Der Exoplanet TOI-1452 b, der etwa 100 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, gilt als Ozeanwelt

TOI-1452 b ist ein Exoplanet, der etwa 70 Prozent größer ist als die Erde und als aussichtsreicher Kandidat für eine Ozeanwelt gilt. Wissenschaftler vermuten, dass seine Ozeane eine Tiefe von mehreren hundert Kilometern erreichen könnten.

Diese künstlerische Darstellung zeigt das mögliche Aussehen von TOI-1452, einer potenziellen Wasserwelt mit fast der fünffachen Masse der Erde, wobei ihre Größe und ihr Radius mit denen der Erde verglichen werden. Quelle und Autor: Martin Vargic / Halcyonmaps.
Diese künstlerische Darstellung zeigt das mögliche Aussehen von TOI-1452, einer potenziellen Wasserwelt mit fast der fünffachen Masse der Erde, wobei ihre Größe und ihr Radius mit denen der Erde verglichen werden. Quelle und Autor: Martin Vargic / Halcyonmaps.

TOI-1452 b ist ein faszinierender Super-Erde-Exoplanet, der 2022 entdeckt wurde und sich etwa 100 Lichtjahre entfernt im Sternbild Draco befindet. Mit einer Größe, die etwa 70 Prozent größer ist als die der Erde, gilt er als aussichtsreicher Kandidat für eine Ozeanwelt, da seine geringe Dichte darauf hindeutet, dass bis zu 30 Prozent seiner Masse aus Wasser bestehen könnten.

Die Besonderheiten dieses außergewöhnlichen Planeten

TOI-1452 b ist ein Exoplanet, der sich etwa 100 Lichtjahre von der Erde entfernt befindet und einen Roten Zwerg umkreist. Obwohl er nur geringfügig größer ist als unser Planet, scheint sich seine Beschaffenheit grundlegend von der unseren zu unterscheiden. Aktuelle Beobachtungen deuten darauf hin, dass es sich um eine echte Ozeanwelt handeln könnte, die vollständig von Wasser bedeckt ist und weder Kontinente noch freiliegendes Land aufweist.

Auf der Erde bedeckt Wasser etwa 70 Prozent der Oberfläche, macht jedoch weniger als 1 Prozent der Gesamtmasse des Planeten aus. Im Gegensatz dazu könnte Wasser auf TOI-1452 b bis zu 30 Prozent seiner Masse ausmachen, was auf eine völlig andere innere Struktur hindeutet.

Diese riesige Wassermenge würde nicht nur riesige Ozeane bilden, sondern auch extreme Tiefen, die möglicherweise Hunderte von Kilometern erreichen. Unter solchen Bedingungen steigt der Druck dramatisch an, und Wasser verhält sich auf ungewöhnliche Weise. In den tiefsten Schichten würde es wahrscheinlich exotische Hochdruck-Eisphasen bilden, die selbst bei relativ hohen Temperaturen fest bleiben, während darüber flüssiges Wasser existiert.

Dies deutet auf eine komplexe innere Struktur hin, mit einem weltumspannenden flüssigen Ozean, der über einer dichten Eisschicht liegt und diesen von einem felsigen Kern trennt. Ob Wasser flüssig bleiben kann, hängt weitgehend von der Temperatur und der Zusammensetzung der Atmosphäre ab, die beide vom Mutterstern beeinflusst werden. Da TOI-1452 b einen Roten Zwerg umkreist, herrschen dort möglicherweise ganz andere Bedingungen als auf der Erde, darunter Gezeitenbindung und Schwankungen der Sternstrahlung, was das Klima des Planeten zusätzlich ungewiss macht.

Ozeanwelten wie diese sind in der Astrobiologie von besonderem Interesse, da flüssiges Wasser eine Grundvoraussetzung für Leben, wie wir es kennen, ist. Das Fehlen von Kontinenten und das Vorhandensein tiefer, unter hohem Druck stehender Eisschichten könnten jedoch den chemischen Austausch zwischen dem Ozean und dem felsigen Inneren einschränken – ein Prozess, der für den Erhalt komplexer Ökosysteme auf der Erde unerlässlich ist.

Dennoch erweitern solche Planeten unser Verständnis davon, wo Leben existieren könnte, erheblich und verdeutlichen die Vielfalt potenziell bewohnbarer Umgebungen im Universum. Im Grunde genommen stellt TOI-1452 b ein extremes Szenario dar: eine Welt ohne Küsten, ohne Festland und mit einem endlosen globalen Ozean unter einem fremden Himmel – etwas, das in unserem Sonnensystem keine direkte Entsprechung hat, aber in der Galaxie möglicherweise weit verbreitet ist.