Lausitz: Braunkohle-Tagebau bewirbt sich als Astronomie-Standort

Der Wandel in der Lausitz ist seit Jahren in vollem Gange. Viele neue Formate finden in dem ehemaligen Abbaugebiet großen Zuspruch. Durch das Zentrum für Astrophysik in Görlitz entstand die Möglichkeit für ein Gravitationswellen-Observatorium.

In der Lausitz gibt es vielfältige Projekte, die das Gebiet nach dem Tagebau umwidmen möchten.
In der Lausitz gibt es vielfältige Projekte, die das Gebiet nach dem Tagebau umwidmen möchten.

Aktuell laufen vielversprechende Machbarkeitsstudien. Für die Errichtung des sogenannten Einstein Teleskops bietet die Lausitz eine perfekte Basis.

Die Lausitz hat gleich mehrere Vorteile

Solche Teleskope benötigen viel Raum, Ruhe und vor allem stabilen Boden. Das Teleskop sollte möglichst 200 bis 300 Meter in die Erde gebracht werden. Erst dann kann es verlässliche Gravitationswellen messen. Die Lausitz hat zudem einen großen Vorteil, dass das Gestein aus Granodiorit besteht und somit durch den Gesteinsblock eine Stabilität gibt, die nicht viele Böden aufweisen.

"Jeder weiß, wenn ein Lkw an einem Haus vorbeifährt, fangen die Fensterscheiben an zu wackeln. Doch selbst diese Bewegung ist schon um ein Millionenfaches größer als die Längenänderung, die wir messen wollen.“, so Geophysiker Andreas Rietbrock, der Co-Leiter des Projekts Einstein Telescope.

So ist das Teleskop nicht nur sehr geräuschempfindlich, sondern auch sehr sensibel, was andere Bewegungen und Eingriffe in den Boden angeht.

In der Astronomie gibt es viele verschiende Teleskop-Arten, die alle dazu dienen unseren Planeten und das Weltall besser zu verstehen.
In der Astronomie gibt es viele verschiende Teleskop-Arten, die alle dazu dienen unseren Planeten und das Weltall besser zu verstehen.

Auch Christian Stegmann sieht den neuen Entwicklungen positiv entgegen.

Eine Machbarkeitsstudie macht Hoffnung

Neben Andreas Rietbrock leitet er die Machbarkeitsstudie Einstein Teleskop. Christian Rietmann ist Professor an der Universität Potsdam im Fachbereich Astroteilchenphysik.

„Es ist eine einmalige Möglichkeit, dass wir in Zeiten gucken können, die über 13 Milliarden Jahre her sind und damit die ganze Entwicklung unseres Universums von den Anfängen bis heute ganz neu verstehen können.", erläutert Stegmann.

Nicht zuletzt wird die Machbarkeitsstudie in dem Gebiet durch einen großen Schatz an zuvor gesammelten Daten ergänzt. Aus den Zeiten des DDR-Regimes liegt unglaublich viel Wissen vor. Insgesamt wurden in der damaligen Zeit sogar 34000 Bohrungen durchgeführt.

So kann das Team aus einen Datenschatz von Bergleuten sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zurückgreifen. Etwa 2000 der 34000 Bohrungen können dem Forschungsteam heute weiterhelfen. So konnte sie bereits einen weiteren großen Vorteil gegenüber anderen möglichen Standorten feststellen.

Das Gestein ist bestens geeignet

Das Gestein namens Granodiorit ist neben seiner stabilen und festen Eigenschaft auch noch besonders trocken. So müssen die Forscherinnen und Forscher vermutlich weniger Pumpen installieren.

Diese Pumpen würden anderenfalls wieder die empfindlichen Fühler des Teleskops stören. Schlussendlich wird die Entscheidung für oder gegen ein solches Einstein Teleskops erst 2027 oder 2028 fallen.

Quellenhinweise

MDR.de (2026). Einstein-Teleskop in der Lausitz: Das Flüstern des Urknalls hören. Grossprojekt der Forschung. Naturwissenschaft. Wissen.

TU Dresden. (2026). Das Einstein Telescope: Ein neues Fenster zum Universum. Einstein Telescope Lausitz.

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