Wetterforscher warnt: „Die Modelle drehen völlig auf" – nächste Woche droht Deutschland ein böses Comeback

Die historische Hitze ist kaum vorbei, da liefern ECMWF und GFS eine Schock-Prognose für die zweite Juliwoche. Was da auf uns zurollt, macht sprachlos.

Die Erleichterung war nur von kurzer Dauer. Gerade erst hat Deutschland die schlimmste Hitzewelle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hinter sich gebracht – mit einem unfassbaren Allzeitrekord von 41,7 Grad, mit über 40 Grad an 46 Messstationen in elf Bundesländern, mit tropischen Nächten am Fließband und einer Belastung, die vielen Menschen gesundheitlich massiv zugesetzt hat. Am Wochenende haben schwere Gewitter die Dauerhitze endlich gebrochen.

Sei einer der Ersten, der die neuesten Wetter-Updates erhält, indem Du unserem neuen WhatsApp-Kanal beitrittst. Folge uns und schalte die Benachrichtigungen ein.

Die Temperaturen sacken Anfang Juli auf 20 bis 25 Grad ab, nachts wird es mit 10 bis 15 Grad erstmals seit fast zwei Wochen wieder richtig frisch. Millionen Menschen dürften aufatmen, endlich wieder schlafen können, endlich wieder durchlüften. Doch genau jetzt zeigen die Wettermodelle etwas, das einem den Atem stocken lässt.

Schock-Signal aus den Modellen: Schon ab Sonntag dreht die Hitze wieder auf

Was das europäische Wettermodell ECMWF und das amerikanische GFS seit den jüngsten Modellläufen berechnen, ist alarmierend. Beide großen Vorhersagesysteme zeigen übereinstimmend, dass sich das Azorenhoch bereits ab dem 4. und 5. Juli wieder über Mitteleuropa aufbaut. Aus Südwesten strömt erneut extrem heiße Luft heran.

Ab Sonntag klettern die Temperaturen im Westen und Südwesten wieder auf über 30 Grad. Und dann geht es richtig los: Bis Mittwoch, den 8. Juli, rechnet vor allem das GFS mit Spitzenwerten zwischen 35 und 40 Grad. Das ECMWF ist etwas zurückhaltender, sieht aber verbreitet 30 bis 37 Grad – und schließt die 40-Grad-Marke ebenfalls nicht aus. Die Verschnaufpause wäre damit nach kaum einer Woche schon wieder vorbei.

Auch die Ensemble-Prognosen stützen den Hitze-Trend

Besonders beunruhigend: Es ist nicht nur der Hauptlauf der Modelle, der so heiß rechnet. Auch die Ensemble-Berechnungen – also die Vielzahl an Modelldurchläufen mit leicht veränderten Anfangsbedingungen – ziehen bei den Temperaturen in 850 hPa deutlich nach oben. Das ist in der Meteorologie ein starkes Signal dafür, dass der Trend robust ist und nicht nur ein einzelner Ausreißer.

Das nächste Hitzehoch könnte sich schon ab Sonntag nach Deutschland schieben.
Das nächste Hitzehoch könnte sich schon ab Sonntag nach Deutschland schieben.

Selbst das kanadische GEM-Modell springt mittlerweile auf diesen Zug auf. Wenn drei große unabhängige Vorhersagesysteme in eine ähnliche Richtung rechnen, steigt die Wahrscheinlichkeit erheblich, dass tatsächlich wieder Schwerhitze nach Deutschland kommt – und zwar keine moderate Sommerwärme, sondern echte Extremtemperaturen.

Droht wieder eine Omega-Lage wie im Juni?

Genau das ist die entscheidende Frage. Die Juni-Hitzewelle wurde durch eine klassische Omegalage angetrieben – ein gewaltiges Hochdruckgebiet saß tagelang stationär über Mitteleuropa, flankiert von Tiefs westlich und östlich davon. Die Luft konnte sich unter dieser Glocke immer weiter aufheizen, Tag für Tag, Nacht für Nacht. Der Deutsche Wetterdienst hat die Druckkonstellation vom 27. Juni ausdrücklich als „klassische Omegalage" eingestuft.

Und jetzt deuten die Modelle darauf hin, dass sich genau dieses Muster wiederholen könnte. Das Azorenhoch versucht erneut, sich stationär über Deutschland zu positionieren. Sollte das gelingen, wäre die Situation im Hochsommer sogar noch gefährlicher als im Juni – denn der Sonnenstand ist Anfang Juli noch höher, die Einstrahlung noch intensiver.

Meteorologe warnt: „Beunruhigende Übereinstimmung"

Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net ordnet die Lage ein: „Was die Modelle da berechnen, zeigt eine beunruhigende Übereinstimmung. Wenn sich das Hoch tatsächlich so aufbaut, steuern wir direkt auf die nächste Extremhitze zu." Besonders brisant sei der Zeitpunkt mitten im Siebenschläferzeitraum. Denn die Großwetterlage, die sich zwischen Ende Juni und dem 10. Juli etabliert, hat erfahrungsgemäß eine hohe Wahrscheinlichkeit, das Wetter im restlichen Sommer zu dominieren.

Heißt im Klartext: Setzt sich das Hoch jetzt durch, könnte uns ein Hitzesommer mit immer wiederkehrenden Extremphasen bevorstehen. Jung warnt: „Die nächsten Tage entscheiden darüber, wie der Sommer 2026 weitergeht. Und die Signale zeigen gerade leider sehr deutlich in Richtung Dauerhitze."

Entscheidung fällt in den nächsten 72 Stunden

Noch ist nicht alles in Stein gemeißelt. Die Modelle können in dieser Reichweite durchaus noch korrigieren, einzelne Läufe zeigen auch eine Nordwestströmung, die die Hitze blockieren würde. Doch der Trend ist klar: Die Mehrheit der Berechnungen zeigt Extremwärme ab der zweiten Juliwoche. Und das GFS legt mit 40 Grad am Mittwoch den aggressivsten Wert auf den Tisch.

Wer gehofft hatte, dass nach der historischen Juni-Hitze erst einmal Ruhe einkehrt, muss sich auf eine bittere Enttäuschung gefasst machen. Deutschland könnte schon in wenigen Tagen direkt in die nächste Hitzewelle schlittern – und diesmal wäre es keine Frühsommer-Hitze mehr, sondern echter Hochsommer mit allem, was dazugehört. Die Spannung steigt.