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Dürre-Erleichterung? Regenreichster September seit 2001 in Deutschland!

Nach einem Sommer, den man kurz als "zu heiß, zu sonnig, zu trocken" zusammenfassen kann, brachte der September insbesondere in der Mitte und im Süden Deutschlands viel Niederschlag. Nur ein Tropfen auf dem heißen Stein oder ist die Dürreperiode damit beendet?

Regen, Landwirtschaft
Nach monatelanger Trockenperiode brachte der September vielerorts endlich Regen. Für die Landwirtschaft kommt das leider zu spät.

Tagelang Temperaturen jenseits der 30°C Marke, unzählige Stunden Sonnenschein und kaum Schlechtwettertage. Der Sommer (Juni, Juli, August) 2022 war einer der wärmsten in Mitteleuropa. An der Station Mannheim wurde 46 mal die 30°C Marke überschritten, die 25°C Marke gar 75 mal. Nur an 17 Tagen erreichte das Quecksilber den für einen Sommertag erforderlichen Schwellwert nicht. Nicht verwunderlich also, dass alle drei Sommermonate um 1.5 bis 3.5°C über dem klimatologischen Durchschnitt (1981-2010) lagen.

Fehlende Niederschläge sorgten für eine Verschärfung der ohnehin schon ausgeprägten Dürresituation. Darunter litt vor allem die Agrarwirtschaft, im Juli und August kam es deutschlandweit vermehrt zu Waldbränden. Besonders stark betroffen waren hier die Bundesländer Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Viel Regen im September

Im September wendete sich das Blatt zumindest für einige Teile Deutschlands. Mehrfach sorgten Tiefdruckgebiete wie Queenie oder Reili dafür, dass Polarluft aus Norden direkt nach Deutschland gelenkt wurde. Die Folge: Kühle Temperaturen und Radarbilder wie Streuselkuchen. Insbesondere in der Mitte und im Süden Deutschlands kam es aber nicht nur zu wiederholten Schauern - hier sorgte ergiebiger Dauerregen dafür, dass die Niederschlagsbilanz des Jahres 2022 kräftig aufpoliert wurde, so wie hier am 13. und 14. September:

Langanhaltender Regen ist für unseren Erdboden besonders wichtig. Schauer oder Gewitter werfen oft sehr viel Wasser in sehr kurzer Zeit ab - ein großer Teil davon dringt dann gar nicht in den Erdboden ein, sondern fließt davor schon ab. Bei langanhaltendem Regen mit moderater Intensität kann das Wasser dagegen auch bis in die Tiefe des Erdbodens eindringen.

Regenrekord im Süden - weiterhin trocken im Nordosten

Wie so oft bei Niederschlägen war auch im September 2022 die Verteilung sehr ungleich. Im Süden und Westen kamen vielerorts 200% oder mehr der üblichen Septembermenge zusammen. Der Nordosten Deutschlands dagegen bleibt weiterhin im Trockenen sitzen.

An der Wetterstation in Mannheim wurde im September gar ein neuer Rekord aufgestellt. Mit 145.9 mm fiel hier so viel Niederschlag wie noch nie zuvor in einem September. Zum Vergleich: In den Sommermonaten Juni, Juli, August kamen akkumuliert nur 95.3 mm zusammen.