Wasser, Wein und Welterbe: Ein Flussradweg in Frankreich ist im Jahr 2026 die beste Fern-Radstrecke Europas

Eine niederländische Jury kürte den Flussradweg La Voie Bleue zur attraktivsten Route. Sie führt an den Ufern von Mosel, Saône und Rhône von Luxemburg nach Lyon und wurde erst vor sechs Jahren als Radweg erschlossen.

Flach, gut erschlossen und besonders attraktiv: Die Route führt am Ufer der Rhône durch Lyon. Foto: Adobe Stock
Flach, gut erschlossen und besonders attraktiv: Die Route führt am Ufer der Rhône durch Lyon. Foto: Adobe Stock

Auch jenseits der Flusslandschaften bündelt der Fernradweg viele Trümpfe Frankreichs. An der Strecke liegen drei UNESCO-Welterbestätten, vier Weinbaugebiete, charmante Städtchen und typisch französische Dörfer.

Hinzu kommen eine lückenlose Beschilderung, viele Unterstände, Abstellplätze, Trinkwasserstellen und eine gute Zuganbindung. Weil er durch flaches Terrain führt, eignet der Weg sich dazu besonders für Familien mit Kindern oder Einsteiger. Diese Vorzüge überzeugten auch die Jury.

Niederländische Jury aus Fahrrad-Experten

Außer für Tulpen, Gouda und Windmühlen sind die Niederlande auch als Hochburg des Fahrradfahrens berühmt. Insofern ist es nur passend, dass eine Jury aus niederländischen Radsport- und Reisemedien in Utrecht – derzeit selbst als die womöglich fahrradfreundlichste Stadt der Welt bekannt –im Rahmen der Fahrrad- und Wandertourismusmesse „Fiets en Wandelbeurs“ jedes Jahr im Februar den schönsten Fernradweg in Europa benennt.

Dieses Jahr fiel die Wahl auf La Voie Bleue, einer von Frankreichs jüngsten Flussradwegen. Vor sechs Jahren wurde die Route eingeweiht, die auf 730 Kilometern an der Mosel, dem Vogesenkanal, Saône und Rhône entlang vom Dreiländereck bei Luxemburg bis nach Lyon führt.

Drei UNESCO-Welterbestätten liegen am Weg

Der UNESCO Global Geopark Beaujolais, der Place Stanislas im Herzen von Nancy, der mit den Plätzen de la Carrière und d'Alliance zum Welterbe zählt, und die ebenfalls als Welterbe ausgezeichneten historischen Viertel von Lyon zählen zu den Highlights der Route.

Sie sind dennoch nicht ihr einziger Reiz. La Voie Bleue biete Radreisenden außer der Vielfalt Frankreichs fast nebenbei auch Weine auf Grand-Cru-Niveau, so die Jury.

Zu den weiteren Glanzpunkten der Strecke zählen die Städte Metz und Nancy, die sich aufgrund ihrer Infrastruktur sehr gut auf zwei Rädern erkunden lassen. Am Ende der Route wartet mit Lyon die gastronomische Hauptstadt Frankreichs, über die es nicht umsonst heißt, sie liege an drei Flüssen: Saône, Rhône und dem Beaujolais.

Genug gestrampelt ist man dann auf jeden Fall, um sich in Lyon ausgiebig den kulinarischen Freuden Frankreichs zu widmen.

Vorjahressieger war eine Route am Götakanal

Zwischen den Städten böten Flusslandschaften schöne Kulissen, jedes Dorf unterwegs erzähle Geschichten, heißt es weiter in der Begründung der Juroren. La Voie Bleue folgt auf den schwedischen Göta-Kanal-Radweg, der im vergangenen Jahr mit dem Titel ausgezeichnet wurde.

Startpunkt Koblenz

Radtouristen aus Deutschland können mit dem eigenen Rad an jedem deutschen Bahnhof in den nächsten Zug nach Koblenz steigen. Von dort führt der Moselradweg ab Koblenz unmittelbar auf die französische Route.