Alarm in Deutschland: Schneeverwehungen blockieren Straßen, gefährden Autofahrer! Wissenschaft warnt vor extremer Gefahr
Was wie romantische Winterlandschaft wirkt, kann tödlich werden: Schneeverwehungen verwandeln Straßen in gefährliche Fallen. Windgetriebener Schnee sammelt sich in Sekundenschnelle zu meterhohen Hürden. Wer zu schnell fährt, verliert die Kontrolle – und hat keine Chance mehr, rechtzeitig zu bremsen.

Gefährliche Schneeverwehungen sind das Schlagwort der Stunde. Doch die unsichtbare Gefahr, getarnt als hübsch klingender Winterzauber, hat das Potenzial zur Todesfalle.
Seit gestern kursiert in allen Medien das Wort „Schneeverwehungen“. Für die meisten klingt es harmlos, fast niedlich – doch hinter diesem Begriff verbirgt sich eine reale Gefahr für Autofahrer, Fußgänger und Einsatzkräfte.
Meterhohe Schneeakkumulationen, die innerhalb von Minuten entstehen, können Straßen blockieren, die Sicht und Kontrolle im Fahrzeug nehmen und tödliche Unfälle verursachen.
Gefährliche Schneeverwehungen: Unsichtbare Wirbel und tödliche Sichtfalle auf Straßen
Forscher Thordarson und Norem untersuchten Schneeverwehungen auf Straßen in Norwegen und Island mit einer Kombination aus Feldmessungen, Windgeschwindigkeitsaufzeichnungen und Simulationen.
Sie fanden heraus, dass Schnee unter Einfluss starker Windströmungen nicht gleichmäßig verteilt wird, sondern sich in topographischen Vertiefungen, Straßen-Einschnitten oder hinter Hindernissen wie Leitplanken und Hügeln stark ansammelt.
Auf flachen Strecken bildet sich meist eine zweidimensionale, relativ gleichmäßige Schneeschicht – eine Barriere, die die Sicht stark einschränkt.
Diese Strömungsdynamik hat zwei entscheidende Folgen für Autofahrer, Fußgänger und Einsatzkräfte:
Erstens kann die horizontale Sichtweite innerhalb von Sekunden drastisch abnehmen, sodass Fahrzeugkontrolle und Reaktionsfähigkeit massiv eingeschränkt werden.
Zweitens entstehen durch die unvorhersehbare Akkumulation lokal „tote Zonen“, in denen Schneeverwehungen abrupt auftreten und Fahrzeuge blockieren oder ins Schleudern bringen können.
Die Untersuchung zeigt klar: Selbst vermeintlich kleine Schneeverwehungen bergen ein erhebliches Risiko, insbesondere in exponierten Straßenabschnitten und in Regionen mit starkem Wind.
Gefahr im Alltag
Wer glaubt, die weißen Schneeanhäufungen seien nur ein Ärgernis für den Schneepflug, unterschätzt ihre Dynamik und Gefahr. Bereits 10 bis 20 cm können Fahrzeuge blockieren und Straßen passierbar machen.
In Verbindung mit Windböen verlagert sich Schnee innerhalb von Sekunden, wodurch Autofahrer die Orientierung verlieren und Fußgänger unerwartet von meterhohen Schneewehen getroffen werden können.
Besonders tückisch: Eine darunterliegende Eisschicht oder gefrierende Nässe verstärkt die Rutschgefahr erheblich und erhöht das Unfallrisiko dramatisch.
Aktuelle Lage in Deutschland
Seit gestern melden die Behörden und Medien von Nord bis Süd Schneeverwehungen in Verbindung mit starkem Wind wegen Sturmtief Elli, besonders in den Mittelgebirgen, im Schwarzwald, auf Helgoland und entlang der Nordseeküste. Straßen sind nur schwer passierbar, Sichtweiten sinken auf wenige Meter. Autofahrer müssen dringend langsamer fahren, größere Abstände einhalten und auf spontane Schneebarrieren achten. m besten Fall sollte das Auto stehen gelassen werden. Besten falls sollte das Auto stehen gelassen werden.
Was Wissenschaftler raten
Die CFD-gestützten Studien zeigen: Straßen sollten in windgeschützten Bereichen angelegt werden, Einschnitte verbreitert und Hindernisse so gestaltet werden, dass Schnee nicht auf die Fahrbahn driftet. Ob das überall in Deutschland zutrifft, ist fraglich.
Für Autofahrer gilt: Geschwindigkeit reduzieren, plötzliche Spurwechsel vermeiden, auf glatte Stellen gefasst sein und Abstand zu anderen Fahrzeugen halten.
Trotz anhaltender Schneeverwehungen werden am Wandsbeker Markt derzeit die Fußgängerüberwege von Eis und Schnee befreit und mit Salz gestreut. pic.twitter.com/YyYPTGgj0Q
— Radweg Hindernis(se) (@RadwegH) January 9, 2026
Augen auf bei Schnee und Wind
Schneeverwehungen sind kein harmloses Winterbild, sondern eine ernsthafte Gefahr. Jeder Autofahrer muss sich darauf einstellen, dass sich der Schnee blitzschnell zu meterhohen Barrieren türmen kann. Wer aufmerksam fährt, Abstand hält und sich auf plötzliche Veränderungen einstellt, kann Unfälle vermeiden.
Quelle
Thordarson, S.; Norem, H. Simulation of two-dimensional wind flow and snow drifting application for roads.Snow Engineering, 4th International Conference on Snow Engineering, 2000.