Kerzen, Räucherstäbchen und Kamine verschmutzen Ihre Raumluft weit mehr, als Sie vielleicht denken
Laut der Weltgesundheitsorganisation kann die Luft in Ihrem Zuhause zwei- bis fünfmal stärker verschmutzt sein als die Außenluft. Zwei Wissenschaftler geben praktische Tipps, wie Sie die Luftverschmutzung in Innenräumen reduzieren und deren Auswirkungen auf Ihre Gesundheit begrenzen können.

Umgebungsluft. Die weltweite Umweltverschmutzung erreicht manchmal besonders alarmierende Spitzenwerte. Dies kann in Ländern wie Indien, China und den Vereinigten Staaten der Fall sein. Industrielle Aktivitäten, starker Verkehr auf Hauptverkehrsstraßen und der weit verbreitete Einsatz chemischer Produkte stellen echte Risiken für den Planeten und unsere Gesundheit dar. Entgegen der landläufigen Meinung sind wir jedoch in Innenräumen nicht unbedingt sicherer als im Freien, wie Jonathan Levy, Spezialist für Umweltgesundheit, und Gabriel Bekö, Umweltingenieur, erklären.
Haushaltsprodukte, Gas und Kerzen gehören zu den giftigen Quellen
In einem Interview mit National Geographic erklärten sie, warum die Luft in Innenräumen sogar noch stärker verschmutzt sein kann als die Außenluft – laut Weltgesundheitsorganisation um das Zwei- bis Fünffache – und vor allem, wie man Gesundheitsrisiken durch die Vermeidung oder Übernahme bestimmter Alltagsgewohnheiten reduzieren kann. Vor allem im Winter verbringen wir tendenziell viel mehr Zeit in unseren Wohnungen.
Gute Belüftung fördert den Luftaustausch
Den Forschern zufolge können viele alltägliche Quellen die Luftverschmutzung in Innenräumen verschlimmern. Das Abbrennen von Kerzen, Räucherstäbchen oder das Anzünden eines Kamins erhöht die Belastung. Bei diesen Aktivitäten werden Gase und Feinstaubpartikel in die Luft abgegeben, die schließlich in den Blutkreislauf gelangen können. Aerosolsprays, die zahlreiche chemische Substanzen enthalten, geben Anlass zu ähnlichen Bedenken. Wissenschaftler haben darauf hingewiesen, dass eine solche Belastung zu Entwicklungsstörungen bei Kindern beitragen kann.
„Viele Chemikalien in unseren Haushalten stammen aus alltäglichen Konsumgütern. Ein Großteil davon kommt aus Hygiene- und Schönheitsprodukten, aber es gibt auch andere Quellen, wie zum Beispiel Verbrennungsprozesse, wenn man Gasbrenner oder Kerzen verwendet. Auch beim Kochen werden Chemikalien und Partikel freigesetzt“, erklärt Gabriel Bekö. Diese alltäglichen Handlungen können einen echten Einfluss auf die Gesundheit haben.

Jonathan Levy stimmt zu, dass es unrealistisch ist, eine Null-Belastung in Innenräumen zu erreichen. Es besteht kein Grund, sein normales Leben einzustellen, aber das Ziel sollte sein, die Belastung wo immer möglich zu reduzieren und sinnvolle Kompromisse einzugehen. Er hebt drei Hauptfaktoren hervor, die die Luftqualität in Innenräumen beeinträchtigen: die Menge des verbrannten Materials und die Dauer der Verbrennung, der Grad der Belüftung und die Größe der Wohnung. Kleinere Wohnungen sind besonders anfällig.
Was kann man also tun? Die erste Gewohnheit, die man sich aneignen sollte, ist, tagsüber so oft wie möglich die Fenster zu öffnen, auch im Winter. Dadurch kann frische Luft zirkulieren und die Konzentration von Feinstaub wird reduziert. Ein hochwertiger Luftfilter kann ebenfalls die Raumluftqualität erheblich verbessern. Vermeiden Sie schließlich, wenn möglich, die Verwendung von Kerzen und Räucherstäbchen, es sei denn, sie sind wirklich notwendig. Wenn sie nicht unbedingt erforderlich sind, ist es besser, diese giftigen Quellen aus Ihrem Wohnraum zu entfernen.