Wetterforscher warnt: Dieser Frühling lässt für den Sommer Böses ahnen

Der Frühling ist abgehakt, der Sommer hat jetzt begonnen. Und die Bilanz hat es in sich: Rekordsonne, kaum Regen, viel zu warm. Was das für die nächsten heißen Wochen heißt.

Jetzt ist es amtlich, und das Ergebnis ist eindeutig: Der Frühling 2026 zählt zu den zehn wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. Im bundesweiten Schnitt standen rund 10 Grad auf dem Thermometer.

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Das sind gut zwei Grad mehr, als in einem durchschnittlichen Frühling normal wären. Selbst die kurzen Kälterückfälle Ende März und während der Eisheiligen konnten an dieser warmen Gesamtbilanz am Ende kaum noch etwas ändern.

Die Sonne lief auf Hochtouren

Was diesen Frühling so besonders macht, ist vor allem die Sonne. Mit fast 700 Stunden schien sie rund 48 Prozent länger als im langjährigen Mittel – ein Lichtangebot, das man eher aus dem Mittelmeerraum kennt als aus Mitteleuropa.

Erst ein trockener Winter, jetzt ein trocknere Frühling. Das könnte im Sommer 2026 nicht folgenlos bleiben.
Erst ein trockener Winter, jetzt ein trocknere Frühling. Das könnte im Sommer 2026 nicht folgenlos bleiben.

Spitzenreiter war ausgerechnet Berlin: Über 740 Sonnenstunden bedeuteten dort einen neuen Rekord. Damit ist es bereits das zweite extrem sonnige Frühjahr in Folge – ein Muster, das mich als Meteorologen aufhorchen lässt.

Der große Verlierer heißt Regen

So üppig die Sonne, so kläglich der Niederschlag. Bundesweit fielen nur knapp 125 Liter pro Quadratmeter und damit kaum zwei Drittel der üblichen Frühjahrsmenge.

Besonders bitter war der April, der gerade einmal die Hälfte seines Regen-Solls erreichte. Nennenswerten Regen gab es fast nur in den Mittelgebirgen und am Alpenrand – der Rest des Landes blieb verbreitet auf dem Trockenen sitzen.

Erst der Winter, jetzt das Frühjahr

Und genau hier liegt das eigentliche Problem. Schon der Winter war zu trocken, jetzt legt das Frühjahr nach. Das Wasser fehlt nicht oben an der Oberfläche, sondern dort, wo man es nicht sieht: tief im Boden.

Die nutzbare Bodenfeuchte liegt in vielen Regionen bereits jetzt im roten Bereich. Mit halbleeren Speichern in den Sommer zu starten, ist eine denkbar schlechte Ausgangslage – das weiß jeder Landwirt nur zu gut.

Warum Trockenheit Hitze befeuert

Trockene Böden wirken wie ein Brandbeschleuniger für die Hitze. Feuchte Erde kühlt sich durch Verdunstung permanent selbst herunter und nimmt der Atmosphäre Energie.

Fehlt dieses Wasser, heizt sich der Untergrund ungebremst auf. Jede Hochdrucklage wird dadurch gleich ein paar Grad heißer – ein Teufelskreis, der sich im Hochsommer von selbst verstärken kann.

Was das für den Sommer bedeutet

Die Langfristmodelle von ECMWF und der amerikanischen NOAA sehen für den Sommer 2026 eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Temperaturen.

Den ersten Vorgeschmack haben wir längst hinter uns: Das Mai-Finale brachte regional schon über 30 Grad. Wir starten also mit leeren Wasserspeichern in eine Jahreszeit, die ohnehin zu heiß zu werden droht.

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