Flip-Flops im Sommer: Wann die luftigen Schuhe den Füßen schaden
Flip-Flops sind bequem, leicht und für viele aus dem Sommer nicht wegzudenken. Wer allerdings über längere Zeit ausschließlich in den Zehensandalen unterwegs ist, kann seinen Füße durchaus damit schaden.

Kaum ein anderer Schuh steht so sehr für warme Tage wie der Flip-Flop. Schnell hineingeschlüpft, leicht am Fuß und ideal für Strand, Freibad oder einen kurzen Weg durch die Stadt. Doch die luftigen Zehensandalen haben auch eine Kehrseite: Wer sie dauerhaft trägt, fordert seine Füße auf eine Weise, die langfristig problematisch werden kann.
Fehlende Fersenfixierung belastet die Sehnen
Das zentrale Problem der beliebten Sommerschuhe liegt laut Dr. Mathias Schettle, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, an der fehlenden Stabilisierung der Ferse. "Der entscheidende Nachteil von Flip-Flops ist die fehlende Fixierung der Ferse", erklärt der Mediziner gegenüber der "Bild"-Zeitung. Wer die Schuhe monatelang trägt, kann dadurch seine Beugesehnen reizen. "Zunächst drohen Reizzustände der Beugesehnen. Als Folge dessen können sich die Sehnen dauerhaft verkürzen, was schließlich zur Bildung von Krallenzehen führen kann.
Der Prozess entwickelt sich langsam
Krallenzehen entstehen nicht plötzlich. Nach Angaben des Orthopäden handelt es sich um einen langsamen Prozess, der zunächst nicht unbedingt Schmerzen verursacht. Ist der Zeh jedoch dauerhaft gekrümmt, lässt sich die Veränderung nicht einfach rückgängig machen. Für das fortgeschrittene Stadium formuliert Schettle deshalb: "einmal krumm bleibt krumm". Dann kann eine Operation notwendig werden. Ob nur zwei Zehen oder alle vier kleinen Zehen betroffen sind, hängt unter anderem vom individuellen Gangbild ab.

Eine Urlaubswoche ist unproblematisch
Komplett auf Flip-Flops verzichten müssen Menschen mit gesunden Füßen trotzdem nicht. Schettle ist kein grundsätzlicher Gegner der Schuhe, sondern empfiehlt, sie "in Maßen" zu tragen. Eine Urlaubswoche, in der man Flip-Flops trägt, sei "bei gesunden Füßen kein Problem". Das gelte ebenso für Kinder. Entscheidend ist demnach, die Zehensandalen nicht über den gesamten Sommer zum Standardschuh zu machen.
Bei Fußfehlstellungen steigt das Risiko
Vorsichtiger sollten Menschen mit einem Knick-Senk-Spreizfuß sein. Bei dieser Fehlstellung ist das Quergewölbe des Fußes nicht oder nicht mehr ausreichend ausgebildet. Dadurch versuchen die Zehen, Stabilität herzustellen: "Es veranlasst die Zehen zu einer krallenden Kompensationsbewegung, um eine Art Gewölbe herzustellen." Schettle zufolge sind die Zehen bei Betroffenen dadurch "ohnehin schon in eine Richtung gezogen, die Richtung Krallenzehen geht". Flip-Flops können diese Entwicklung fördern. Eine Operation kommt vor allem infrage, wenn mechanische Beschwerden entstehen, etwa schmerzhafte Hühneraugen.
Fersenriemen sind die bessere Wahl
Wer seine Füße entlasten möchte, sollte regelmäßig die Beugesehnen dehnen. Noch günstiger sind Sandalen mit Fersenriemen. Sie verhindern, dass die Zehen den Schuh ständig festhalten müssen. Dadurch entfallen die unnatürliche muskuläre Anspannung und das krampfhafte Greifen der Zehen. Flip-Flops bleiben damit ein gelegentlicher Begleiter – aber besser nicht als Dauerschuh.
Artikelreferenz
Bild.de. Deshalb sollten Sie nicht dauernd Flip-Flops tragen.