Wetterforscher Habermehl fassungslos: „Damit habe ich nun nicht gerechnet!" Winterwetter mitten im Mai

Schnee, Frost, eisige Nordwestluft – die Eisheiligen 2026 schlagen so heftig zu wie seit Jahren nicht mehr. Was sich da am Dienstag zusammenbraut, ist mitten im Mai schlicht eine Ansage.
Was sich da gerade über Deutschland zusammenbraut, ist eine Wetterachterbahn der ganz besonderen Sorte. Am Wochenende noch klettern die Thermometer im Südosten auf bis zu 28 Grad, kurze Hosen raus, Eisdielen voll, Grills an. Und dann? Innerhalb von gerade einmal 48 Stunden kommt der Wetter-Absturz.

Eine eisige Luftmasse aus Nordwesten räumt das Sommerfeeling brutal weg. Der Temperatursturz beträgt stellenweise 18 Grad – und das pünktlich zum Auftakt der Eisheiligen. Pankratius, Servatius, Bonifatius und die kalte Sophie liefern in diesem Jahr genau das ab, was die alte Bauernregel verspricht. Mit voller Wucht.
Schnee am Dienstag bis 700 Meter – mitten im Mai!
Sowohl das amerikanische GFS-Modell als auch das europäische ECMWF zeigen für Dienstagmorgen ein Bild, das man Mitte Mai eigentlich abgehakt hat: Schnee. Und zwar nicht nur in den Hochlagen der Alpen, sondern auch quer durch die deutschen Mittelgebirge.
Ab rund 700 bis 800 Metern mischen sich nasse Flocken unter den Regen, in höheren Lagen ist sogar mit einer kurzzeitig geschlossenen Schneedecke zu rechnen. Schwarzwald, Bayerischer Wald, Harz, Thüringer Wald, Fichtelgebirge, Erzgebirge – überall stehen Wanderer am Dienstag plötzlich im Winter-Wonderland. „Damit habe ich nun nicht gerechnet", sagt ein Wetterforscher fassungslos.
Frost-Alarm: bis -2 Grad am Dienstagmorgen
Doch damit nicht genug. Die Frühwertekarte für Dienstag, 6 Uhr UTC, zeigt grüne Flächen quer durch Deutschland – und Grün steht in diesem Fall für Luftfrost. In Eifel, Hunsrück, Sauerland, Bergischem Land sowie in den Höhenlagen von Rhön, Vogelsberg und Thüringer Wald rutscht das Thermometer in 2 Metern Höhe auf -1 bis -2 Grad.

Astreiner Frost – Mitte Mai eine echte Hausnummer. Wer in einer dieser Regionen wohnt, kratzt am Dienstagmorgen vielleicht sogar Eis von der Windschutzscheibe – und das im Wonnemonat Mai.
Bodenfrost auf Riesenfläche – Winzer und Obstbauern in Sorge
Wo auf der Karte +1 oder +2 Grad in 2 Metern Höhe stehen, ist direkt am Boden mit Bodenfrost zu rechnen. Heißt: Auf einer Riesenfläche zwischen Nordsee und Alpen drohen Werte unter null. Für Winzer entlang von Mosel, Nahe, Rheinhessen und in Franken bedeutet das jetzt eine echte Zitterpartie.
Die Reben treiben aus, die jungen Triebe sind extrem empfindlich. Auch Obstbauern halten den Atem an. „Wenige Stunden bei -2 Grad reichen, um eine ganze Ernte zu beschädigen", warnt ein erfahrener Meteorologe.
Wann ist der Spuk vorbei?
Bis nach dem 15. Mai – also bis nach der kalten Sophie – bleibt das Risiko bestehen. Hobbygärtner sollten Tomaten, Geranien und Basilikum bis dahin keinesfalls ungeschützt rausstellen. Vlies, alte Bettlaken oder Folie können retten, was zu retten ist.
Eines steht fest: Die Eisheiligen 2026 gehen als Lehrbuch-Beispiel in die Wetterchronik ein. Wetterextreme im Mai sind selten geworden – diese Lage erinnert an alte Zeiten, als Spätfröste den Bauern noch regelmäßig die Sorgenfalten ins Gesicht trieben. Wir bleiben dran.
Verpassen Sie nicht die neuesten Nachrichten von Meteored und genießen Sie alle unsere Inhalte auf Google Discover völlig KOSTENLOS
+ Folgen Sie Meteored