Besuch beim Teufel: Dies sind die besten Orte für Begegnungen mit Australiens Fauna
Bei Projekten und Rettungsstationen, die sich für bedrohte Tierarten einsetzen, können Australien-Reisende Tasmanische Teufel, Koalas und Beutelmarder aus der Nähe beobachten, ohne die Tiere zu stressen.

Das Kuscheln mit Koalas fürs Erinnerungsfoto, lange wichtiger Bestandteil der Reise nach down under, ist heute in mehreren australischen Bundesstaaten verboten. Denn auch wenn die Tiere dabei aussehen, als würden sie dösen, stresst sie der Körperkontakt mit Menschen. Doch es gibt Möglichkeiten, Australiens einzigartige Fauna zu beobachten, ohne den Tieren zu nahe zu treten.
Beim Beutelteufel in Tasmanien
Bis zur Jahrtausendwende war der Beutelteufel in Tasmanien weit verbreitet. Seit eine Epidemie den Bestand dramatisch dezimierte, ist er zuverlässig nur noch in Schutzzentren anzutreffen - etwa am Cradle Mountain. Das am Rand des Nationalparks Cradle Mountain im Nordwesten Tasmaniens gelegene Schutzzentrum Devils at Cradle ist bis spätabends geöffnet. Denn Beutelteufel sind nachtaktiv, die Führung nach Einbruch der Dämmerung, wenn die Tiere gefüttert werden, ist die ereignisreichste.
Der Tasmanian Devil Unzoo ist ein weiteres Schutzzentrum auf der Insel. Hier wird erforscht, wie die ansteckende, tödlich verlaufende Gesichtskrebserkrankung Devil Facial Tumor Disease, übertragen wird, die den Bestand drastisch reduzierte. Bei Touren erfährt man, wie die Tiere mit Rotlichtkameras überwacht werden, und kann die geheimnisvollen Beutelteufel aus der Nähe betrachten.
Dingos und Riesenbeutelmarder
Exotische Vögel, die hochgefährdeten und kaum bekannten Pookila-Mäuse und gefleckte Riesenbeutelmarder leben völlig unabhängig im 25 Hektar großen Biopark Moonlit Sanctuary Wildlife auf der Mornington-Halbinsel in Victoria. Hier können Reisende Koalas begegnen, ohne sie auf den Arm zu nehmen, bedrohte Arten sehen und beim Dingo Encounter die eindrücklichen Wildhunde Australiens kennenlernen. Gründer Michael Johnson nennt das „Artenschutz in Aktion erleben".
Cownose-Stachelrochen füttern in Cairns
Auch auf dem Great Barrier Reef - dem größten Korallenriff der Welt - reicht es nicht, eine einzige Spezies zu schützen. „Wir brauchen die ganze Vielfalt", sagt Daniel Leipnik, Mitbegründer des Cairns Aquarium. Diese Botschaft will das Aquarium mit seinen 16.000 Tieren aus zehn Ökosystemen und 71 Habitaten im Norden Queenslands vermitteln.
Plastikvermeidung, Korallenschutz und die Rettung verletzter Schildkröten sind weitere Missionen des Aquariums. Besucher können die Bemühungen live verfolgen und unter Aufsicht Cownose-Stachelrochen von Hand füttern und verletzte Schildkröten im Krankenhaus besuchen.
Besuch im Koala-Krankenhaus
Schauen statt kuscheln lautet das Motto auch im Koala-Krankenhaus in Port Macquarie in New South Wales. Die Region besitzt eine der größten Koala-Populationen des Landes, was aufgrund von Unfällen auch eine hohe Zahl verletzter Tiere bedeutet.
Im Koala Conservation Hospital sind stressfreie Besuche bei den Tieren möglich, es wird erklärt, welche Gefahren ihnen drohen, was dagegen unternommen wird und wie der Einzelne zu ihrem Schutz beitragen kann. Derzeit wird das Hospital umgestaltet; bis zur Wiedereröffnung sind Koalas und Krankenhaus in Guulabaa Place of Koalas in Lake Innes untergebracht.
Mit Schildkröten schwimmen auf dem Great Barrier Reef
Ganzjährig kann man auf Lady Musgrave Island, der südlichsten Insel des Great Barrier Reef, mit Wasserschildkröten schwimmen - in Begleitung eines krötenkundigen Rangers und im Zuge eines minimalinvasiven Besuchs auf der geschützten und öko-zertifizierten Insel.