Frühjahrsmüdigkeit: Was dahintersteckt und wie man sie bekämpft

Die Sonne scheint, doch wir fühlen uns schlapp. Was hinter Frühjahrsmüdigkeit steckt und wie Sie jetzt neue Energie tanken.

Wenn die Temperaturen steigen packt viele die Frühjahrsmüdigkeit (Foto: Adobe Stock)

Endlich hellere Tage, erste Sonnenstrahlen, Cafés stellen die Stühle raus und das Leben nimmt wieder Fahrt auf. Und trotzdem fühlen sich viele wie nach einer durchwachten Nacht. Der Wecker klingelt, aber der Körper bleibt im Wintermodus. Frühjahrsmüdigkeit trifft Millionen Menschen weltweit und sie kommt genau dann, wenn wir eigentlich durchstarten wollen. Doch was steckt wirklich dahinter? Und vor allem: Wie kommen wir aus dem Energietief?

Der Körper ist im Frühjahr im Ausnahmezustand

Was viele unterschätzen: Der Jahreszeitenwechsel ist für unseren Organismus eine Umstellung, denn die Hormonumstellung ist nicht ganz ohne. Im Winter dominiert das Schlafhormon Melatonin. Mit zunehmendem Tageslicht fährt der Körper die Produktion zurück und steigert die Ausschüttung von Serotonin. Diese hormonelle Neujustierung braucht Zeit und macht uns vorübergehend schlapp. Was auch dafür sorgt, dass der Kreislauf bei steigenden Temperaturen schwächelt. Dann nämlich erweitern sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt schneller ab und Müdigkeit, Schwindel und Konzentrationsprobleme können die Folge sein.

Der Stoffwechsel läuft noch nicht auf Hochtouren

Wenig Sonne in den kalten Monaten bedeutet eben auch oft einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel. Dazu kommt die eher schwere und reichhaltige Ernährung im Winter. Das Ergebnis? Der Stoffwechsel läuft nicht auf Hochtouren. Kurz gesagt: Während draußen alles aufblüht, arbeitet unser Körper hinter den Kulissen an einem kompletten Neustart. Und dafür gibt es typische Anzeichen wie Antriebslosigkeit trotz ausreichend Schlaf, Gereiztheit oder Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme sowie der Heißhunger auf Süßes.

Der Frühjahrsmüdigkeit aktiv gegensteuern

Die beste Strategie ist nicht Rückzug, sondern sanfte Aktivierung mit Licht als Medizin. Auch wenn die Frühjahrsmüdigkeit kein Krankheitsbild ist, sondern eine vorübergehende Anpassungsreaktion. Wer täglich mindestens 30 Minuten an der freien Luft verbringt, hilft der inneren Uhr dabei, wieder schneller in den Takt zu finden. Außerdem kurbelt moderate Bewegung den Stoffwechsel an. Dazu leichte und vitaminreiche Koste aus viel Rohkost, hochwertigem Eiweiß und ausreichend Wasser. Wechselduschen oder Kneipp-Anwendungen unterstützen den Körper ebenfalls im Kampf gegen den Frühjahrsmüdigkeit. Nur wenn die Müdigkeit über mehrere Wochen anhält oder starke Niedergeschlagenheit dazukommt, sollten mögliche Ursachen wie Eisenmangel, Schilddrüsenstörungen oder depressive Episoden ärztlich abgeklärt werden.

Die gute Nachricht: Es wird besser

Generell kann man wohl sagen, dass der Körper gerade in der Umstellung von Winter auf Frühling Großes leistet. Und die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Einladung dazu, sein Leben wieder neu auszurichten.