6. Januar weltweit gefeiert: Heilige Drei Könige – Höhepunkt in Köln mit Schrein, Reliquien! Jahrhundertealter Tradition

Am 6. Januar strömen Gläubige weltweit zusammen, um die Heiligen Drei Könige zu ehren. In Köln wird der Dreikönigsschrein geöffnet – ein Jahrhunderte altes Ritual voller Ehrfurcht, Glaube und Tradition.

Tradition zum 6. Januar: Wer die kleine Figur im Dreikönigskuchen findet, wird für einen Tag zum König oder zur Königin.“
Tradition zum 6. Januar: Wer die kleine Figur im Dreikönigskuchen findet, wird für einen Tag zum König oder zur Königin.“

Der 6. Januar, bekannt als Dreikönigstag oder Epiphanie (Erscheinung des Herrn, wird weltweit mit unterschiedlichen Traditionen begangen.

In Italien erzählt das Fest „La Befana“ von einer alten Frau, die vom Besuch der Heiligen Drei Könige beim Jesuskind wusste. Kinder erhalten kleine Geschenke oder Schokolade im Strumpf. Früher ein Höhepunkt des Festes, heute oft nur beiläufige Tradition.

In Griechenland beginnen die Feierlichkeiten bereits am 5. Januar: Kinder ziehen singend durch Dörfer und kündigen die Taufe Jesu an. Am 6. Januar werden Gewässer mit einem hölzernen Kreuz gesegnet. Das Wasser wird anschließend zu Hause aufbewahrt, um Haus, Lebensmittel und Menschen zu schützen. Regional gibt es noch spezielle Bräuche: im Nordwesten Griechenlands tragen verkleidete Gruppen Glocken und feiern die Taufe Jesu mit Lärm und Musik – ein ritueller Auftakt für das Kirchenjahr.

Lateinamerika wie Costa Rica feiert den Dreikönigstag weniger mit Geschenken; diese gibt es meist schon an Weihnachten. Stattdessen prägen Gebete, Eucharistiefeiern und Gemeinschaftsrituale den Tag.

Das Epiphanie‑Kuchen‑Ritual

Am 6. Januar ist in vielen europäischen Ländern der Dreikönigskuchen („Galette des Rois“, „Roscón de Reyes“) Tradition. Eine kleine Figur oder Bohne im Kuchen macht den Finder für einen Tag zum „König“ oder „Königin“, die eine Papi­erkrone tragen – Symbol für die Krone der Heiligen Drei Könige.

Überall verbindet den Tag jedoch das zentrale Motiv: die Erscheinung des Herrn, die Ankunft der Magier (Weisen oder Sterndeuter aus dem Morgenland) und das Gedenken an die göttliche Offenbarung.

Der Dreikönigstag in Deutschland

In Deutschland liegt der besondere Fokus auf Köln. Der Dreikönigstag erreicht hier seine spirituelle und kulturelle Höhe. Gläubige reisen aus allen Regionen an, um den Schrein der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom zu sehen.

Einmal im Jahr wird der Schrein geöffnet, und die Reliquien von Caspar, Melchior und Balthasar sind sichtbar.

Eine goldene Trapezplatte schützt die Reliquien; dahinter lassen sich die Kronen der Heiligen erkennen. Dompropst Guido Assmann beschreibt den Moment als erhebend: „Tausende Gläubige kommen nach Köln, um diesen Augenblick mitzuerleben.“

Geschichte und Kunst des Schreins

Der Schrein wurde 1164 aus Mailand nach Köln gebracht.

  • Er wiegt etwa sieben Tonnen und ist mit über tausend Edelsteinen und Gold verziert.
  • Neben den drei Königen enthält der Schrein die Gebeine weiterer Heiliger, darunter König Otto IV., der die Frontseite mit Gold stiftete.
  • Über fünf Jahrzehnte arbeiteten die besten Goldschmiede jener Zeit an dem Kunstwerk – Ausdruck höchster Verehrung und meisterlicher Handwerkskunst.

Pilger erleben den Schrein im Rahmen festlicher Gottesdienste, Sternsingerprozessionen und gemeinsamer Feierlichkeiten. Für viele Gläubige ist der Besuch eine Mischung aus spirituellem Erlebnis, Kunstbetrachtung und Teilhabe an einem Jahrhunderte alten Brauch.

Höhepunkt der Spiritualität in Deutschland

Köln ist damit das Herz des Dreikönigsfestes in Deutschland. Während weltweit unterschiedliche Bräuche gepflegt werden, vereint hier der Schrein Gläubige aus allen Regionen.

Die Faszination liegt nicht nur in den Reliquien, sondern in der Verbindung von Glaube, Geschichte und Kunst. Für Gläubige bleibt der Besuch des Schreins ein bleibendes Erlebnis, das die tief verwurzelte Tradition des 6. Januars in Deutschland eindrucksvoll erlebbar macht.

Quelle:

Kelch, Oliver: Wie die christliche Welt den 6. Januar feiert, 06.01.2024, DOMRADIO.DE