Winter 1978/79 als Warnung: Drohen dem Norden am Freitag Schneechaos, Sturm und Verwehungen? Experte: "Lage angespannt"

Der Norden steht vor einer angespannten Wetterlage. Sturm, Schnee und Verwehungen wecken Erinnerungen an 1978/79, ohne das Extrem zu erreichen. Doch gewisse Parallelen sorgen für Nervosität.
Wenn vom Winter 1978/79 die Rede ist, denken viele im Norden an eingeschneite Dörfer, blockierte Straßen und tagelangen Stillstand. Genau diese Bilder tauchen nun wieder in den Köpfen auf. Auch wenn klar ist, dass sich die Geschichte nicht eins zu eins wiederholt, erzeugt die aktuelle Großwetterlage ein ungutes Déjà-vu. Tiefdruckgebiete, kalte Luftmassen und zunehmender Wind bilden eine Mischung, die Erinnerungen wachruft.
Damals wie heute ist es weniger ein einzelnes Wetterelement, sondern das Zusammenspiel aus Schnee und Sturm, das Probleme verursacht. Genau darin liegt die Brisanz der kommenden Tage.
Ab Donnerstag nimmt die Lage Fahrt auf
Bereits ab Donnerstag greift ein kräftiges Tief auf den Norden über. Mit ihm gelangt feuchte Kaltluft in die Region, sodass sich verbreitet eine Schneedecke von rund zehn Zentimetern bilden kann, lokal auch mehr. Noch ist die Lage beherrschbar, doch sie dient als Grundlage für das eigentliche Problem. In der Nacht zum Freitag frischt der Wind deutlich auf. Schnee, der zuvor gefallen ist, wird dann zum Risiko, weil er leicht verweht werden kann. Besonders offen liegende Gebiete geraten früh in den Fokus der Wetterbeobachter.
Schneefall, Sturm und kritische Stunden
Am Freitag selbst könnten sich die Bedingungen zuspitzen. Zeitweise sind unwetterartige Neuschneemengen von zehn bis zwanzig Zentimetern in kurzer Zeit nicht ausgeschlossen. Gleichzeitig erreicht der Wind ein Niveau, das massive Schneeverwehungen begünstigt. Verwehungshöhen von 50 bis 100 Zentimetern sind lokal denkbar, auch ohne extreme Gesamtschneemengen. Genau dieses Szenario erinnert viele an 1978/79, als Schnee und Sturm gemeinsam für Stillstand sorgten. Die kritischsten Stunden liegen vermutlich am Freitagmorgen und Vormittag.

Verkehr und Infrastruktur unter Druck
Straßen und Wege könnten zeitweise nur noch stark eingeschränkt passierbar sein. Besonders Nebenstraßen, ländliche Regionen und Küstennähe gelten als gefährdet. Räumdienste kommen bei starkem Wind schnell an Grenzen, da frisch geräumte Flächen rasch wieder zuwehen. Auch der Bahnverkehr ist anfällig für vereiste Weichen und verwehte Streckenabschnitte. Pendler müssen sich auf Verzögerungen einstellen. Je nach regionalem Verlauf können selbst kurze Wege zu Geduldsproben werden.
Kein neues 1978/79, aber klare Warnzeichen
So deutlich die Parallelen erscheinen, ein extremes Schneechaos wie 1978/79 wird nicht erwartet. Dennoch ist die Wetterlage angespannt und ernst zu nehmen. Kleine Verschiebungen in Zugbahn oder Intensität können lokal große Unterschiede machen. Gerade das macht die Situation schwer kalkulierbar. Behörden und Einsatzkräfte beobachten die Entwicklung engmaschig, denn kurzfristige Änderungen sind jederzeit möglich. Die Erfahrung zeigt, dass Unterschätzung hier der falsche Weg wäre.
Wachsam bleiben und vorbereitet sein
Für die Bevölkerung heißt das vor allem eines: auf der Hut sein. Fahrten sollten gut überlegt, Fahrzeuge wintertauglich ausgestattet und aktuelle Warnungen beachtet werden. Wer flexibel ist, kann Wege verschieben und so Risiken vermeiden. Panik ist fehl am Platz, Aufmerksamkeit jedoch nicht. Die kommenden Tage könnten unangenehm, teils chaotisch, aber beherrschbar werden. Ob die Erinnerungen an 1978/79 nur Bilder im Kopf bleiben oder sich regional verstärken, entscheidet sich kurzfristig.