Erfrischendes Juwel: Diese historische Stadt in Niedersachsen liegt an drei Wasserstraßen

Kühle Brise an heißen Sommertagen: Der Lage an zwei Flüssen und einem Kanal verdankt das bildhübsche Städtchen im Emsland seinen Erholungswert. Zudem besitzt es einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde.

Der Dortmund-Ems-Kanal trifft in Meppen auf die Hase, gemeinsam münden sie in die Ems. Foto: Adobe Stock
Der Dortmund-Ems-Kanal trifft in Meppen auf die Hase, gemeinsam münden sie in die Ems. Foto: Adobe Stock

Bei Temperaturen um 30 Grad träumt der Mensch von Seen und Flüssen. Denn eine Brise über dem Wasser senkt die gefühlte Temperatur am Ufer. Ein Ort, der gleich an drei Wasserläufen liegt, verspricht an heißen Sommertagen dreifaches Glück. Schon deshalb zählt das Städtchen zu den schönsten Ausflugszielen in Niedersachsen.

Wo Hase und Ems sich grüßen

In Meppen treffen Hase und Ems aufeinander. Schon seit dem frühen Mittelalter dreht sich hier alles ums Wasser. Allerdings nicht wegen seines Erholungswerts, sondern aufgrund der Transportmöglichkeiten der Flüsse. Sie machten beweglich und dienten als Handelswege. Ein Fluss war oft der Grund, warum eine Stadt sich überhaupt erst entwickelte.

Malerisch: Das historische Rathaus und der Marktplatz von Meppen. Foto: Adobe Stock
Malerisch: Das historische Rathaus und der Marktplatz von Meppen. Foto: Adobe Stock

Handel, Verkehr und sogar der Name der Stadt mit heute 37.000 Einwohnern gehen auf diese Lage zurück. Meppen soll sich vom altsächsischen „Meppe" ableiten, der „Mündung" oder „Mund" bedeutet. Das passt zur Geografie: Einst floss die Hase mit mehreren Armen in die Ems, so dass die erste Siedlung tatsächlich an mehreren Flussmündungen entstand.

Florierender Handel und immer wieder Hochwasser

So wurde Meppen früh zu einem bedeutenden Handelsplatz. Schon im Jahr 834 wurde der Ort urkundlich erwähnt. Mit dem Marktrecht im Jahr 946 entwickelte sich die Siedlung weiter, 1360 erhielt sie die Stadtrechte. Im 15. Jahrhundert wurde sie Mitglied der Hanse und profitierte vom mittelalterlichen Fernhandel.

Die Flüsse brachten jedoch neben Wohlstand auch immer wieder Überschwemmungen. Besonders das katastrophale Hochwasser von 1946 gilt als eines der einschneidendsten Ereignisse der Stadtgeschichte.

Dennoch war Hase und Ems über Jahrhunderte als Verkehrswegen viel zu verdanken. Auf ihnen verkehrten die Emspünten: flach gebaute Holzschiffe, die eigens für die flachen Gewässer konstruiert wurden und noch bis in die 1920er Jahre Waren transportierten.

Flanieren und Radeln an drei Wasserwegen

Heute ist Meppen sogar von drei Wasserstraßen geprägt: Neben Hase und Ems verläuft auch der Dortmund-Ems-Kanal durchs Stadtgebiet. Kurz vor ihrer Mündung in die Ems nimmt die Hase das Wasser des Kanals auf.

Heute ist Meppen ein Outdoor-Paradies: Radweg an der Ems. Foto: Adobe Stock
Heute ist Meppen ein Outdoor-Paradies: Radweg an der Ems. Foto: Adobe Stock

Beim Spaziergang durch die Gassen des historischen Zentrums und über die Ufer-Promenaden erlebt man eine sehr attraktive Stadt mit viel Wasser. Lageund Geschichte machen sie einzigartig und zum perfekten Ziel für Ausflügler, die Entspannung, Kultur und Natur suchen.

Die größte Weltkarte des Planeten

Zudem besitzt die Stadt im Emsland ein kulturelles Unikat: Hier befindet sich hier die größte Weltkarte des Planeten.

Sie wurde 1994 vom Schweizer Künstler Christoph Rihs auf den 131 Meter hohen Kühlturm des ehemaligen Gaskraftwerks Meppen-Hüntel gemalt und umfasst rund 26.000 Quadratmeter. Das außergewöhnliche Kunstwerk ist im Guinness-Buch der Rekorde als größte Weltkarte der Welt verzeichnet.

Artikelreferenz

Marcel Prigge. (2026). Bedeutende Gewässer-Ecke in jahrhundertealter Stadt: Hier treffen zwei Flüsse aufeinander.