Land unter am Mittelmeer: Extremregen führt zu Sturzfluten und Überschwemmungen - Über 600 Liter an einem Tag!

Schwere Unwetter mit extremen Regenmengen haben in einigen Regionen rund um das Mittelmeer ihre Spuren hinterlassen. Sturzfluten führten zu schweren Überflutungen und machten Verkehrswege unpassierbar. Menschen flüchteten vor den Wassermassen auf Hausdächer, es gab mindestens fünf Tote.

Wie schon vor zwei Jahren war die Region Valencia besonders stark von den Unwettern am betroffen
Wie schon vor zwei Jahren war die Region Valencia besonders stark von den Unwettern am betroffen

Schwere Unwetter haben wie befürchtet einige Regionen am Mittelmeer unter Wasser gesetzt und schwere Verwüstungen hinterlassen. Besonders dramatisch war die Lage in den spanischen Provinzen Valencia und Alicante.

Sturmtief „Adam“ brachte sintflutartige Regenfälle, die Ortschaften überschwemmten, Verkehrswege unpassierbar machten und zahlreiche Menschen in Lebensgefahr brachten.

Mehr Regen an einem Tag als sonst im ganzen Jahr

Mindestens fünf Menschen kamen nach bisherigen Berichten ums Leben, Tausende mussten in Sicherheit gebracht werden. Ein Höhentief über Westeuropa hat im Zusammenspiel mit einem Tief über Südspanien zu teils extremen Regenmengen im Zusammenspiel mit eingelagerten Gewittern geführt.

Die höchsten Niederschlagsmengen wurden dabei in der Provinz Valencia registriert. Hier kamen an einigen Orten über 600 Liter pro Quadratmeter (mm) in nur 24 Stunden zusammen. In Pego fielen am Wochenende innerhalb von 12 Stunden unglaubliche 489mm Regen, in 24 Stunden 617 mm! Zum Vergleich: In Berlin fallen normalerweise im ganzen Jahr etwa 550 mm.

Zu Wochenbeginn verlagerte sich der Schwerpunkt der Unwetter Richtung Südfrankreich und Italien. Am Dienstag gab es im Osten der Insel Korsika durch heftige stationäre Gewitter einen nationalen Regenrekord für Frankreich für eine, zwei und drei Stunden. In Solenzara fielen atemberaubende 410 mm in nur drei Stunden! Das entspricht dem halben Jahresniederschlag von Deutschland.

Solche Wetterlagen sind im Herbst nicht unbekannt, denn schon im Jahr 2024 führten verheerende Überschwemmungen in der Region Valencia zu mehr als 200 Todesopfern. Typischerweise ist der Herbst die Zeit der Unwetter in der Mittelmeerregion. Eine wesentliche Rolle für die Unwettergefahr spielen dabei die noch warmen Wassertemperaturen aus dem Sommer.

Risikofaktor Klimawandel

Ein zusätzlicher Risikofaktor ist das durch den Klimawandel zunehmend warme Wasser. Meteorologen und Klimaforscher warnen seit Jahren vor den Risiken intensiver Starkregenereignisse im Mittelmeerraum.

Im vergangenen Sommer wurden im Mittelmeer zum wiederholten Male rekordhohe Wassertemperaturen gemessen. Damit steht der Atmosphäre mehr Wasserdampf und damit Energie zur Verfügung, die bei entsprechenden Wetterlagen zu noch stärkeren und extremeren Niederschlagsmengen führen.