Fluss, Fachwerk und Romantik: Deshalb ist dieses Dorf eines der schönsten in Deutschland
Auch abseits bekannter Besuchermagneten gibt es an der Mosel eine Menge zu entdecken. Ein Ort sticht unter ihren Weindörfern besonders hervor: Das „Dornröschen der Mosel" hat seinen historischen Charakter perfekt bewahrt.

Wenn die Mosel Deutschland erreicht, hat sie bereits 500 Kilometer in Frankreich zurückgelegt und Luxemburg einen Besuch abgestattet. Auf ihrem Weg durch Rheinland-Pfalz entfaltet sie besonderen Zauber, bevor sie bei Koblenz in den Rhein mündet.
Mit Weinbergen, weiten Blicken übers Moseltal und von Fachwerkhäusern und schmalen Gassen geprägten Orte bieten die Dörfer am deutschen Abschnitt des Flusses ein überaus romantisches Bild. Kein Wunder, dass ihre Ufer zu den populärsten Zielen im Land gehören.
Mehr als 100 entzückende Dörfer und Städtchen
Ein Weinort reiht sich hier an den nächsten. Zwischen Trier und Koblenz liegen mehr als 100 Dörfer und Kleinstädte am Fluss, viele sind bekannte Ausflugsziele. Doch eines sticht selbst in dieser malerischen Landschaft heraus.
Beilstein zählt gerade mal 140 Einwohner und trägt einen Beinamen, der kaum treffender sein könnte: Es gilt als das „Dornröschen der Mosel".

Eingebettet in steile Weinberge, an einer der schönsten Moselschleifen und am Ausgang eines schmalen Bachtals gelegen, bietet Beilstein eine fast schon unwirkliche Kulisse.
Enge Gassen werden von blumengeschmückten Fachwerkhäusern gesäumt, Torbögen verbinden jahrhundertealte Bauten. Über schweres Kopfsteinpflaster geht es zu kleinen Plätzen. Kaum ein Ort an der Mosel hat seinen historischen Charakter so vollständig bewahrt.
Die Schwarze Madonna und eine alte Festung
Im Mittelpunkt steht der Marktplatz mit dem ehemaligen Zehnthaus und der Pfarrkirche St. Christophorus. Von hier führt die historische Klostertreppe hinauf zum Karmeliterkloster.

Dort befindet sich einer der bedeutendsten Kunstschätze der Region: eine Schwarze Madonna aus dem 12. Jahrhundert, die bis heute Pilger und Kunst-Fans anzieht.
Über den Dächern des Ortes erhebt sich die Ruine der Burg Metternich. Von ihrer Terrasse eröffnet sich ein weiter Blick über das Moseltal und die Weinberge.
Die Festung blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück: Sie überstand den Dreißigjährigen Krieg fast unbeschadet, kam 1637 in den Besitz der Fürsten von Metternich und wurde 1689 während des Pfälzischen Erbfolgekriegs von französischen Truppen zerstört. Heute befindet sie sich in Privatbesitz und beherbergt ein Restaurant.
Zeitreise ins 17. Jahrhundert
Die Geschichte Beilsteins reicht über 1000 Jahre zurück. Fränkische Gräber belegen eine Besiedlung bereits um das Jahr 800. Im Mittelalter erhielt der Ort Stadtrechte, wurde befestigt und entwickelte sich zu einem bedeutenden Moselstädtchen.
Das heutige Erscheinungsbild entstand vor allem im 17. und 18. Jahrhundert - und genau dieses historische Ensemble ist nahezu unverändert erhalten geblieben.
Das märchenhafte Dorf ist auch als Filmkulisse gefragt
Daher diente Beilstein immer wieder als Filmkulisse. Heinz Rühmann drehte hier 1936 Szenen für „Wenn wir alle Engel wären". Später nutzte die BBC den Ort für ihre Verfilmung von William Makepeace Thackerays 1848 erschienenem Roman „Vanity Fair" (Jahrmarkt der Eitelkeiten).
Beilstein wirkt nicht wie ein Museum, sondern wie ein Ort aus einem Märchen - und trägt den Titel „Dornröschen der Mosel" daher völlig zu Recht.
Artikelreferenz
Hannes Rolfs. (2026). "Dornröschen der Mosel" - eines der schönsten Dörfer Deutschlands liegt in diesem Bundesland.