Herbststurm trifft volle Bäume: Uralte Bauernregel warnt vor hartem Winter – Experte: „Das ist ein Warnsignal”
Noch hängt das Laub dicht an den Bäumen, doch genau das macht Bauern und Meteorologen nervös. Eine alte Regel kündigt einen bitteren Winter an, und schon am Freitag droht Gefahr.

Wer in diesen Tagen durch Parks, Alleen oder den Wald spaziert, staunt nicht schlecht. Viele Eichen, Buchen und Linden tragen noch erstaunlich viel Laub, teils sogar noch grün. Für Spaziergänger ist das ein Traum, für Fotografen sowieso.
Doch ein uralter Spruch lässt aufhorchen: „Hält der Baum die Blätter lang, macht ein später Winter bang.” Und ausgerechnet jetzt rollt auch noch der erste kräftige Herbststurm auf Deutschland zu.
Was hinter der alten Laub-Regel steckt
Die Bauern früherer Generationen haben die Natur genau beobachtet. Hing das Laub ungewöhnlich lange an den Ästen, deuteten sie das als Zeichen für einen langen, milden Herbst. Der Winter kommt dann spät, so die Lesart, aber wenn er kommt, dann mit voller Wucht.
Meteorologisch ist die Sache etwas nüchterner. Wann ein Baum sein Laub abwirft, hängt vor allem von Tageslänge, Temperatur und Wasserversorgung ab. Ein warmer Oktober bremst die Laubfärbung, die Regel beschreibt also eher den Herbst, der hinter uns liegt, als den Winter, der vor uns liegt.
Erst Dauerregen, dann rauscht das Sturmtief heran
Am Mittwoch breitet sich von Westen her Regen über Deutschland aus, bei Höchstwerten zwischen 8 und 16 Grad. Am Donnerstag entsteht dann über dem Atlantik ein neues Tief, das sich rasant verstärkt. In der Nacht zum Freitag erreicht es einen Kerndruck von knapp unter 980 Hektopascal.
An der Nordsee sind schon am Donnerstag Böen der Stärke 8 bis 9 möglich. Am Freitag zieht das Sturmfeld über die Westhälfte, dort drohen stürmische Böen, auf den Bergen und in freien Lagen auch Sturmböen.
Warum volle Bäume jetzt zur Falle werden
Genau hier wird die alte Regel plötzlich brandaktuell. Eine belaubte Krone wirkt bei Sturm wie ein riesiges Segel. Die Kraft, die der Wind auf den Baum ausübt, wächst nicht einfach mit, sondern mit dem Quadrat der Windgeschwindigkeit. Kommt dann noch Regen dazu, werden die Kronen schwer, der aufgeweichte Boden gibt nach.

Das ist ein Warnsignal, aber nicht für den Winter, sondern für Freitag. Äste können abbrechen, ganze Bäume umstürzen, und das schon bei Windstärken, die im Winter kaum Schäden anrichten würden. Für Straßen, Bahnstrecken und Oberleitungen ist das ein echtes Risiko.
Am Wochenende könnte der nächste Schlag folgen
Damit nicht genug. Nordwestlich von Irland rechnen die Modelle bereits ein weiteres, sehr tiefes Tief. Es könnte ausgerechnet in der Nacht zum Sonntag, wenn die Uhren auf Winterzeit umgestellt werden, unser Wetter erreichen. Wie stark es ausfällt, ist aber noch offen.
Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Gartenmöbel, Trampoline und Blumenkübel sichern, das Auto nicht unter großen Bäumen parken und bei Sturm den Wald meiden. Bahnfahrer sollten vor der Abfahrt einen Blick auf mögliche Störungen werfen.
Kommt jetzt wirklich der knallharte Winter?
Und was ist nun mit dem bitteren Winter, den die Bauernregel ankündigt? Die meisten Langfristtrends zeigen derzeit eher einen milden Start in die kalte Jahreszeit. Ende Oktober sind erste Kaltluftvorstöße zwar ganz normal, in den Hochlagen kann auch schon der erste Schnee fallen.
Ein Freifahrtschein ist das trotzdem nicht. In klaren Nächten droht immer häufiger Bodenfrost, morgens kann es auf Brücken glatt werden. Wer die Winterreifen noch nicht drauf hat, sollte das jetzt erledigen, ganz egal, was die alten Sprüche sagen.