Die toskanische Kapitale zeitgenössischer Kunst liegt in einer Traumregion für Pasta-Fans
Kultur und gutes Essen sind in der Toskana nahe Nachbarn, wie schon vor 1000 Jahren ein englischer Erzbischof auf Pilgerreise anerkennend feststellte. Die Marmorstadt Carrara verwandelt sich dazu ab Mai in ein Freiluft-Museum.

Die traditionsreiche Marmor-Kapitale hat sich mit dem Projekt „Carrara: Seit 2000 Jahren zeitgenössisch“ zur toskanischen Hauptstadt der zeitgenössischen Kunst ernannt. Der Titel soll die Verbindung Jahrtausende alter Handwerkskunst und moderner Kreativität widerspiegeln.
Schon Michelangelo arbeitete mit Marmor aus Carrara
Denn seit Jahrhunderten kommen Künstler aus aller Welt in die Stadt, um mit dem berühmten weißen Marmor der Apuanischen Alpen zu arbeiten – jenem Material, das schon Michelangelos Meisterwerke prägte. Heute lebt diese Tradition in Werkstätten, Museen und der Kunstakademie in zeitgenössischen Interpretationen weiter.
Von Mai bis Dezember verwandeln Ausstellungen, Installationen und Festivals die Stadt in ein offenes Museum. Veranstaltungen wie „White Carrara“ und das kreative Festival „C/art“ tragen zeitgenössische Kunst in die historischen Straßen.
UNESCO-Kreativstadt und Gourmet-Destination
Als UNESCO-Kreativstadt im Bereich des Kunsthandwerks bildet Carrara einen Ort, der seit jeher Natur, Handwerk und Kunst miteinander verbindet - und die italienische Leidenschaft für gutes Essen. Auch in der Umgebung lassen sich kunsthistorische Erkundungen mit Naturerlebnis und kulinarischem Genuss verbinden.
Schon Sigerich, Erzbischof von Canterbury, soll auf seiner Pilgerreise nach Rom im Jahr 990 auf der toskanischen Etappe der Via Francigena angemerkt haben, dass man hier besonders gut zu kochen verstehe. Historisch wahr oder nicht - wie die Marmorkunst ist auch die Genusskultur der Toskana bis heute für Pilger wie für Pasta-Fans nachvollziehbar.
Die Schlemmerei beginnt mit rechteckigen Testaroli in der im Norden der Toskana gelegenen Region Lunigiana und setzt sich weiter südlich mit herzhaften Tordelli fort: großen, halbmondförmigen gefüllten Nudeln.
Handgemachte Nudeln in allen Formen
Auf der Via Lauretana Toscana stehen handgerollte Pici mit Knoblauch für die bodenständige Küche der Region. Zu diesen dicken, bissfesten Nudeln, die nur aus Mehl, Wasser, Salz und ein wenig Olivenöl bestehen, passt hervorragend der Vino Nobile di Montepulciano. Entlang der Via Francigena hat der Pecorino Toscano seinen festen Platz in der traditionellen ländlichen Küche.
An der Via Romea Sanese rund um Siena wird es süß: Panforte, Ricciarelli und Cavallucci beweisen, dass auch nach einem großen Teller Pasta meist noch Platz für etwas Süßes bleibt. Diese Backwaren genießt man im Sommer als Dessert mit einem Espresso und einem Vino Sano - und später im Jahr als Weihnachtsgebäck.
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