Heftiger Wintereinbruch in Bayern! Ein halber Meter Neuschnee in München! Wie kam es zu diesen Schneemassen?

Ungewöhnlich starke Schneefälle wie seit 20 Jahren nicht mehr haben Teile von Bayern lahmgelegt. Dabei fielen in und rund um München über Nacht bis zu einem halben Meter Neuschnee. Der Bahnverkehr steht still und auch am Flughafen geht bis auf weiteres nichts mehr! Wie kam es zu dieser brisanten Wetterlage?

Wintereinbruch
Bis zu einem halben Meter Neuschnee gab es über Nacht in München

Starke Schneefälle legten den Süden Bayerns teilweise lahm. Im Großraum München wurde der Fernverkehr der Bahn komplett eingestellt und auch am Flughafen in München ging nichts mehr. Bis Sonntag um 6 Uhr ist der Flugbetrieb komplett eingestellt worden.

Über Nacht ein halber Meter Schnee

Über Nacht fielen in der bayerischen Hauptstadt bis zu einem halben Meter Schnee. Die Station München-Stadt (515m) vom Deutschen Wetterdienst (DWD) meldete am Samstagmittag um 12 Uhr eine Schneehöhe von 44 Zentimetern, Tendenz steigend.

Dabei kam es zu zahlreichen witterungsbedingten Unfällen und Verkehrsbehinderungen im Straßenverkehr. Lastwagen und Autos blieben teilweise in den Schneemassen stecken. In München stand auch der gesamte Öffentliche Nahverkehr still. Es fuhren zeitweise weder Busse, noch Straßenbahnen oder U-Bahnen.

Doch nicht nur der Großraum München ist von den massiven Schneefällen betroffen. Der gesamte Süden und Südosten Bayerns, sowie die klassischen Staulagen in den österreichischen und schweizerischen Nordalpen haben jede Menge Neuschnee abbekommen.

In Garmisch-Partenkirchen lagen am Samstag um 12 Uhr genau 50 Zentimeter der weißen Pracht, in Oberstdorf im Allgäu sogar 78 cm. Noch mehr Schnee gab es in den klassischen Staulagen der Nordalpen, die schon in den vergangenen Wochen mehrmals große Neuschneemengen verzeichnen durften.

In Mittelberg (1215m) im Kleinwalsertal liegen mittlerweile 117 Zentimeter und in Schröcken am Arlberg (1260m) sogar 133 Zentimeter Schnee (gemessen Samstag 12 Uhr). Dabei ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht! Denn es schneit weiter und so werden bis Sonntagmorgen am Alpenrand noch weitere 10-30 Zentimeter Neuschnee erwartet.

Brisante Wetterlage

Verantwortlich für diese großen Niederschlagsmengen war eine brisante Wetterlage, in der sich zwischen Nord- und Südeuropa größere Temperaturgegensätze aufbauten. Das Tief ROBIN über dem Mittelmeer steuerte subtropische Warmluft nach Norden, während das Tief OLIVER über dem Baltikum polare Kaltluft Richtung Süden brachte.

Entlang dieser quasi stationären Frontalzone kam es zu kräftigen und länger anhaltenden Niederschlagen. Hier war auch der Bereich der größten Temperaturgegegensätze und so fiel der Niederschlag auch nicht überall bzw. durchweg als Schnee.

Südlich der Frontalzone, also auf der warmen Seite, fiel der Niederschlag bis in die hohe Lagen als Regen, nördlich davon bis in die Niederungen als Schnee. Im Übergangsbereich kam es vorübergehend sogar zu Eisregen!

Auch in München ging der Niederschlag am Freitag in Regen über und auch in den Alpen regnete es vorübergehend bis in die Hochlagen. Erst zum Abend verlagerte sich die Frontalzone langsam südwärts und die Schneefallgrenze sank mit der einfließenden Polarluft wieder bis in die Niederungen. Das Schneespektakel nahm seinen Lauf!

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