Gletscherwanderungen: 4 Reiseziele in Südamerika, die aussehen, als kämen sie direkt aus einem Märchen
Die Erkundung der gewaltigen Gletscher Südamerikas ist weit mehr als nur eine Wanderung. Diese Reisen versprechen atemberaubende Landschaften, unvergessliche Abenteuer und einige der spektakulärsten Eislandschaften der Welt. Hier sind vier unvergessliche Gletschererlebnisse.

Gletscher sind weit mehr als nur gefrorene Wassermassen; sie sind dynamische Gebilde und lebendige Überbleibsel der Eiszeiten. Eine Wanderung über sie bietet eine einzigartige Gelegenheit zu verstehen, wie Temperaturschwankungen und jahrtausendelange Schneefälle die Landschaften der Erde geprägt haben.
Diese unberührten, extremen Ökosysteme bilden eine Kulisse wie aus einem Märchenbuch. Hoch aufragende blaue Eiswände, tiefe Gletscherspalten und Gletscherschmelzwasserbäche prägen eine Landschaft, die sich ständig verändert und in der man die Kraft der Natur in jedem Riss und jedem Knacken des kompakten Eises spüren kann.
Im Folgenden stellen wir vier der spektakulärsten Gletscher des Kontinents vor, die man zu Fuß erkunden kann, und lüften dabei die Geheimnisse des bemerkenswerten Gletschererbes Südamerikas.
Perito-Moreno-Gletscher (Argentinien)
Dieser 250 Quadratkilometer (97 Quadratmeilen) große Gigant liegt im Nationalpark Los Glaciares in der argentinischen Provinz Santa Cruz und zählt zu den faszinierendsten glaziologischen Wundern der Welt sowie zu den schönsten Landschaften im Süden Argentiniens.
Er erstreckt sich vom südlichen patagonischen Eisfeld bis zum südlichen Ende des Lago Argentino. Der Gletscher selbst bedeckt eine Fläche, die größer ist als die gesamte Stadt Buenos Aires.

Er ist die Hauptattraktion des Nationalparks und am einfachsten von der Stadt El Calafate aus zu erreichen. Besucher können an geführten Gletscherwanderungen wie dem „Minitrekking“ oder dem anspruchsvolleren „Big Ice“-Abenteuer teilnehmen, bei denen sie mit Steigeisen und Helmen über das feste Eis des Gletschers wandern. Das ist wirklich ein einmaliges Erlebnis.
Die Gegend verfügt zudem über ein ausgedehntes Netz gut angelegter Aussichtsstege sowie über ein neueres Angebot an Nachtführungen bei Vollmond. Dieses bemerkenswerte visuelle und akustische Erlebnis ermöglicht es den Besuchern, die ständige Bewegung des Gletschers zu hören und in der Stille Patagoniens die immense Kraft seiner Eisfälle mitzuerleben.
Viedma-Gletscher (Argentinien)
Der Viedma-Gletscher liegt ebenfalls in der Ökoregion „Patagonischer Wald“ und befindet sich in der Nähe von El Chaltén, einem der weltweit beliebtesten Reiseziele für Bergwanderungen.
Mit einer Fläche von 977 Quadratkilometern (377 Quadratmeilen) und einer 2,5 Kilometer (1,6 Meilen) breiten sowie etwa 50 Meter (164 Fuß) hohen Eisfront ist er der größte Gletscher im Nationalpark Los Glaciares und der längste Gletscher Südamerikas.

Aufgrund seines raschen Rückgangs ist das Wandern auf dem Gletscher seit 2017 nicht mehr möglich, da er stark geomorphologisch instabil ist und sich die Eismasse von den umgebenden Felswänden gelöst hat. Besucher können diese spektakuläre Landschaft jedoch weiterhin bei Bootsausflügen erleben, die vom Hafen Bahía Túnel aus starten.
Die heutigen wissenschaftlichen und touristischen Exkursionen beinhalten Landungen auf Felsvorsprüngen, von denen aus die Besucher eines der markantesten Merkmale des Gletschers beobachten können: dunkle Streifen, die sich durch das blaue Eis ziehen und durch Schichten von Vulkanasche entstanden sind, die sich über Jahrtausende hinweg im Gletscher abgelagert haben. Ein wahrhaft unvergesslicher Anblick.
Condoriri (Bolivien)
Condoriri liegt in der bolivianischen Cordillera Real, etwa 60 Kilometer (37 Meilen) von La Paz entfernt, und ist ein Hochgebirgsgebiet, das erfahrenen Wanderern mit ausgezeichneter körperlicher Verfassung vorbehalten ist. Die gesamte Route verläuft in Höhenlagen von deutlich über 4.000 Metern (13.100 Fuß) über dem Meeresspiegel.

Das Hauptbasislager liegt am Ufer der vereisten Chiar-Khota-Lagune, dem Ausgangspunkt für Gletscherexpeditionen. Die klassische Route erfordert drei Tage intensives Wandern in dünner Luft mit deutlich reduziertem Sauerstoffgehalt.
Als Belohnung erwartet einen ein atemberaubender Panoramablick auf die zentralen Anden. Von den hohen Moränen aus können Wanderer die schneebedeckten Gipfel des Huayna Potosí und des Illimani sowie die weiten Gewässer des Titicaca-Sees deutlich erkennen.
Torres del Paine (Chile)
Der Nationalpark Torres del Paine liegt an der Westseite der chilenischen Anden und ist ein UNESCO-Biosphärenreservat, das rund 227.000 Hektar vielfältiger Ökosysteme schützt. Die Landschaft wird von spektakulären Granitmassiven geprägt, deren zentrale Gipfel eine Höhe von bis zu 2.850 Metern (9.350 Fuß) erreichen.

Im Gegensatz zu den Gletschern im Osten Patagoniens erfordert die Erkundung dieser Region anspruchsvolle mehrtägige Wanderungen. Der berühmte W-Circuit erstreckt sich über mehr als 80 Kilometer (50 Meilen) und dauert etwa fünf Tage; dabei durchquert man Steppenlandschaften und dichte südliche Wälder und wandert an gewaltigen Gletscherfronten entlang.
Das äußerst unvorhersehbare Wetter in dieser Region macht eine sorgfältige Planung unerlässlich. Aufgrund der sich rasch ändernden Bedingungen und der starken Temperaturschwankungen ist es von entscheidender Bedeutung, geeignete Funktionskleidung mitzuführen und vor dem Aufbruch die lokalen Wettervorhersagen sorgfältig zu prüfen.
Reference
Luísa Knaak. 4 Places to Go Trekking Through Icy Landscapes in South America.