Waldbrände Spanien: Katastrophengebiet erklärt, Feuer weiter aktiv

211 Zonen, 14 Regionen: Ministerrat erklärt Katastrophengebiet
Der Ministerrat hat am Dienstag ein Dekret verabschiedet, das 211 „schwer betroffene“ Gebiete in 14 spanischen Regionen anerkennt, von Andalusien über Madrid, Kastilien-León und Kastilien-La Mancha bis Katalonien, Galicien und dem Baskenland. Es bündelt Schäden durch Waldbrände seit dem 31. März, aber auch durch Unwetter, Sturm Marta und Mauereinstürze in weiteren Regionen.
Situación Operativa 3: die höchste Eskalationsstufe im spanischen Zivilschutzsystem. Der Staat übernimmt die Einsatzkoordination von den Regionen, weil deren eigene Kapazitäten nicht mehr ausreichen.
Betroffene erhalten Zugang zu Steuererleichterungen, Befreiungen von Sozialversicherungsbeiträgen für Selbstständige und Betriebe sowie bis zu 50 Prozent Zuschuss für die Reparatur kommunaler Infrastruktur.
National haben Waldbrände laut dem europäischen Waldbrand-Beobachtungssystem EFFIS 2026 bereits rund 207.000 Hektar vernichtet, mehr als doppelt so viel wie der langjährige Durchschnitt von rund 95.000 Hektar (2006–2025). Allein seit März zählt die Regierung 32 Großbrände im Land.
Sierra Oeste: erste Rückkehrer, aber auch neue Evakuierung
Bei Madrid und Ávila zeigt sich weiterhin ein gemischtes Bild: Neun der elf evakuierten Ortschaften in Toledo dürfen nach Angaben des Innenministeriums wieder bewohnt werden. Gleichzeitig musste andernorts in Madrid erneut evakuiert werden, und im Süden der Brandzone flammte das Feuer wieder auf.
Am kritischsten bleibt weiterhin der Norden der Region, wo sich die meisten Einsatzkräfte konzentrieren. Die Zivilschutzdirektorin bezifferte die landesweit Betroffenen auf 63.000 - 91.000 Evakuierte und 28.000 Eingeschlossene, nach Einschätzung der Behörden weiterhin eine „entscheidende“ Phase vor der erwarteten Wetterverschlechterung.

Castellón: weiter „nicht stabilisiert“
Auch in Castellón gibt es keine Entwarnung: Der Brand bei La Vall d'Uixó hat nach Angaben des zuständigen Regionalministers Juan Carlos Valderrama rund 7.000 Hektar verwüstet. Das Feuer sei „aktiv, nicht stabilisiert und nicht unter Kontrolle“, so Valderrama, liege aber nicht mehr außerhalb der Löschkapazität.Rund 16.000 Menschen aus 18 Ortschaften bleiben evakuiert, weitere rund 64.000 Bewohner dreier Gemeinden sind laut behördlicher Anordnung eingeschlossen.
Vierte Hitzewelle: Hitze UND auffrischender Südwind erschweren Löscharbeiten
Die von der Regierung angekündigte vierte Hitzewelle des Sommers hat begonnen: Der spanische Wetterdienst AEMET meldet für weite Teile Spaniens „sehr hohe bis extreme“ Waldbrandgefahr.
Die Höchstwerte steigen auf bis zu 42 Grad, dazu frischt von Dienstag auf Mittwoch verbreitet Südwind auf, zwar ohne extreme Böen, aber in Kombination mit Hitze und niedriger Luftfeuchtigkeit reicht das, um die Löscharbeiten zusätzlich zu erschweren.
Orangewarnungen gelten unter anderem in Aragonien, Kastilien-La Mancha, Extremadura, Galicien und dem Baskenland. Der separate Waldbrand bei Tarragona, der montags kurzzeitig die Schnellzugstrecke Madrid–Barcelona lahmgelegt hatte, gilt inzwischen als eingedämmt, der Zugverkehr läuft seit Montagmittag wieder normal.
Europas Hilfe (rescEU)
Bei der europäischen Unterstützung hat die EU laut eigener Mitteilung sechs Löschflugzeuge aus Griechenland, Italien und der Türkei sowie 134 Einsatzkräfte und 41 Fahrzeuge aus Portugal nach Spanien entsandt, größtenteils Teil der rescEU-Flotte.