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In Deutschland sind weitere Tornados zu befüchten!

Deutschland ist ein Tornadoland. Das muss man ganz klar festhalten und das zeigen auch die aktuellen Bilder aus Viersen in Nordrhein-Westfalen. Es sind weitere Tornados zu befürchten.

Anneliese Lunkenheimer Anneliese Lunkenheimer 17 Mai 2018 - 07:44 UTC
Tornado sind gefährlich
Bei einem Tornado versetzt sich die Luft in Rotation und es bildet sich der typische Rüssel aus.

Gestern Abend gab es in Viersen einen Tornado der für großes Aufsehen gesorgt hat. Der Grund waren nicht zuletzt die teils spektakulären Filmaufnahmen die kurz danach im Internet ihre Runde gedreht haben. Ein Tornado? Mitten in Deutschland? Das gibt´s doch gar nicht! Doch - gibt es. Man muss ganz klar sagen, dass es bei uns in Deutschland sogar genau so heftige Tornados wie in den USA geben kann. Tornados gibt es bei uns schon immer. Durch zahlreiche Smartphones konnte man in den vergangenen Jahren allerdings Filme und Bilder machen und diese rasant im Internet verbreitet.

In den vergangenen Jahren wurden im Schnitt immer 40 bis 60 Tornados als bestätigt gemeldet. Bestätigt heißt, dass aus einem anfänglichen Verdachtsfall ein bewiesener Tornado wurde. Nicht immer ist nämlich nach den ersten Meldungen klar, ob es sich tatsächlich um einen Tornado oder beispielsweise um einen Downburst gehandelt hat. Letztes sind starke Fallwinde die aus einer Gewitter- oder Schauerwolke nach unten rauschen. Man kann den Unterschied später bei Besichtigung des Schadensbild ganz gut erkennen. Die Zahl der Verdachtsfälle lag in einigen Jahren sogar bei 300 bis 400.

Es sind weitere Tornados zu befüchten

Bei einem Downburst liegen die abgebrochenen Äste und umgestürzten Bäume recht sortiert in eine Richtung auf dem Boden. Bei einem Tornado liegt meist alles kreuz und quer in der Gegend herum. Ein Tornado wird oftmals auch Windhose oder über Wasser als Wasserhose bezeichnet. Es meint aber alles das gleiche. Bei einem Tornado rotiert die Luft im inneren der Gewitterwolke. Durch einen Drehimpuls, der durch verschiedene Windgeschwindigkeiten in den unterschiedlichen Höhen der Gewitterwolke ausgelöst wird, versetzt sich die Luft in Rotation.

Dann bildet sich der typische Rüssel aus, der dann aus der Wolken herausragt und weithin sichtbar ist. Berührt der Rüssel dann auch noch den Erdboden ist es ein Tornado. Wichtig ist also auf alle Fälle auch der direkte Bodenkontakt. Manchmal sieht man auch unfertige Tornados, d.h. der Rüssel hängt in der Luft, berührt aber den Erdboden nicht. Dann ist es laut Definition auch kein Tornado. Tornados sind sehr kleinräumige Ereignisse. Sie ziehen meist nur wenige Kilometer weit und haben eine geringe Ausbreitung. Ihre Spur der Zerstörung ist dennoch sehr beeindruckend.

Heftigster Tornado 1968 in Pforzheim

Den bisher heftigsten Tornado gab es im Sommer 1968 in Pforzheim. Auf der Fujita-Skala war das ein F4- Tornado. Das sind Windgeschwindigkeiten zwischen 333 und kaum vorstellbaren 418 km/h. Dieser Tornado forderte am 10. Juli zwei Todesopfer und mehr als 200 Verletzte. Über 1750 Häuser wurden dabei beschädigt. Die Schäden gingen in die Millionen. Die Fujita-Skala kategorisiert die Tornados anhand des Schadensbildes in verschiedenen Stufen. Der Tornado bei Viersen am gestrigen Mittwoch war wahrscheinlich ein F1-Tornado. Das entspricht laut der Skala 118 bis 180 km/h.

Auch die nächsten Tagen bleiben zeitweise sehr gewitterlastig. Besonders in den Tagen nach Pfingsten scheint sich eine schwülwarme Luftmasse einzustellen und diese wäre ideal für die Bildung von weiteren heftigen Gewittern. Und starke Gewitter sind ideal für die Bildung von Tornados. Ob es aber in den kommenden 7 bis 10 Tagen zu weiteren Tornados kommen wird, kann man heute nicht sagen.

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