilen von Biscarrosse dürfen laut Präfektur der Landes in ihre Wohnungen zurückkehren.
In der Gironde ist die Lage dagegen weiterhin angespannt: Das Feuer gilt laut Innenminister Nuñez zwar als "stabilisiert", aber nicht als "fixiert", die Brandfläche blieb bei 42.000 Hektar.
Var-Feuer nach acht Tagen ebenfalls gelöscht
Auch im Var gilt der Waldbrand um den Gros Bessillon bei Pontevès seit Dienstagabend, 19 Uhr, nach acht Tagen offiziell als „fixé“, wie die Präfektur des Var direkt mitteilte.
Rund 5.000 Menschen aus den betroffenen Gemeinden waren zuvor evakuiert worden; einzelne Viertel von Correns und Barjols bleiben wegen laufender Sicherungsarbeiten in der Brandzone vorerst weiter gesperrt. Dort sicherte die Feuerwehr in der Nacht zum Mittwoch gezielt die Brandränder ab, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern.
Gironde bei Bordeaux: Lage bleibt angespannt
In der Gironde ist die Lage laut Präfektur weiterhin „stabilisiert, aber aktiv“: In der Nacht zum Mittwoch gab es 14 neue, rasch eingedämmte Wiederentflammungen, die Fläche bleibt bei 42.000 Hektar. Innenminister Laurent Nuñez hatte die Lage bereits am Montag als „stabilisiert“, aber ausdrücklich noch nicht als „fixiert“ bezeichnet. Erstmals durften Bewohner der Gemeinden Eysines, Mérignac und Le Haillan unter Auflagen in ihre Häuser zurückkehren.
Bereits am Dienstag waren rund 4.000 weitere Menschen von Campingplätzen und Feriendörfern rund um Lacanau vorsorglich evakuiert worden. Mittlerweile wurden 110 Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten verletzt (zuvor 84); rund 2.700 Feuerwehrleute, 23 Löschflugzeuge, 1.500 Soldaten und 1.440 Polizei- und Gendarmeriekräfte sind weiterhin im Einsatz.

Mittlerweile wurden 110 Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten verletzt, rund 2.700 Feuerwehrleute, 23 Löschflugzeuge, 1.500 Soldaten und 1.440 Polizei- und Gendarmeriekräfte sind weiterhin im Einsatz.
Ausblick: Hitzewelle mit Orange-Warnung erreicht heute die Brandregionen
Heute, erreicht die von Météo-France vorhergesagte vierte Hitzewelle die Brandregionen: Die Wetterbehörde bestätigt per aktueller Vigilance-Karte Warnstufe Orange für Gironde und Landes, mit einem „sehr starken Hitzehöhepunkt“ und Spitzenwerten bis 40 Grad im Südwesten, ungünstige Bedingungen für die noch andauernden Löscharbeiten in der Gironde.
In Bordeaux selbst steigen die Werte laut Météo-France von rund 34 Grad am Dienstagabend auf bis zu 38 Grad am Mittwochnachmittag; auch Paris (38 Grad), Lyon und Grenoble (je 36 Grad) spüren die Hitzewelle deutlich.
— Hauptmann Nicolas Braz, Einsatzleiter der Feuerwehr Gironde, zur Entstehung des Pyrocumulonimbus über dem Brandgebiet (zitiert nach CNEWS und BBC/Reuters, 25./26.07.2026)
Eine Gewitterwolke, die ein extrem intensiver Waldbrand durch die eigene Hitze selbst erzeugt. Die aufsteigende heiße Luft kann eigene, erratische Fallwinde und Blitze auslösen, wodurch sich der Brand plötzlich beschleunigt und unkontrollierbar ausbreitet.
Nationaler Rekord: über 116 000 Hektar verbrannt
Innenminister Laurent Nuñez bezifferte die seit Jahresbeginn 2026 landesweit verbrannte Fläche auf mehr als 116.000 Hektar, der bisherige historische Rekord wurde damit deutlich übertroffen.