Wetterbilanz Oktober 2026 im Faktencheck: Bis zu 27,5 Grad und 18 Prozent mehr Regen – regional dennoch anhaltende Dürre
Es hört sich paradox an: 18 Prozent mehr Regen und trotzdem regional zu trocken. Dazu bis zu 27,5 Grad und mehr Sonne als üblich. Das sind die Wetterfakten zum Oktober 2026. was war da beim deutschen Wetter los?

Sommerliche Wärme, Niederschlagssummen die sich sehen lassen können inder Statistik und trotzdem regional viel zu wenig Regen: Der Oktober 2026 hatte gleich mehrere Gesichter. Wer nur auf den Deutschlanddurchschnitt schaut, übersieht die frappierenden Unterschiede zwischen den Wettergeschehnissen in den verschiedenen Bundesländern.
Mit einer Monatsmitteltemperatur von rund 10,6 Grad lag Deutschland etwa 1,2 Grad über dem Oktobermittel des neuen Referenzwertes der Jahre 1991–2020. Gleichzeitig gab es rund 18 Prozent mehr Niederschlag und zwölf Prozent mehr Sonnenschein. Wie passt das zusammen?
Bis zu 27,5 Grad: Der Oktober konnte noch Sommer
Besonders groß war der Temperaturüberschuss im Norden: Schleswig-Holstein lag rund 1,8 Grad über seinem Vergleichsmittel, Hamburg 1,7 Grad. In Thüringen betrug das Plus dagegen etwa 0,8 Grad. Aber unterdurchschnittlich kühl war der Monat damit auch dort nicht.
Der größte Wärmeschub kam gleich zum Monatsauftakt: Am 1. Oktober erreichte Aschersleben-Mehringen in Sachsen-Anhalt 27,5 Grad, auch andernorts fühlte sich der Herbst noch sommerlich warm an: Neißemünde-Coschen meldete 27,0 Grad, Bernburg und die Jenaer Sternwarte jeweils 26,5 Grad, Berlin-Tempelhof 25,9 Grad.

Dabei wurden auch örtliche Oktoberrekorde markiert: Die Auswertung kennzeichnet die 27,5 Grad in Aschersleben-Mehringen und die 26,2 Grad in Harzgerode als neue Stationshöchstwerte für diesen Monat.
Die erste Oktoberwoche blieb der Schwerpunkt der sommerlichen Spitzen. Doch noch am 7. Oktober erreichten Michelstadt in Hessen und Freudenberg/Main-Boxtal in Baden-Württemberg jeweils 25,8 Grad, Kitzingen in Bayern 25,6 Grad, womit per Definition ein Sommertag erreicht wurde.
Mehr Regen – aber längst nicht überall
Deutschlandweit fielen im Oktober rund 74 Liter Niederschlag pro Quadratmeter – knapp 18 Prozent mehr als im Mittel 1991–2020. Doch regional lagen die Regenmengen weit auseinander: Örtlich kam mehr als das Zweieinhalbfache der üblichen Oktobermenge zusammen, andernorts nicht einmal die Hälfte. Die Stationswerte reichten von 43,5 bis 255,3 Prozent des jeweiligen Klimamittels.
Besonders nass war es im Norden und Westen: Schleswig-Holstein erhielt im Flächenmittel rund 134 Liter pro Quadratmeter, Nordrhein-Westfalen etwa 105 Liter. Berlin kam dagegen auf lediglich 27 Liter. Damit fiel in Schleswig-Holstein fast fünfmal so viel Niederschlag wie in der Hauptstadt.
Auch gemessen an den regional üblichen Mengen zeigt sich der Gegensatz: Schleswig-Holstein bekam rund 77 Prozent mehr Regen, Berlin etwa 29 Prozent weniger und Sachsen rund 21 Prozent weniger. Der deutschlandweite Überschuss verdeckt damit erhebliche regionale Fehlmengen.
Viel Sonne trotz reichlich Regen
Auch die Sonnenbilanz fiel regional unterschiedlich aus. Rheinland-Pfalz erreichte rund 135 Prozent seiner üblichen Sonnenscheindauer, Nordrhein-Westfalen knapp 132 Prozent. Und dennoch waren beide Bundesländer kurioserweise nasser als im Vergleichsmittel.
Mehr Sonne und mehr Regen schließen sich nicht aus. Sonnige Abschnitte wechselte sich mit regenreichen Phasen ab. Umgekehrt blieben Berlin und Brandenburg sowohl beim Regen als auch beim Sonnenschein unter ihren Vergleichswerten. Ergo Trockenes Wetter ist eben nicht automatisch sonniges Wetter.