Verrückte Namensgebung: Schmetterling nach deutschem Fußballverein benannt

Ein neu entdeckter, schwarz-gelber Schmetterling aus Peru trägt nun den Namen von Borussia Dortmund. Ermöglicht durch eine Spende eines Biologen.

Schmetterlinge sind schöne Frühlingsboten (Foto: Adobe Stock)

Mitten im peruanischen Regenwald flattert seit Kurzem ein Insekt, das für die deutsche Bundesliga steht: Die Rede ist von einem auffällig schwarz-gelben Schmetterling, der ganz offiziell auf den Namen Vanewrightia borussiadortmund getauft. Das Insekt misst rund drei Zentimeter Flügelspannweite und wurde erst vor wenigen Jahren nahe des Amazonas in Peru beschrieben.

Bislang konnten Forscher lediglich vier Exemplare des Falters in der Region nachweisen. Entsprechend gilt die Art als sehr selten. Dennoch sorgt sie nun international für Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt wegen ihres außergewöhnlichen Namens, der eine Brücke zwischen dem südamerikanischem Regenwald und dem deutschem Profifußball schlägt.

Wie der BVB Namenspate eines Schmetterlings wurde

Doch wie kommt es eigentlich, dass der Schmetterling nun ausgerechnet nach einem deutschen Fußballverein benannt wurde. Möglich machte das der Dortmunder Biologe und Dauerkarteninhaber von Borussia Dortmund, Peter Klausmeier. Nach eigenen Angaben entschied er sich bewusst dafür, seine Vereinsliebe mit einem Beitrag zum Artenschutz zu verbinden. Der wissenschaftliche Name setzt sich demnach aus zwei Teilen zusammen: Vanewrightia bezeichnet die Gattung des Schmetterlings. Sie ist nach einem britischen Schmetterlingsforscher benannt. Der zweite Bestandteil, borussiadortmund, kennzeichnet die Art und verweist direkt auf den Fußball-Bundesligisten aus dem Ruhrgebiet. Peter Klausmeier berichtet, er habe in einem Sachbuch von der Möglichkeit erfahren, über eine Spende die Namenspatenschaft für neu entdeckte Arten zu übernehmen. Vermittelt werden solche Patenschaften vom Verein Biopat, der Spender und Wissenschaftler zusammenbringt.

2800 Euro für Forschung und Artenvielfalt

Für die Patenschaft des BVB-Schmetterlings zahlte Peter Klausmeier 2800 Euro. Nach Angaben von Biopat liegt die Mindestspende für eine solche Namensgebung im Bereich von gut 2600 Euro. Das Geld fließt laut Verein vor allem in die Forschung sowie in Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt in den Herkunftsländern der jeweiligen Arten. Damit verbindet sich hinter dem klangvollen Namen mehr als nur Symbolik. Die finanzielle Unterstützung soll dazu beitragen, aufwendige Feldforschung und wissenschaftliche Artbeschreibungen abzusichern. Denn jedes Jahr werden laut dem Dortmunder Biologen rund 10.000 neue Pflanzen- und Tierarten entdeckt. Für viele Forscher sei es daher eine Herausforderung, die nötigen Mittel für Expeditionen, Dokumentation und wissenschaftliche Auswertung aufzubringen.

Ein Sympathieträger in Vereinsfarben

Neben dem Engagement für den Artenschutz spielte für Peter Klausmeier auch die Optik eine entscheidende Rolle. Der Schmetterling leuchtet in kräftigem Schwarz-Gelb, also genau den Farben, für die Borussia Dortmund steht. "Bei einem Schmetterling dieser Farbgebung war mir sofort klar, dass der eigentlich nur einen Namen tragen sollte", sagte der 60-Jährige. Er bezeichnet den Falter als "Sympathieträger". In der Natur erfüllen die auffälligen gelben Flügel allerdings vermutlich einen ganz anderen Zweck: Sie sollen Fressfeinde abschrecken.