Bekommen wir einen extremen Hitzesommer?

Der Siebenschläfer ist ein Lostag. Der könnte in diesem jahr sehr heiß ausfallen. Deutet das dann auch einen extremen Hitzesommer hin? Wir schauen uns die aktuelle Sachlage etwas genauer an.

Anneliese Lunkenheimer Anneliese Lunkenheimer 17 Juni 2019 - 07:59 UTC
Extremsommer
Nächste Woche ist Siebenschläfer. Bekommen wir einen extremen Hitzesommer? Was sagt die Siebenschläferregel?

Aktuell ist Hoch Tale über Deutschland und bringt uns heißes Sommerwetter. Nach einer kurzen Abkühlung in der zweiten Wochenhälfte sowie am Wochenende, könnte e sin der nächsten Woche im Süden Deutschlands einen extremen Hitzeschub geben. Einzelne Wettermodelle rechnen im ca. 1500 m Höhe mit Werten um 27 bis 28 Grad. Das wäre in dieser Höhe eine ungewöhnliche Wärme und würde den restlichen Schnee schnell abtauen. In den Niederungen wären dagegen Spitzenwerte um 35 bis 37 oder 38 Grad möglich: Eine extreme Hitze.

Ausgerechnet in der nächsten Woche ist am 27. Juni auch noch Siebenschläfer. Das ist der sogenannte Lostag, der angeblich darüber entscheidet wie das Wetter in den kommenden sieben Wochen weitergehen wird. Aber wir haben Glück: Dem Sommer ist es total egal wie das Wetter an diesen einzelnen Tag ist, er wird sich nicht danach richten. Außerdem wäre der Siebenschläfertag heute eigentlich erst 10 Tage später. Die Regel gibt es schon seit vielen Jahrhunderten. Vor rund 500 Jahren gab es aber eine Kalenderreform und da wurden 10 Tage gestrichen. Daher wäre der Tag eigentlich 10 Tage später.

Dem Sommer ist der Siebenschläfertag völlig egal

So oder so...das Wetter an einem einzigen Tag wird niemals über das Wetter im gesamten Sommer entscheiden. Das ist totaler Unsinn. Aber: Es gibt durchaus eine Regel und zwar, wenn man den Zeitraum Ende Juni bis Anfang Juli betrachtet. Die Wetterlage, die sich in diesem Zeitraum eingestellt hat, die hat eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie auch die nächsten Wochen andauern könnte. Diese Regel trifft auf den Süden mit 60 bis 70 Prozent zu. Nach Norden ist diese Regel allerdings ebenfalls kaum brauchbar.

Im Norden ist der Einfluss der See sehr stark. Das macht das Wetter dort sehr wechselhaft und nicht wirklich berechenbar. Daher gilt hier die Siebenschläferregel nicht. Der erste Trend sieht für die kommende Woche zumindest teilweise sehr warm bis heiß aus. Insgesamt sieht es aber nach einer Fortdauer der wechselhaften Wetterlage aus. Immer wieder wechseln sich heiße und kühler Phasen ab, dazwischen zum Teil heftige Schauer und Gewitter. Das Unwetterpotenzial bleibt hoch.

Nächste Woche schon wieder heiß

Es scheint so, als würden in diesem Sommer immer wieder Hitzeschübe nach Deutschland kommen und die haben es in sich. Bisher brachte der heißeste Tag Spitzenwerte um 35 Grad. Das könnte Anfang kommende Woche überboten werden. Zudem müssen wir bedenken, dass wir uns aktuell eigentlich immer noch im Frühling befinden. der Sommer startet erst noch in ein paar Tagen. Der Juni ist bisher rekordwarm. Es ist im Osten bisher der heißeste Juni seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Auch in den anderen Regionen Deutschlands musste man bisher nicht frieren. Auch dort ist der Monat gut 1,5 bis 3 Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt. Da wird es spannend werden, wie sich der Juli und der August gestalten werden. Die ersten Trends deuten auf "zu warm" und "zu trocken" hin. Vielleicht also doch ein Extrem-Sommer?

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