Hurrikan, Taifun, Zyklon: Was ist der Unterschied?
Je nachdem, wo auf der Welt ein tropischer Wirbelsturm entsteht, trägt er einen anderen Namen: Hurrikan, Taifun oder Zyklon. Meteorologisch handelt es sich dabei um dasselbe Phänomen. Wir erklären, woher die Begriffe stammen und wo die eigentlichen Unterschiede liegen.

Auf Wetterkarten kursieren je nach Weltregion unterschiedliche Bezeichnungen für ein und dasselbe Wetterphänomen. Was in der Karibik oder den USA als Hurrikan gilt, heißt im Nordwestpazifik Taifun und im Indischen Ozean oder rund um Australien Zyklon. Fachleute sprechen international einheitlich von einem tropischen Wirbelsturm.
Welcher Name in welcher Weltregion gilt
Die Bezeichnung hängt vom Ozean ab, über dem ein Sturm entsteht. Als Hurrikan werden tropische Wirbelstürme im Nordatlantik sowie im östlichen und zentralen Nordpazifik bezeichnet, etwa vor der Küste Mexikos oder Mittelamerikas.
Im Nordwestpazifik, rund um die Philippinen, Japan und China, heißen vergleichbare Stürme Taifun.
Im Südpazifik und im Indischen Ozean, etwa vor Australien, Indien oder Bangladesch, spricht man von einem Zyklon.
Für die Vergabe der Namen selbst ist die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) zuständig. Sie hat diese Aufgabe an fünf regionale Fachgremien delegiert, die für ihre jeweilige Sturmregion eigene Namenslisten festlegen.
Woher die Namen stammen
Die Namen selbst haben ganz unterschiedliche Wurzeln. Hurrikan geht auf Huracán zurück, den Sturmgott der Taíno in der Karibik, teils auch mit einer Windgottheit der Maya in Verbindung gebracht.
Zyklon leitet sich vom griechischen kyklos für Kreis ab. Geprägt hat den Begriff der britische Meteorologe Henry Piddington Mitte des 19. Jahrhunderts, um die spiralförmige Windbewegung der Stürme zu beschreiben.
Beim Wort Taifun ist sich die Forschung uneinig. Am häufigsten genannt wird ein chinesischer beziehungsweise kantonesischer Ursprung, tai fung für großer Wind. Diskutiert werden aber auch persische, griechische und arabische Wurzeln des Begriffs.
Ab wann ein Sturm zum Hurrikan wird
Ein weiterer Unterschied liegt im Zeitpunkt der Namensgebung. Im Atlantik und Pazifik gilt ein Sturm erst ab einer anhaltenden Windgeschwindigkeit von etwa 119 km/h offiziell als Hurrikan oder Taifun. Darunter spricht man von einem tropischen Sturm.
In der Region rund um Australien reicht dagegen schon eine deutlich geringere Windgeschwindigkeit von rund 63 km/h, um offiziell als Zyklon der Kategorie 1 eingestuft zu werden. Der Name hängt somit nicht nur vom Ort der Entstehung ab, sondern auch von unterschiedlichen regionalen Schwellenwerten.
Ist die Schwelle einmal erreicht, wird die Sturmstärke in beiden Regionen zusätzlich in fünf Kategorien eingeteilt.
Auf der Saffir-Simpson-Skala reicht Kategorie 1 im Atlantik und Pazifik von 119 bis 153 km/h, Kategorie 5 beginnt ab 252 km/h. Die australische Kategorie 5 beginnt dagegen schon ab 200 km/h. Die beiden Skalen sind also nicht direkt vergleichbar.
Alle drei Sturmtypen sind durch niedrigen Luftdruck, kräftige Winde und ergiebigen Regen gekennzeichnet. So verschieden die Namen klingen: Die Gefahr für die betroffenen Regionen bleibt in jeder Weltregion dieselbe.