32 Grad, Tropennacht & sintflutartige Gewitter: Deutschland erlebt einen Wetterfreitag der Extreme! Wie geht es weiter?
Donnerstag Downburst, Freitag nach Tropennacht sintflutartige Gewitter und Hitzetage über 30 Grad: Deutschland erlebt Wetterextreme im Schnelldurchlauf. Doch wie extrem bleibt das Wetter am Wochenende und in der neuen Woche?

Deutschland hat innerhalb weniger Stunden nahezu das komplette Sommerprogramm abgespult – von drückender Schwüle über Tropennacht und Hitzetage bis hin zu unwetterartigen Gewittern mit sintflutartigen Regenmengen.
Während vielerorts die Temperaturen auf sommerliche bis heiße Werte kletterten, entlud sich die aufgestaute Energie der Atmosphäre später mit voller Wucht.
Hitze, Schwüle und Taupunkte wie in den Tropen
Mindestens 47 Wetterstationen meldeten Höchstwerte von 30 Grad oder mehr. Den Spitzenwert registrierte Artern in Thüringen mit 32,4 Grad.
Die Luft über Deutschland war regelrecht bis zum Anschlag mit Feuchtigkeit gefüllt. An 28 Wetterstationen lagen die Taupunkte über 20 Grad, vielerorts wurde zeitweise eine relative Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent gemessen.
Gleichzeitig enthielt die Atmosphäre regional bis zu 40 Millimeter niederschlagbares Wasser. Diese Kombination gilt als gefährlicher Nährboden für Starkregen, weil Gewitter auf enorme Feuchtereserven zurückgreifen können.
Gewitter bringen sintflutartige Regenmassen
Am Nachmittag und Abend entstanden zahlreiche kräftige Gewitter. Besonders der Starkregen rückte in den Mittelpunkt. I
n Aschersleben-Mehringen in Sachsen-Anhalt wurden innerhalb von nur 60 Minuten beeindruckende 62,5 Liter pro Quadratmeter gemessen.
Auch Bleckede-Walmsburg in Niedersachsen registrierte 46,4 Liter, Düben in Sachsen-Anhalt 43,2 Liter binnen einer Stunde.
Solche Regenmengen überfordern grundsätzlich die Kanalisationen und aufgrund der steintrockenen und dürren Böden kann der sturzflutartige Regen nicht versickern und sucht sich oberirdisch seinen Weg in Häuser und Keller.
Sturmböen bis an die 100 km/h
Neben den enormen Regenmengen sorgten auch kräftige Windböen für Aufmerksamkeit. Am Altmühlsee in Bayern wurde eine Spitzenböe von 99,7 km/h gemessen. Nürnberg erreichte 88,2 km/h, Neuhaus am Rennweg in Thüringen 83,2 km/h.
Diese Werte zeigen, dass einzelne Gewitterzellen ein erhebliches Schadenspotenzial entwickelten. Umgestürzte Bäume, beschädigte Dächer und Verkehrsbehinderungen waren regional die Folge.
Wetterberuhigung? Nur teilweise
Mit dem Durchzug der Kaltfront wird die heiße Luft nun schrittweise nach Südosten verdrängt. Am Samstag bleibt es vor allem südlich der Donau noch gewitteranfällig. Dort sind erneut Starkregen, Hagel und einzelne Unwetter möglich. Im Norden setzt sich dagegen zunehmend kühlere Meeresluft durch.
Auch am Sonntag bleibt das Wetter wechselhaft. Schauer und einzelne Gewitter ziehen vor allem durch den Norden, Osten und Süden Deutschlands. Die Temperaturen gehen deutlich zurück und erreichen meist nur noch 17 bis 25 Grad.

Wie geht es in der neuen Woche weiter?
Die kommende Woche startet deutlich gemäßigter. Im Norden und Osten ziehen weiterhin Schauer und einzelne Gewitter durch, während sich im Südwesten häufiger die Sonne zeigt. Zur Wochenmitte nähert sich bereits das nächste Tiefdrucksystem mit neuen Regenfällen und örtlichen Gewittern.
Nach aktuellem Stand deutet vieles darauf hin, dass sich das wechselhafte Wetter bis weit in die zweite Wochenhälfte fortsetzt. Von einer stabilen Hochsommerlage ist Deutschland vorerst weit entfernt.