Kultur und französische Lebensart: Vier Städte im Südwesten, die Sie sich anschauen sollten

Mit roten Backsteinfassaden, mittelalterlichen Meisterwerken und den Spuren von Jahrtausenden menschlicher Besiedelung besitzen diese Kunststädte ein reiches Kulturerbe und dazu jede Menge Savoir-vivre.

Wegen ihrer Backstein-Architektur wird Toulouse an der Garonne die rosarote Stadt genannt. Foto: Adobe Stock
Wegen ihrer Backstein-Architektur wird Toulouse an der Garonne die rosarote Stadt genannt. Foto: Adobe Stock

Vier attraktive Städte im Südwesten Frankreichs erzählen die Geschichte einer Region, die Kultur, Architektur und sehr viel Flair in sich vereint. Einige von ihnen sind noch echte Geheimtipps.

Historisches Erbe und Studentenleben in Toulouse

Toulouse vereint als wichtigste Stadt Okzitaniens Kulturerbe und innovativen Geist. Dank ihrer Studentenschaft besitzt die 500.000-Einwohner-Stadt ihrer historischen Architektur zum Trotz eine junge und lebendige Atmosphäre.

Zugleich bewahrt die Altstadt rund um den Place du Capitole den Charme eines großen Dorfes, das sich bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad entdecken lässt. Und zu sehen gibt es eine Menge: Mittelalter und Renaissance haben eine Vielfalt eindrucksvoller Bauten hinterlassen.

Zu den Höhepunkten zählen die Place du Capitole, die Basilika Saint-Serningrößte romanische Kirche Frankreichs und UNESCO-Welterbe – sowie das Jakobinerkloster, ein Musterbeispiel südfranzösischer Gotik.

Die Stadtpaläste im Zentrum erinnern an das goldene Zeitalter der Pastel-Händler, die in der Renaissance durch den Handel mit der Färberpflanze Pastel zu Wohlstand gelangten und das Gesicht der Stadt nachhaltig prägten.

Roter Backstein und Weltkulturerbe in Albi

Roter Backstein prägt das Stadtbild von Albi und erinnert an die große Schwester Toulouse. Die Bischofsstadt mit 51.000 Einwohnern zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und beeindruckt durch ihre architektonische Geschlossenheit. Schon von Weitem ist die Kathedrale Sainte-Cécile zu sehen, die größte Backsteinkathedrale der Welt. Sie bildet mit dem Palais de la Berbie ein monumentales Ensemble.

Der Fluss Tarn und die roten Backsteinbauten prägen die Stadt Albi. Foto: Adobe Stock
Der Fluss Tarn und die roten Backsteinbauten prägen die Stadt Albi. Foto: Adobe Stock

Im Herzen der Altstadt von Albi zeigt das Musée Toulouse-Lautrec die weltweit bedeutendste öffentliche Sammlung des Künstlers.

Ein historischer Kanal und die größte Festung Europas

Carcassonne thront auf einem Hügel, der seit fast 2500 Jahren besiedelt ist. Das Verteidigungssystem der Stadt basiert auf gallo-römischen Mauern aus dem 3. und 4. Jahrhundert. Es erzählt von der Eroberung durch die Westgoten im 5. Jahrhundert und den Angriffen der Sarazenen und Franken im 8. Jahrhundert. Diese größte Festung Europas ist hervorragend erhalten und macht die Vergangenheit fassbar.

Als Machtzentrum der Grafen von Carcassonne erlebte die Stadt im Mittelalter eine besondere Blüte. Heute ist die Cité de Carcassonne UNESCO-Weltkulturerbeebenso wie der Canal du Midi, der die 46.000-Einwohner-Stadt durchquert.

Montauban: Idyll am Fluss

Als „Grand Site d'Occitanie“ und „Ville d’art et d’histoire“ ausgezeichnet, verbindet das ebenfalls am Fluss Tarn gelegene Montauban Kunst, Architektur und südfranzösische Lebensart. Dazu verströmt das historische Zentrum mit traditionellen Geschäften und den Stadtpalästen wohlhabender Kaufleute viel französisches Flair. Ihre Backsteinfassaden einen die Stadt, in der 63.000 Menschen leben, mit Toulouse und Albi.