Canyon gefällig? Dafür braucht es keine Fernreise. Diese Naturwunder liegen mitten in Deutschland
Es muss nicht immer die Langstrecke sein. Auch hierzulande gibt es Schluchten, Felsmonumente und sogar eine regelrechte Wüste - und diese Naturspektakel liegen nur eine Zugfahrt entfernt.

Bei spektakulärer Natur denkt man schnell an die Landschaften des amerikanischen Westens, an Australien oder Afrika. Doch auch Deutschland besitzt Naturwunder - und die sind deutlich schneller zu erreichen.
Bizarres aus Sandstein: Altschlossfelsen, Pfälzerwald
Wenn die ersten oder letzten Sonnenstrahlen des Tages die Altschlossfelsen in warmes Licht tauchen, erinnert die Szenerie fast an einen Canyon im Westen der USA.
Tatsächlich liegt dieses beeindruckende Naturdenkmal jedoch mitten in Deutschland – im Pfälzerwald nahe der französischen Grenze.
Über Jahrtausende haben Wind und Wetter das Buntsandsteinmassiv geformt und eine außergewöhnliche Landschaft aus bizarren Felsformationen geschaffen.
Besonders markant sind die vier dicht beieinanderstehenden Türme sowie der mächtige Hauptfelsen. Seit 1991 stehen die Altschlossfelsen unter Denkmalschutz.

Verschlungener Fluss: Saarschleife, Saarland
Die Saarschleife wirkt wie eine Landschaft aus Skandinavien. Hoch über dem Fluss eröffnet sich ein Panorama, das eher an norwegische Fjorde erinnert als an Deutschland. Besonders stimmungsvoll ist ein Besuch am frühen Morgen.
Wenn Nebelschwaden über dem Wasser liegen und die Landschaft langsam im Morgenlicht erwacht, entfaltet der Aussichtspunkt Cloef seinen ganz besonderen Zauber.
Bizarre Formationen: Externsteine, Teutoburger Wald
Die Externsteine im Teutoburger Wald wirken wie aus einer anderen Welt. Die bis zu 40 Meter hohen Sandsteinfelsen ragen eindrucksvoll in den Himmel und zählen zu den bekanntesten Naturdenkmälern Deutschlands.
Entstanden sind sie vor rund 70 Millionen Jahren, als tektonische Kräfte die Gesteinsschichten anhoben. Bereits im 19. Jahrhundert wurden Treppen und eine Aussichtsplattform in die Felsen gebaut, sodass Besucher die imposante Formation erklimmen können.
Felsenschlucht: Breitachklamm, Allgäu
Die Breitachklamm im Allgäu gehört zu den eindrucksvollsten Schluchten Mitteleuropas. Mit bis zu 150 Metern Tiefe zählen sie sogar zu den tiefsten Felsenschluchten der Region.
Ihre Entstehung begann vor mehr als 10.000 Jahren nach dem Abschmelzen des Breitachgletschers. Seitdem hat sich das Wasser der Breitach Stück für Stück durch den Fels gearbeitet.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Klamm durch einen Wanderweg zugänglich gemacht. Heute zieht die rund 2,5 Kilometer lange Strecke jedes Jahr zahlreiche Besucher an – besonders ruhig ist es morgens oder am späten Nachmittag.
Auf Feuer folgte Sand: Lieberoser Wüste, Niederlausitz
Mitten in Brandenburg liegt eine Landschaft, die kaum jemand in Deutschland vermuten würde: die Lieberoser Wüste. Obwohl sie mit etwa fünf Quadratkilometern vergleichsweise klein ist, vermittelt sie echtes Wüstengefühl.
Entstanden ist die ungewöhnliche Sandlandschaft nach einem großflächigen Waldbrand im Jahr 1942. Während des Kriegs wurde das Gebiet von den Nazis militärisch genutzt. Heute gehört die Lieberoser Wüste zum Naturschutzgebiet Lieberoser Endmoräne und bietet seltenen Tier- und Pflanzenarten einen besonderen Lebensraum.
Quellenhinweis:
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