Heißer Sommer 2026! Wetterforscher: "Was der Pazifik jetzt wirklich über unser Wetter verrät"

Ein mehrere tausend Kilometer entferntes Meeresphänomen entscheidet womöglich über Hitze, Dürre oder Gewitter in Europa.

Was kommt da nur im Sommer 2026 auf Europa und Deutschland zu?
Was kommt da nur im Sommer 2026 auf Europa und Deutschland zu?

Was im tropischen Pazifik passiert, bleibt nicht im Pazifik. Das Klimaphänomen ENSO (El Niño–Southern Oscillation) verändert gewaltige Luftströmungen rund um den Globus.

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Aktuell deutet vieles auf eine markante Phase hin – und genau die könnte die Weichen für den Sommer 2026 stellen. Steht uns eine neue Hitzesaison bevor? Oder sorgt die Großwetterlage für mehr Dynamik und Gewitter? Die Antwort liegt in einer Kettenreaktion, die über mehrere Kontinente hinweg wirkt.

El Niño oder La Niña – der Unterschied ist entscheidend

Bei El Niño erwärmt sich das Oberflächenwasser im östlichen tropischen Pazifik deutlich. Die Folge: veränderte Gewitteraktivität in den Tropen, eine verschobene Walker-Zirkulation und eine Umstrukturierung der planetaren Wellen in der Atmosphäre. Bei La Niña läuft der Prozess spiegelbildlich ab – mit kühleren Wassertemperaturen und kräftigerem Passatwind.

Für Europa ist besonders relevant, wie diese tropischen Impulse den Jetstream beeinflussen. Denn er entscheidet darüber, ob sich Hochdruckblockaden festsetzen oder Tiefdruckgebiete freie Bahn bekommen.

Was bedeutet das für Deutschland?

Statistisch gesehen erhöht eine ausgeprägte El-Niño-Phase die Wahrscheinlichkeit für stabile Hochdrucklagen über Süd- und Mitteleuropa im Sommer. Das heißt: mehr Sonnenschein, längere Trockenperioden und ein erhöhtes Risiko für Hitzeextreme.

Eine La-Niña-Lage dagegen begünstigt tendenziell eine lebhaftere Westströmung. Dann wechseln sich sonnige Abschnitte und Schauerlagen häufiger ab, teils mit kräftigen Gewittern. Wichtig ist jedoch: Der ENSO-Einfluss im Sommer ist keine Garantie, sondern eine Wahrscheinlichkeitsverschiebung.

Der Atlantik mischt mit

Der Pazifik wirkt nicht allein. Entscheidend ist, wie sich die tropischen Impulse auf den Nordatlantik übertragen. Spielt die Nordatlantische Oszillation (NAO) mit, kann sich das ENSO-Signal verstärken. Auch ungewöhnlich warme Meeresoberflächen im Atlantik können Hochdrucksysteme stabilisieren. Treffen mehrere Faktoren zusammen, steigt die Chance auf einen überdurchschnittlich warmen Sommer deutlich. Fehlt diese Kopplung, verpufft das tropische Signal mitunter fast vollständig.

Modelle sehen erste Tendenzen

Langfristmodelle zeigen derzeit eine leichte Verschiebung der Wahrscheinlichkeiten in Richtung wärmer als normal. Das bedeutet nicht automatisch Rekordhitze, wohl aber eine erhöhte Chance auf längere Hitzephasen.

Gleichzeitig bleibt das Gewitterpotenzial hoch, falls feuchte Luftmassen auf aufgeheizte Böden treffen. Gerade Übergangsphasen innerhalb des ENSO-Zyklus können zu atmosphärischer Instabilität führen – mit regional kräftigen Entwicklungen.

Fazit: Kein Orakel – aber ein Warnsignal

ENSO ist kein Wetterorakel, aber ein bedeutender Taktgeber im globalen Klimasystem. Wenn sich die aktuelle Entwicklung fortsetzt, stehen die Chancen nicht schlecht für einen Sommer mit überdurchschnittlichen Temperaturen in Teilen Europas. Ob daraus jedoch eine extreme Hitzesaison wird oder nur ein warmer Durchschnittssommer, hängt vom Zusammenspiel mehrerer Faktoren ab. Klar ist: Der Blick auf den Pazifik lohnt sich – denn dort beginnt womöglich gerade unsere nächste Sommergeschichte.