Weltnichtrauchertag 2026: Rauchen schadet dem Gehirn und kann zu Demenz führen

Rauchen ist vor allem als Ursache für Lungen- und Herzkrankheiten bekannt. Neurologen weisen nun verstärkt darauf hin, dass Tabakkonsum auch das Gehirn massiv belastet – und etwa Schlaganfälle, Demenz und Migräne auslöst.

Ein Rauchstopp lohnt sich immer – auch noch im hohen Alter. Bild: Ted Erski/Pixabay
Ein Rauchstopp lohnt sich immer – auch noch im hohen Alter. Bild: Ted Erski/Pixabay

Der Zusammenhang zwischen Rauchen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist seit Jahrzehnten bekannt. Weniger im öffentlichen Bewusstsein steht dagegen, welche Schäden Nikotin und andere Inhaltsstoffe von Tabak im Nervensystem anrichten. Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2026 macht die Deutsche Gesellschaft für Neurologie deshalb auf neurologische Risiken aufmerksam, die vom Schlaganfall bis zur Demenz reichen.

„Aus neurologischer Sicht ist Rauchen einer der wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren überhaupt. Umso wichtiger ist es, Menschen dazu zu bewegen, nicht zu rauchen bzw. sie beim Aufhören zu unterstützen.“

– Prof. Dr. Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)

Nach Angaben der Fachgesellschaft tritt eine Reihe neurologischer Erkrankungen bei Raucherinnen und Rauchern häufiger auf oder nimmt einen schwereren Verlauf als bei Nichtrauchern. Dazu zählen neben Schlaganfällen auch Alzheimer, vaskuläre Demenzen, Polyneuropathien, Migräne und Amyotrophe Lateralsklerose (ALS).

Höheres Schlaganfall- und Demenzrisiko durchs Rauchen

Besonders deutlich ist der Zusammenhang beim Schlaganfall. Dass Rauchen die Blutgefäße schädigt, gilt als medizinisch gesichert. Überraschend sei jedoch das tatsächliche Ausmaß des Risikos, sagen Neurologen.

Aktuellen Studien zufolge ist Tabakkonsum der zweigrößte Risikofaktor für ischämische Schlaganfälle. Diese entstehen durch Gefäßverschlüsse und machen den Großteil aller Schlaganfälle aus. Auch bei Hirnblutungen zählt Rauchen zu den größten Verursachern.

Zu den neurologischen Beschwerden durch Nikotin gehören neben Schlaganfällen und Demenzerkrankungen auch chronische Nervenleiden wie ALS und Migräne. Bild: Annette Aigner/Pixabay
Zu den neurologischen Beschwerden durch Nikotin gehören neben Schlaganfällen und Demenzerkrankungen auch chronische Nervenleiden wie ALS und Migräne. Bild: Annette Aigner/Pixabay

Die Forschung kam bereits vor Jahren zu dem Ergebnis, dass aktive Raucher ein deutlich höheres Risiko für Demenzerkrankungen haben als Nichtraucher. Das allgemeine Demenzrisiko liegt um etwa ein Drittel höher. Für Alzheimer zeigt sich sogar ein Anstieg um rund 40 Prozent. Auch vaskuläre Demenzen treten deutlich häufiger auf.

Je mehr Zigaretten täglich konsumiert werden, desto höher ist das Erkrankungsrisiko. Bemerkenswert ist jedoch, dass Menschen, die mit dem Rauchen aufgehört haben, kein erhöhtes Demenzrisiko mehr aufweisen.

Migräne und Nervenschäden durch Nikotin

Auch bei Neuropathien und Migräne ist Rauchen ein wichtiger Faktor, der Beschwerden verstärken kann. Bei Polyneuropathien leidet die Regeneration geschädigter Nerven, zudem können neuropathische Schmerzen intensiver werden. Nikotin löst darüber hinaus bei vielen Betroffenen Migräneattacken aus.

Auch bei der schweren neurologischen Erkrankung Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) sehen Wissenschaftler einen Zusammenhang mit Tabakkonsum. Die Erkrankung zerstört nach und nach Nervenzellen, die für Muskelbewegungen verantwortlich sind. Heilungsmöglichkeiten gibt es kaum.

Neueste Forschung deutet darauf hin, dass das Erkrankungsrisiko mit Dauer und Intensität des Rauchens zunimmt. Auffällig ist besonders das höhere Risiko bei Frauen. Experten vermuten, dass das Rauchen möglicherweise mit bestimmten Verlaufsformen der ALS zusammenhängt, die frühzeitig Sprach- und Schluckstörungen verursachen.

Rauchstopp in jedem Alter sinnvoll

Lungenkrebsexperte Prof. Bernd Schmidt von der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (DKG) weist auf die Vorteile eines Rauchstopps hin, die sich meist direkt bemerkbar machen: Herzfrequenz und Blutdruck normalisieren sich, langfristig werden die Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs gesenkt. Nach zehn Jahren ist das Lungenkrebsrisiko nur noch halb so hoch wie bei Rauchern.

„Studien zeigen, dass es immer lohnt, mit dem Rauchen aufzuhören“, sagt Prof. Bernd Schmidt, Lungenkrebsexperte von der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (DKG). „Auch in der Altersklasse über 70 ist ein Rauchstopp also sinnvoll, hat positive Effekte auf die Gesundheit und verlängert das Leben.“

Die Gesetzliche Krankenversicherung übernimmt bestimmte Kosten zur Rauchentwöhnung, wie etwa Medikamente oder Tabakentwöhnungsprogramme. Zudem bietet das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit eine kostenlose Telefonberatung zur Rauchentwöhnung an.

Quellenhinweis:

Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit: Telefonberatung. https://www.bioeg.de/service/infotelefone/rauchentwoehnung/

Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit: Unabhängiges Informationsportal. https://www.rauchfrei-info.de/

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