Schon hitzefrei in der ersten Schulwoche? 58.400 I-Tüpfelchen starten heute – und Hessen steuert auf bis zu 39 Grad zu

Für 58.400 Kinder in Hessen heißt es heute: Erster Schultag. Und das mitten in der nächsten Hitzewelle: Bis Freitag drohen bis zu 39 Grad. Damit wird ausgerechnet in der ersten Schulwoche die enorme Wärmebelastung für Kinder, Eltern und Schulen zu einer weiteren Herausforderung.

Erste Schulwoche und gleich der Hitze-Hammer: 58.400 I-Tüpfelchen starten – Hessen steuert auf bis zu 39 Grad zu
Erste Schulwoche und gleich der Hitze-Hammer: 58.400 I-Tüpfelchen starten – Hessen steuert auf bis zu 39 Grad zu

Großer Tag für rund 58.400 Kinder in Hessen: An diesem Dienstag beginnt für viele von ihnen die Schulzeit. Schultüte, neuer Ranzen, fremde Gesichter und ein völlig neuer Tagesablauf – aufregender könnte eine Woche für die I-Tüpfelchen kaum sein.

Doch ausgerechnet während ihrer ersten Schultage meldet sich der Hochsommer mit voller Kraft zurück.

Heute ist die große Hitze allerdings noch nicht überall angekommen. Deutschland steckt in einem bemerkenswerten Temperaturkontrast: Während im Norden vergleichsweise kühle Meeresluft liegt, hält sich im Süden die sommerlich warme bis heiße Luft.

Gleichzeitig gewinnt Hoch RALF zunehmend die Oberhand. Regen wird damit zur Ausnahme, die Luft trocknet ab und über weiten Teilen des Landes übernimmt die Sonne- zum Teil auch wieder gnadenlos.

Die Hitze arbeitet sich zurück nach Norden

Ab Mittwoch beginnt sich das Temperaturbild deutlich zu verändern. Der Schwerpunkt des Hochs zieht weiter nach Osten. Damit dreht sich auch die Luftmassenzufuhr für Deutschland: Sehr warme Luft kann sich wieder weiter nach Norden ausbreiten.

Wie kräftig dieser Vorgang ausfällt, zeigt der Blick in etwa 1.500 Meter Höhe. Dort werden im Südwesten am Mittwoch bereits rund 20 Grad erwartet. Am Boden sind deutschlandweit 26 bis 35 Grad möglich. Die höchsten Temperaturen konzentrieren sich zunächst auf den Südwesten.

Noch hilft die trockene Luft während der Nacht: Bei klarem und wolkenlosen Himmel kann viel Wärme wieder ausgestrahlt werden. Deshalb fallen die Temperaturen in der Nacht zum Donnerstag verbreitet auf 16 bis 8 Grad. Danach wird allerdings auch die nächtliche Erholung schwieriger.

Bis zu 37 Grad – und dann kommt der Freitag

Am Donnerstag erreicht die Hitze immer größere Teile Deutschlands. Fast ungestörter Sonnenschein und die immer wärmere Luftmasse treiben die Höchstwerte auf 27 bis 37 Grad. Damit steigt auch die Wärmebelastung erheblich.

Noch eine Stufe heißer könnte es am Freitag werden. Dann werden in rund 1.500 Metern Höhe bereits etwa 18 Grad im Norden und bis zu 23 Grad im Süden berechnet. Unter kräftiger Augustsonne sind am Boden 29 bis 39 Grad möglich.

Und auch die Nächte reagieren: In Ballungsräumen im, wie zum Beispiel im Rhein-Main-Gebiet, wird es in der Nacht zum Samstag stellenweise nicht mehr unter 20 Grad abkühlen.

Für Schulanfänger werden die ersten Tage zur Belastungsprobe

Gerade für die jüngsten Schülerinnen und Schüler werden die kommenden Tage zur Belastungsprobe. Das Hessische Kultusministerium macht darauf aufmerksam, dass Kinder und Jugendliche empfindlicher auf hohe Temperaturen reagieren.

Schulen sollen deshalb ihren Tagesablauf an die Hitze anpassen.

Viel trinken, die morgendliche Kühle für die Klassenräume nutzen und die Belastung durch Sonne und körperliche Aktivitäten möglichst gering halten, gehören zu den empfohlenen Schutzmaßnahmen.

Hitzefrei schon in der ersten Schulwoche?

Ob tatsächlich hitzefrei gegeben wird, lässt sich aus der Temperaturprognose allein nicht ableiten. Fest steht aber: Donnerstag und vor allem Freitag fallen mitten in eine ausgeprägte Hitzephase.

Danach könnte die Wetterküche grundlegend umgebaut werden. Ab Samstag gelangt zunehmend feuchtere Luft nach Deutschland. Gleichzeitig steckt noch enorme Energie in der aufgeheizten Atmosphäre: Bis zu 2000 J/kg MU-CAPE werden berechnet. Damit steigt das Risiko kräftiger Gewitter mit Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen deutlich an.

Zu Beginn der kommenden Woche verdichten sich schließlich sogar die Signale für den langersehnten Landregen! Nach der extrem trockenen Hochdruckphase wäre das eine bemerkenswerte und erlösende Veränderung.

Artikelreferenz

Hessen Kultus. (abgerufen am 11.08.2026). Empfehlungen zum Umgang mit Hitze an Schulen.