Einige Korallenarten können in extremen Bedingungen besser klarkommen als andere

Ein niederländisches Forschungsteam von Meeresbiologinnen und Biologen hat herausgefunden, dass manche Korallenarten besser mit Hitze und anderen Stressfaktoren umgehen können. Im niederländischen Küstengebiet Curaçao in der Karibik wurde eine neue Anpassungsform entdeckt.

Korallenriffe beeindrucken mit ihrer Schönheit und Artenvielfalt
Korallenriffe beeindrucken mit ihrer Schönheit und Artenvielfalt

Besonders Gebiete und Küstenbuchten, die bereits schwankende Temperaturen und herausfordernde Umweltbedingungen mit sich bringen, lassen Korallen resilienter werden.

Korallenriffe können sich im gewissen Maße anpassen

Fakt ist, dass Korallenriffe zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde gehören und eine wichtige Rolle für den Küstenschutz und unsere Meere spielen. Die Korallenriffe sind durch den Klimawandel und weitere lokale Belastungen weltweit bedroht.

Das Forschungsteam hat in der niederländischen Karibik um Curaçao Korallen genauer untersucht, die bereits unter erschwerten Bedingungen leben.

„In diesen Küstenbuchten leben Korallen bereits unter bestimmten Bedingungen, die denen ähneln, die wir in Zukunft in viel größerem Maßstab erwarten. Das Wasser ist wärmer, die täglichen Schwankungen von Temperatur, pH-Wert und Sauerstoffgehalt sind größer und der Einfluss des Menschen ist stärker.“, erläutert die Hauptautorin Sarah Solomon.

Gerade in diesen extremeren Buchten scheinen einige Korallenarten bemerkenswert gut zu überleben.

Hitzeperioden setzen den Korallen besonders zu
Hitzeperioden setzen den Korallen besonders zu

Laut Solomon liegt das zum Teil daran, dass Korallen in diesen Umgebungen flexibler sind und sich beispielsweise schneller anpassen können. Sie haben diverse Strategien, um sich zu ernähren und leben häufig in einer Symbiose mit hitzeresistenten Algen.

Eine Symbiose mit hitzeresistenten Algen wirkt Wunder

Dadurch sind sie durchaus etwas resistenter gegen äußere Umwelteinflüsse.

„Korallen beziehen ihre Energie aus dem Sonnenlicht über Algen, die in ihrem Gewebe leben, ernähren sich aber auch von Partikeln im Wasser. Die Korallen in den Buchten erwiesen sich in dieser Hinsicht als flexibel: Sie passen ihre „Ernährung” an, wenn sich die Bedingungen ändern, beispielsweise zwischen Trocken- und Regenzeit.”, so Solomon.

Diese neuen Erkenntnisse könnten in Zukunft genutzt werden, um weitere Korallenriffe diese schützenden Funktionen anzutrainieren. So wäre es denkbar, dass einige Buchten zu einer Art Aufzuchtstation würden, in denen andere Korallen vorübergehend darauf trainiert werden mit extremeren Bedingungen klarzukommen.

Das Team unterstreicht jedoch, dass dies auch keine langfristige Lösung sein kann. Auch die stressresistentesten Korallen kommen durch den Klimawandel an ihre Grenzen. Es muss somit dennoch eine Eindämmung des Klimawandels und mehr Umweltschutz passieren, um Korallenriffe langfristig zu erhalten.

Quellenhinweise

Scucchia, F., Zaslansky, P., Boote, C. et al. (2023) The role and risks of selective adaptation in extreme coral habitats. Nat Commun 14, 4475.

University of Amsterdam. (2026). Corals in extreme coastal bays show greater resilience to climate stress. Press releases. News.