Wetterforscher erklärt „Die Kälte holt sich das Land zurück“ - so heftig wird der Monatswechsel in Deutschland

Rekordwärme täuscht: Nach bis zu 16 Grad folgt der abrupte Umschwung. Nebel, Frost und ruhiges Winterwetter bestimmen die kommenden Tage in Deutschland.


Der Kontrast könnte kaum größer sein. Noch vor ein paar Tagen fühlte sich der Südwesten beinahe frühlingshaft an, mit außergewöhnlich milden Temperaturen und neuen Rekordwerten. Doch dieser Wärmeausreißer war nur von kurzer Dauer. Inzwischen hat sich deutlich kühlere Luft durchgesetzt. Besonders auffällig ist der Wechsel im Westen und Südwesten, wo zäher Nebel und Hochnebel die Stimmung prägen.

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Dort verharren die Temperaturen tagsüber häufig im Bereich von knapp über dem Gefrierpunkt, örtlich sogar darunter. Von echter Wärme ist nichts mehr zu spüren, stattdessen kehrt der Winter spürbar zurück.

Sonne täuscht über Kälte hinweg

Ganz anders zeigt sich das Wetter in vielen anderen Landesteilen. In höheren Lagen sowie in der Mitte und im Osten sorgt häufig Sonnenschein für einen freundlichen Eindruck. Doch dieser trügt. Trotz blauer Himmel bleibt die Luft winterlich kalt, die Temperaturen steigen meist nur auf 1 bis 8 Grad.

Gerade in Regionen mit klarer Sicht fühlt sich die Kälte durch die trockene Luft besonders markant an. Niederschläge bleiben aus, was den ruhigen Charakter der Wetterlage unterstreicht. Dennoch ist warme Kleidung weiterhin unverzichtbar, selbst in der Mittagssonne.

Graue Niederungen, kalter Alltag

Zur Wochenmitte setzt sich dieses Muster fort. Während sich vielerorts nach und nach Nebelfelder auflösen, halten sich vom Oberrhein bis ins Saarland teils hartnäckige graue Wolken.

Im Nordosten hat sich spätestens bis Freitag Dauerfrost eingenistet.
Im Nordosten hat sich spätestens bis Freitag Dauerfrost eingenistet.


In diesen Regionen bleibt es tagsüber besonders kühl. Im Nordosten und Südosten werden häufig nur -1 bis 1 Grad erreicht, teils mit Dauerfrost. Etwas milder präsentiert sich der Westen, wo vereinzelt Werte bis 8 oder 9 Grad möglich sind. Insgesamt bleibt das Wetter unspektakulär, aber konsequent winterlich.

Warum die Kälte bleibt

Der Grund für diese stabile Lage liegt in einer ruhigen Großwetterkonstellation. Kräftige Tiefdruckgebiete fehlen, sodass sich weder milde Atlantikluft noch neue Wetterimpulse durchsetzen können. Stattdessen dominiert trockene, kühle Luft, die Temperaturschwankungen begrenzt. Vor allem nachts kann sich die Kälte in klaren Regionen deutlich bemerkbar machen, doch auch tagsüber kommt es kaum zu einer nachhaltigen Erwärmung. Der Winter zeigt sich aktuell nicht extrem, aber ausdauernd – ein klassisches Beispiel für ruhiges Hochdruckwetter.

Leichte Bewegung zum Wochenende

Erst in Richtung Wochenende deutet sich eine vorsichtige Veränderung an. Die Wolken nehmen zu, vor allem im Süden kann es stellenweise zu Regen oder Schnee kommen. Gleichzeitig steigen die Temperaturen geringfügig. Im Südwesten sind tagsüber wieder 1 bis 6 Grad möglich, während der Nordosten mit -4 bis -1 Grad deutlich kälter bleibt. Von einem echten Durchbruch der Mildluft kann jedoch keine Rede sein. Vielmehr handelt es sich um eine kurze Abschwächung der Kälte.

Das ist schon recht krass. Bis zum Wochenende ist weiterhin kein Niederschlag in Sicht.
Das ist schon recht krass. Bis zum Wochenende ist weiterhin kein Niederschlag in Sicht.

Wintermodus bleibt aktiv

Im Endeffekt bleibt Deutschland fest im Wintermodus. Die rekordverdächtige Wärme war eine Ausnahme, nicht der neue Trend. Frostige Morgen, graue Nebelzonen und kühle Sonnentage bestimmen weiterhin das Bild. Auch wenn die Temperaturen langsam etwas nachgeben, ist kein nachhaltiger Frühlingsimpuls in Sicht. Der Winter zieht sich zurückhaltend, aber konsequent durch – leise, ruhig und deutlich kälter, als es die kurzen warmen Tage vermuten ließen.