Wetterforscher Habermehl stutzt: „Bis Himmelfahrt..." – was am Sonntag passiert, ahnt jetzt kaum jemand

Erst Traumwetter zum Maifeiertag, dann der Knick. Ein fast vergessener Bauernregel-Lostag am Sonntag macht eine knallharte Prognose – und ausgerechnet die aktuellen Modelle bestätigen sie.
Wer in die Vorhersagen für den 1. Mai schaut, reibt sich die Augen: Bis zu 26 Grad, kaum eine Wolke, 15 Sonnenstunden im Westen. Es wird einer dieser Maifeiertage, an denen Biergärten platzen und die Spargelhöfe kaum nachkommen.
Doch wer den Sonntag schon im Blick hat, sollte aufpassen. Genau dann, am 3. Mai, fällt einer der spannendsten Lostage des Bauernkalenders. Und kaum jemand kennt ihn noch.
Der Spruch, der elf Tage Wetter macht
Die Rede ist vom Kreuzauffindungstag, einem alten katholischen Gedenktag, der seit Jahrhunderten als Wetterorakel gilt. Die Bauernregel klingt fast schon trocken: „Wie's Wetter am Kreuzauffindungstag, bis Himmelfahrt es bleiben mag." Was banal wirkt, ist meteorologisch durchaus interessant. Der Spruch wagt eine Vorhersage über elf Tage, bis Christi Himmelfahrt am 14. Mai. So weit traut sich heute nicht einmal jedes Wettermodell.
Genau am Sonntag kippt die Großwetterlage
Und ausgerechnet 2026 trifft der Lostag den wunden Punkt der Großwetterlage. Die Omegablase, die Deutschland aktuell frühsommerliche Temperaturen beschert, kippt am Sonntag nach Osten ab. Aus Westen schiebt sich eine Gewitterfront heran, der Wind dreht auf Südwest, feuchtwarme Luft macht sich breit. Heißt im Klartext: Während Freitag und Samstag noch sommerlich glänzen, beginnt am 3. Mai die unbeständige Phase. Der Bauernregel zufolge bleibt das dann so. Bis Himmelfahrt.
Warum die alte Regel diesmal physikalisch passt
Statistisch sind viele Bauernregeln Glückssache. Diese hier hat aber einen physikalischen Kern. Anfang Mai entscheidet sich häufig, ob sich die kontinentale Hochdrucklage noch einmal durchsetzt oder ob der Atlantik mit seinen Tiefs übernimmt. Wenn am Sonntag bereits die ersten Schauer durchziehen, ist das Hoch geschwächt, und dann hat es die Polarluft leichter. Genau dieses Muster zeichnet sich derzeit ab. Das ECMWF-Modell rechnet ab Sonntag durchgehend mit Schauern und Gewittern.
Eisheilige im Anmarsch – und ein nasser Wonnemonat?
Pikant: Die berüchtigten Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai liegen exakt in dem Zeitraum, den der Kreuzauffindungstag laut Volksglauben mitprägt. Hält die Bauernregel, was sie verspricht, könnte das erste Mai-Drittel deutlich kühler und nasser ausfallen als gedacht.

Vor allem die Landwirte schauen schon jetzt mit Sorge nach oben. Der April war einer der trockensten und sonnigsten der vergangenen Jahre, allein in Mainz-Lerchenberg kamen 240 Sonnenstunden zusammen. Regen wäre längst überfällig.
Was Sie jetzt tun sollten
Wer noch grillen, draußen feiern oder einen langen Maispaziergang plant, sollte Freitag und Samstag dafür nutzen. Ab Sonntagmittag wird es im Westen ungemütlich, am Montag erfasst die Front dann auch Mitte und Osten.
St. Florian am 4. Mai, Schutzpatron gegen Feuer und Wasser, passt symbolisch fast zu gut ins Bild. Und falls die alte Regel hält, war's das mit dem Frühsommer erstmal. Bis Himmelfahrt.
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