Rekordhitze in Europa: Schlägt der Klimawandel zu?

Es könnte in den nächsten Tagen in vielen Regionen Europas so heiß wie noch nie zuvor werden. Von Frankreich bis Belgien sind teilweise bis zu 42 Grad im Schatten möglich. Das wären neue Jahrhundertrekorde.

Leon Beurer Leon Beurer 22 Juli 2019 - 06:14 UTC
Hitzewelle in Europa
Europa wird in den nächsten Tagen von einer heftigen Hitzewelle heimgesucht. Es kann über 40 Grad warm werden.

In diesen Tagen erfasst eine Hitzewelle weite Teile Europas. Hitzewellen im Sommer sind ja eigentlich nichts Ungewöhnliches, wohl aber in diesem Ausmaß. Die berechneten Höchstwerte liegen ab Wochenmitte bei teilweise über 40 Grad im Schatten und das ist doch eher selten, dass wir so hohe Werte messen. Selbst in Deutschland könnten im Westen am Donnerstag bis zu 40 Grad erreicht werden. Zur Erinnerung: Der höchste jemals in Deutschland gemessene Werte liegt bei 40,3 Grad. Er wurde in Kitzingen im Jahr 2015 erreicht. Ob wir diesen Rekordwerte in dieser Woche knacken werden ist aber noch unsicher.

Die Luft kommt direkt aus dem Norden Afrikas zu uns nach Europa geströmt. Das Hoch Yvonne übernimmt das sagen und versorgt weite Teile Mitteleuropas mit sonnigem Wetter. Ein Tief bei Spanien schiebt die heißen Luftmassen nach Südfrankreich und von da strömen sie auch nach Benelux, Großbritannien, Deutschland und sogar in den Süden Skandinaviens.

Wetter ist nicht gleich Klima

Bevor wir nun direkt vom Klimawandel sprechen, sollten wir erstmal festhalten, dass das aktuell erlebte einfach nur Wetter ist. Klima ist Wetter über einen sehr langen Zeitraum beobachtet. In der Regel sind das 30 Jahre. Bisher war der Juli verglichen mit dem langjährigen Klimamittel eher leicht zu kühl gewesen. Da kommt diese Hitze eigentlich eher ausgleichend daher. Sie wird das Juli-Mittel auf einen leicht überdurchschnittlichen Wert drücken. Allerdings wird es auch wieder zu einigen Temperaturrekorden kommen, wie auch im Juni schon in Deutschland.

Dieses Jahr gab es bei uns den heißesten Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Zudem wurde mit 39,6 Grad eine neue Top-Temperatur für den Monat Juni gemessen. So heiß war es vorher noch nie in Deutschland gewesen. Natürlich erkennt man, dass die Zahl der neuen Rekorde nicht alltäglich ist. Wir reden zudem in den vergangenen Wochen immer wieder von den "magischen" 40 Grad. Vor rund 20 bis 30 Jahren wäre diese Temperaturangabe in Deutschland noch völlig abwegig gewesen. Das erste Mal wurden die 40 Grad im Jahr 2003 überschritten und das gleich mehrmals. Danach wurde es 2015 wieder so heiß und auch dieses Jahr kratzten wir schon mehrmals an dieser Marke.

Hitzerekorde in ganz Westeuropa

Nicht nur Deutschland schwitzt. Auch in Frankreich gab es im Juni über 45 Grad im Schatten und das war dort auch ein neuer Allzeitrekord. Auch jetzt sollen wieder über 40 Grad erreicht werden. Auch in Belgien rechnen einzelne Wettermodell mit flächigen Spitzenwerten um 40 Grad. Das gab es dort noch nie. Nicht nur bei uns in Europa gibt es Hitzerekorde, auch in den USA wurde am Wochenende der Hitzenotstand ausgerufen. Es war viel zu heiß. Gefühlte 44 Grad vermeldete die Stadt New York. Das öffentliche Leben war lahmgelegt.

In Alaska schwitzen mittlerweile sogar schon die Bären. Dort wurden vor rund 14 Tagen neue Hitzerekorde aufgestellt und das auch seit Beginn der regelmäßigen Messungen. Die ständigen Rekorde legen schon den Verdacht nahe, dass sich beim Klima etwas geändert hat. Außerdem belegen die Messungen der vergangenen Jahrzehnte eindeutig, dass es weltweit immer wärmer geworden ist. Daran gibt es nicht zu rütteln und auch nichts zu beschönigen! Außer einem müden "Das war doch schon immer so gewesen" haben die Gegner des Klimawandels meist nichts entgegenzusetzen...das ist eigentlich schade!

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