Alte chinesische Medizin könnte Haarverlust stoppen: Traditionelles Kraut Polygonum multiflorum gegen Alopezie

Eine traditionelle chinesische Heilpflanze zeigt neue Wege gegen Haarausfall. Wir erklären, wie PMT Haarwurzeln stärkt und das Haarwachstum fördert.

Junger Mann mit Haarausfall: Ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft und zunehmend das Interesse an ganzheitlichen Behandlungsmethoden wie PMT weckt.
Junger Mann mit Haarausfall: Ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft und zunehmend das Interesse an ganzheitlichen Behandlungsmethoden wie PMT weckt.

Haarausfall betrifft Millionen weltweit, und die Suche nach wirksamen Lösungen ist so alt wie die Kosmetik selbst. Moderne Medikamente wie Minoxidil oder Finasterid bieten nur begrenzte Erfolge und können Nebenwirkungen haben.

Doch ausgerechnet die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) könnte einen neuen Hoffnungsschimmer liefern:

die Wurzel des Polygonum multiflorum Thunb., kurz PMT, ein jahrhundertealtes Heilmittel, das für seine haarstärkenden Eigenschaften bekannt ist.

Die Chemie hinter der Pflanze

PMT enthält eine Vielzahl biologisch aktiver Substanzen, darunter Emodin, Physcion und 2,3,5,4′-Tetrahydroxystilben-2-O-glucosid (TSG).

Forschungsergebnisse zeigen, dass diese Stoffe das Haarwachstum fördern, indem sie die Apoptose (programmierten Zelltod von Zellen im Haarfollikel) von Haarfollikelzellen hemmen, Melaninproduktion anregen und antioxidative Effekte entfalten.

Besonders TSG konnte in Experimenten mit Maus-Haarfollikeln das Übergangsstadium von Ruhe- zu Wachstumsphase beschleunigen, was für frühe Pigmentierung und kräftigeres Haar sorgt.

Ein natürlicher 5α-Reduktase-Hemmer

Ein zentraler Mechanismus von AGA (androgenetischer Alopezie) ist die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron (DHT) durch das Enzym 5α-Reduktase.

PMT und insbesondere die Anthrachinone Emodin und Physcion hemmen dieses Enzym effektiv, senken DHT-Spiegel und greifen damit direkt an der Wurzel des Problems an.

Diese Wirkung macht PMT zu einer potenziellen Alternative oder Ergänzung zu chemischen Wirkstoffen, ohne deren typische Nebenwirkungen wie Hautreizungen oder Libido-Veränderungen.

Aktivierung wichtiger Signalwege

Neben hormoneller Regulation beeinflusst PMT zentrale zellbiologische Signalwege. Die Substanzen der Pflanze stimulieren Wnt/β-Catenin und Shh-Signale, die für die Entwicklung, Regeneration und Erhaltung der Haarfollikel entscheidend sind. Dadurch können Haarfollikel erneut aktiviert und die Anagenphase verlängert werden – die Phase, in der Haare tatsächlich wachsen.

Förderung von Wachstum und Durchblutung

PMT wirkt positiv auf das Mikroumfeld der Haarfollikel: Es erhöht die Produktion wichtiger Wachstumsfaktoren wie IGF‑1, HGF und VEGF, fördert die Teilung der dermalen Papillenzellen und verbessert die Durchblutung der Kopfhaut. Dadurch werden die Haarwurzeln besser mit Nährstoffen versorgt, was das Nachwachsen und die Dicke der Haare unterstützt.

Systemische Wirkung: Mehr als nur lokaler Effekt

Im Gegensatz zu rein äußerlich angewendeten Mitteln wirkt PMT auch von innen: Es stärkt Leber und Nieren, harmonisiert Qi und Blut und schafft so die Grundlage für gesundes Haarwachstum.

In der TCM wird Haarausfall als Zeichen tieferliegender Ungleichgewichte betrachtet, die PMT auf ganzheitliche Weise behandelt.

Anwendung in Kosmetik und Medizin

Heute findet PMT sowohl in NMPA-zugelassenen Arzneimitteln wie Yangxue Shengfa Capsules als auch in kosmetischen Produkten Anwendung. Während Kosmetika vor allem lokal wirken, können pharmazeutische Präparate den Körper systemisch unterstützen.

PMT ist mild, gut verträglich und eignet sich daher für langfristige Nutzung, ein Vorteil gegenüber chemischen Standardpräparaten.

Chancen und Risiken

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse ist PMT nicht völlig risikofrei. In seltenen Fällen kann es zu lebertoxischen Effekten kommen, besonders bei unsachgemäßer Dosierung oder unzureichender Verarbeitung. Forschung fokussiert daher auf standardisierte Extrakte, innovative Darreichungsformen und Kombinationen mit anderen Kräutern, um Wirksamkeit und Sicherheit zu maximieren.

Zukunftsperspektiven

Die moderne Forschung hat das Potenzial, PMT von einer traditionellen Kuriosität zu einem wissenschaftlich validierten Mittel gegen Haarausfall zu machen. Hochwertige klinische Studien, präzise Dosierung und neue Formulierungen könnten die Pflanze international bekannt machen – analog zu Ayurveda- oder persischen Heilpflanzen, die bereits global in Kosmetik und Medizin Fuß gefasst haben.

Polygonum multiflorum zeigt eindrucksvoll, wie alte Heiltraditionen und moderne Forschung Hand in Hand gehen können.

Multi-target Wirkungen, lokale und systemische Effekte sowie ein hohes Sicherheitsprofil bei korrekter Anwendung machen PMT zu einem vielversprechenden Kandidaten für die Behandlung von AGA.

Die Integration von TCM-Strategien in evidenzbasierte Ansätze könnte die Zukunft der Haarpflege revolutionieren.

Quelle

Zhang, L. et al. (2026). Polygonum multiflorum Thunb. in androgenetic alopecia: multi-component, multi-target mechanisms and clinical prospects. Journal of Ethnopharmacology, 304, 115–128.