Viele Touristinnen und Touristen zieht es auf die Gletscher unserer Erde – nur warum?
Weltweit steigt der Tourismus für extreme und seltene Reise an. Viele Menschen können durch die technischen Entwicklungen und ausgeklügelte Reiseunternehmen beispielsweise auf Berge in extremen Höhen steigen ohne jede Vorkenntniss.

Auch ein Besuch der Arktis oder Antarktis kann problemos und ohne bestimmte Vorgaben von Zuhause aus gebucht werden.
Gletschertourismus führt zu hohen Belastungen
Diese Form von Tourismus ist auf der einen Seite ein unglaublich großer Wirtschaftsfaktor für die Unternehmen, die solche Reisen anbieten. Meistens jedoch hat die lokale Bevölkerung vor Ort oder die Natur wenig von den Massen an Touristinnen und Touristen.
Eine Veröffentlichung der Universität Lausanne in der Schweiz macht deutlich, wie die Form des Tourismus einen starken Widerspruch hervorruft.
Beispielsweise begehen viele Interessierte eine Reise zu großen Gletschern in der Schweiz, um sie aus der Nähe betrachten zu können, bevor sie komplett abgeschmolzen sind.
Der Traum von einer Gletscherbegehung
Dadurch lässt sich schlussfolgern, dass diese Touristengruppe durchaus ein Verständnis für den Klimawandel und Umweltfaktoren mitbringt.
Das Schweizer Forschungssystem bezeichnet es als Paradoxon, dass diese Gruppen dennoch wissentlich die Natur und das sensible Ökosystem der Gletscher beeinflussen und zum Teil zerstören, um sie ein letztes Mal zu besuchen.
Beispielsweise gibt es neben den traditionellen Begehungen auch Rundflüge mit Helikoptern, die in einem großen Ausmaß durch die Kohlendioxidemissionen den Klimawandel mitbeschleunigen.
Sensible Ökosysteme sind ein Symbol für den Klimawandel
Die Schweizer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern fordern, dass die Auswirkungen des Massentourismus auf die sensiblen Ökosysteme der Welt wie Arktis, Antarktis, Gletscher in den Gebirgen und vielem mehr analysiert und festgehalten werden sollten.
Wie nachhaltig ist das Wirtschaftsmodell des Gletschertourismus ?
Blicken wir nochmal beispielhaft auf das Paradoxon vom Gletscher Tourismus, lässt sich aufzeigen, dass oftmals die Gletscher als imposantes Beispiel genutzt werden, um den Klimawandel und die damit einhergehende Erwärmung gut und erfolgreich zu vermitteln.

So ist ein Gletscher per se ein Symbolbild für die Klimaveränderung geworden.
Symbolbilder helfen die klimatischen Veränderungen zu verstehen
Auch politisch steht ein schmelzender Gletscher für die Forderungen nach mehr Klimaschutz und Bevölkerungsschutz vor Ort. So ist es vielleicht erklärlich, dass Menschen ein Interesse entwickeln ein Gletscher zu erklimmen. Doch die Forschenden kritisieren, dass diese „kurzen Trips“ im Vergleich die Natur deutlich mehr belasten.
Sie fordern sie die Unternehmen und Politik zu einem Umdenken auf. Zudem bleibt in der Wissenschaft und Politik weiterhin die drängende Frage offen, wie man sich auf zukünftige eisfreie Gebiete vorbereiten kann oder sollte.
Quellenhinweise
Salim, E., Varnajot, A., Carey, M. et al. (2026). Melting glaciers as symbols of tourism paradoxes. Nat. Clim. Chang. 16, 106–108.
Spektrum der Wissenschaft. (2026). Gletschertourismus boomt – Forscher warnen vor Folgen. Klimawandel. Erde und Umwelt.