Kinder-Orthopädin schlägt Alarm: 65 Prozent der deutschen Kids tragen falsche Schuhe

Lustige Motive, bunte Farben und blinkende Lichter: Wenn es um die Schuhe ihrer Kinder geht, sollten Eltern nicht nur auf die Optik achten. Das hat dramatische Folgen!

Mehr als die Hälfte aller Kinder in Deutschland trägt zu kleine, zu enge oder schlecht sitzende Schuhe – das zeigen verschiedene Studien zur Fußgesundheit bei Kindern. Eine bundesweite Untersuchung ergab, dass rund zwei Drittel der Kinder Straßenschuhe tragen, die nicht richtig passen. Von über 8.000 untersuchten Kindern hatten 65 Prozent zu kurze Straßenschuhe an, und auch bei Hausschuhen zeigte sich ein ähnliches Bild: Hier trug die Mehrheit der Kinder Schuhe, die deutlich zu klein waren – teilweise sogar mehrere Größen.

"Ungeeignetes Schuhwerk kann das Wachstum negativ beeinflussen"

Fachleute warnen, dass dauerhaft zu kleine Schuhe das Risiko für Fußfehlstellungen und andere gesundheitliche Probleme erhöhen. Dafür gibt es mehrere Gründe: etwa eine fehlerhafte Größenmessung, falsche Beratung oder Missverständnisse zwischen Eltern und Kindern. Manchmal wird auch ein Modell gewählt, das zwar ein Lieblingsmotiv zeigt, aber nicht richtig passt. Diese Fehlentscheidungen beim Schuhkauf können langfristige gesundheitliche Folgen haben. "Ungeeignetes Schuhwerk kann das natürliche Wachstum und die körperliche Entwicklung negativ beeinflussen. Zudem können wichtige Verbindungen zwischen dem zentralen Nervensystem und Muskeln in ihrer Funktion erheblich eingeschränkt werden", so Dr. med. Caroline Werkmeister, Fachärztin für Orthopädie und Sportmedizin. Die Expertin erklärt weiter: "Falsche Modelle können Knickfüße begünstigen, Beinfehlstellungen und erhöhen das Risiko von Verletzungen, da die motorischen und sensomotorischen Fähigkeiten beeinträchtigt werden." Zustimmung erhält sie von Dulma Clark, selbst Mutter und Leiterin der Markenpartnerschaften sowie der Livebarefoot Foundation bei Vivobarefoot. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, Eltern aufzuklären: Etwa über richtiges Messen, Auswahlkriterien bei der Schuhwahl und Alternativen für Tage, an denen es nicht möglich ist, barfuß unterwegs zu sein.

Barfuß gegen Plattfuß: Was Kinderfüße wirklich brauchen

Welche Vorteile Barfußgehen für Sprösslinge hat, zeigt eine Vergleichsstudie aus Südafrika deutlich. Für die Untersuchung wurden 810 Kinder und Jugendliche aus Südafrika – wo Barfußgehen weit verbreitet ist – mit Gleichaltrigen aus Deutschland verglichen, die überwiegend festes Schuhwerk tragen. Das Ergebnis zeigte deutlich, dass Kinder, die regelmäßig auf bloßen Sohlen unterwegs sind, wesentlich seltener an Plattfüßen oder Zehenfehlstellungen leiden – unabhängig vom kulturellen oder sozialen Hintergrund. Dr. Caroline Werkmeister kennt die medizinische Ursache dafür. "Passende Schuhe für die Kleinsten sind so wichtig, da sie anatomische als auch motorische Auswirkungen auf den gesamten Körper haben. Bei Babys und Kleinkindern sind die Knochen, Bänder und Muskulatur noch weich und formbar. Werden diese in zu feste oder falsch sitzende Treter gezwängt, verformt sich unter Umständen der ganze Fuß." Das hat schmerzhafte Konsequenzen für den gesamten Rumpf. "Durch zu enge oder zu steife Schuhe wird bereits in jungen Jahren der ganze Körper unfunktionell belastet. So kann es zu einer Fehlentwicklung kommen, die sich später auch auf Knie, Hüfte oder Rücken auswirken kann." Damit sich die Füße der Jüngsten so natürlich wie möglich entwickeln können, empfiehlt Dr. Werkmeister, sie so viel wie möglich barfuß gehen zu lassen.

Schmerzfreies Gehen: Die richtige Messung macht's

Doch wie können Eltern beim Kauf auf die richtige Messung achten? Dr. Werkmeister empfiehlt folgende Herangehensweise: "Den Fuß im belasteten Zustand (stehend) auf Papier umranden und vom hinteren Fersenpunkt bis zur längsten Zehe messen – das muss nicht die Großzehe sein. Anschließend mithilfe eines Schuhinnenmaßbands die tatsächliche Innenlänge kontrollieren. Wichtig bleibt: regelmäßig messen – denn Kinderfüße wachsen oft sprunghaft." Bei der Wahl der Schuhe für die Kleinsten sollten Eltern unbedingt auf folgende Details achten: "Keine Höhendifferenz zwischen Ferse und Vorfuß, eine biegsame Sohle und ausreichend Platz in der Breite, die der natürlichen Form des Fußes entspricht. Zudem sollte das Material weich, anpassungsfähig und atmungsaktiv sein", erklärt die Orthopädin. Um den Kindern eine Freude zu bereiten, greifen Eltern schnell einmal zu Modellen, auf denen die Lieblingscomics abgebildet sind. Manchmal stellt sich dann der Kauf des Lieblingsschuhs aber leider als Bewegungseinschränkung für das Kind heraus. Dass beides kombinierbar ist und Kids in modischen Designs mit genug Spielraum die Welt erkunden können, weiß Dulma Clark.

Natürliche Bewegung im Alltag – auch mit Schuhen möglich

Doch was tun, wenn es keine Option ist die Schuhe wegzulassen? In solchen Fällen bieten spezielle Barfußschuhe eine sinnvolle Alternative. Sie stärken die Fußmuskulatur, fördern die motorische Entwicklung und aktivieren sensorische Reize – wichtig für Balance, Koordination und Körperwahrnehmung. "Durch die flexible, dünne Sohle bleibt das natürliche Bewegungsgefühl auch bei kühlem Wetter oder unebenem Untergrund erhalten", erklärt Dulma Clark. Sie verweist auf Barfußschuhe wie die von Vivobarefoot: Sie bieten ausreichend Platz, ermöglichen freie Zehenbewegung und sorgen gleichzeitig für Halt im Alltag. Ob beim Spielen, Klettern oder auf dem Weg zur Schule – entscheidend ist, dass Kinder sich frei und sicher bewegen können. "Die neue Kinderkollektion von Vivobarefoot umfasst eine vielfältige Auswahl an Designs für alle Altersgruppen – vom verspielten Mini-Me-Sortiment bis hin zur robusten Outdoor-Kollektion für ältere Kinder – und das alles, ohne die natürliche Fussform einzuschränken", so Clark abschließend.